Schwarzwaldkrimi zum Mitschreiben

Was sucht Petra im Safe?

Autor: 
Christoph w. Bauer und Leserautoren
Lesezeit 5 Minuten
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26. November 2020

Kommissarin Bellaballa ist plötzlich wieder im Dienst. In der Hand der plötzlich wieder aufgetauchten Petra blitzt ein Eispickel. ©Stefan Dinter

Schwarzwaldkrimi (3): Es ist Halbzeit bei unserem Krimi zum Mitschreiben. Ein Gutacher Leser unter dem Pseudonym „Schwarzwaldschimmi“ schrieb die nächste Fortsetzung. 

Christoph W. Bauer aus Innsbruck schrieb erneut den Plot für unseren zehnten und letzten Schwarzwaldkrimi zum Mitschreiben. Was bisher geschah: 
Isabella Bahler war gerade dabei, das Kommissariat an ihren Nachfolger Kommissar Landmann zu übergeben. Sie war bei einem Fall im vergangenen Jahr angeschossen worden und hatte sich von der Verletzung nie richtig erholt. Da meldete Hermann Gräfner seine Partnerin als vermisst. 

Dessen ehemalige Ehefrau Petra ist vor sieben Jahren nicht mehr von einer Gletschertour zurückgekehrt. Die Suchaktion verlief ergebnislos, man vermutete, dass sie in eine Gletscherspalte gestürzt ist. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Man erzählte sich, Gräfner habe schon damals ein Verhältnis mit Sabine Merz gehabt und ihren Mann, einen Bauunternehmer, in den Ruin getrieben. 
Der Kommissar machte sich auf den Weg zu Gräfner. Dieser erklärt, dass er Sabine Merz am Dienstagvormittag in der Küche zum letzten Mal gesehen habe. Sie habe sich verabschiedet, um etwas mit ihrem Ex zu besprechen. Als Landmann nachhaken wollte, hörten sie eine helle Stimme: „Schatzi, da bin ich wieder!“ Doch es war nicht Sabine Merz, die da auf den Hof spazierte – sondern die tot geglaubte Petra Gräfner.
Ein Gutacher Leser schrieb unter dem Pseudonym „Schwarzwaldschimmi“ die nächste Fortsetzung: 

Finstere Miene

Herrmann Gräfners Miene verfinsterte sich, seine ansonsten kerngesunde Gesichtsfarbe veränderte sich schlagartig in weiß-grau und sein Blick schien Pfeile auf die ihn zustolzierenden Petra Gräfner zu schießen. Mit einem Hauch eines Begrüßungskusses auf die Backe ging die für sieben Jahre als vermisst gegoltene Dame des Anwesens an ihm vorbei und zielstrebig auf den Servierwagen neben der Terrassentür zu. Sie schenkte sich ein Glas Champagner ein. 

„Zumindest deiner Hausmarke bist du treu geblieben“, bemerkte sie in charmantem und ruhigem Ton. 
Kommissar Landmann beobachtete das Auftreten von Petra Gräfner und die Reaktion ihres Ehemanns. Er kramte sein Handy hervor. Mit schnellen Bewegungen tippte er eine Nachricht an Isabella Bahler: „Kommen Sie schnell, Petra Gräfner ist wieder aufgetaucht!“ Und schon war das Handy wieder in der Tasche verschwunden. 
Hermann Gräfner schien seine Fassung wiederzugewinnen: „Mein Schatz, wo kommst Du denn her? Habe ich all die Jahre umsonst um dich getrauert? Du glaubst ja nicht, wie sehr ich mir ein Wiedersehen mit dir gewünscht habe.“

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Ballaballa wieder gefragt

„Einstein, komm jetzt, das war’s, wir gehen nach Hause. Versprochen, ich hole Dir deine Lieblingsknochen in der Metzgerei Decker.“ Der treue Vierbeiner honorierte das Versprechen schwanzwedelnd, als aus Bellaballas Handtasche ein Klingelton zu vernehmen war. „Einstein, wir sind mitten in einem neuen Fall – für Bummeln und Knochen ist keine Zeit!“

Herrmann Gräfner schien Kommissar Landmann gänzlich vergessen zu haben. Zielstrebig ging er zur Terrassentür, seine rechte  Hand fuhr kurz unter das Designerjacket. Landmann glaubte etwas Blitzendes in seiner Hand gesehen zu haben. In diesem Moment drehte sich Petra Gräfner in Richtung ihres Gatten und fragte in ruhigem Ton: 

Eispickel blitzt in der Hand

„Herrmann, ist übrigens die Zahlenkombination zu unserem Safe noch die gleiche?“ Ihre Hand hielt dabei den kleinen Eispickel, mit dem sie die Eiswürfel zuvor zerkleinert hatte, fest umschlossen.
Und nun sind Sie, liebe Leser, wieder an der Reihe!

Und so hätte der Krimi auch weitergehen können:

Als Gräfner seine todgeglaubte Frau erblickte, wurde seine Gesichtsfarbe Aschfahl, und aus seinem aufgesetzten Machogetue mutierte jener „Fels in der Brandung“, binnen Nanosekunden zu einem Sitzriesen, die wenigen Wortfetzen die Herrmann durch Press Atmung von sich gab waren: „Wie….was… Du?“

„Ja Ich, das hättest du wohl nicht erwartet….! Damals als wir beim Besteigen des Kilimandscharo ins Rutschen kamen und ich in einer Gletscherspalte fiel, sah ich wie du das Kletterseil mit einem Messer durtrenntest, danach glitt ich noch tiefer in die Schlucht und klemmte mir meine Finger zwischen den Fels, so dass ich diese, um zu überleben abkauen musste, Einheimische fanden mich als ich entkräftet versucht hatte mich zu befreien und fuhren mich in die Hauptstadt Dodoma, dort lag ich ein dreiviertel Jahr, die Ärzte behandelten meine infektiösen Wunden, die in diesem Klima schlecht heilten, so bin ich das zweite Mal dem Tod von der Schippe gesprungen……….. und du, was hast du getan um mich zu finden? Als ich in der Gletscherspalte zu mir kam und aus Leibeskräften rief, da antwortete mir keine Menschenseele! Hast du eine Ahnung was ich mitgemacht habe, Gottverlassen in Afrika? Ich hatte keine Papiere bei mir und der Schock löste eine Amnesie aus, peu á peu kam die Erinnerung wieder, und als ich wieder nach Deutschland kam, …….. was erfuhr ich – du vergnügst dich mit einer Blondine. Bist du noch ganz bei Trost…..! Wer gibt dir das Recht?“

Herrmann Gräfner schweigt betroffen. Kommissar Landmann hakt ein, …. „Frau Gräfner nehme ich an, offenbar kennen sie die jetzige Lebensgefährtin ihres Mannes“, Landmann bohrt weiter, „und wer, oder was, klärte sie über die connaissance ihres Mannes auf?“

Von der Ferne hörte Kommissar Landmann ein ihm bekanntes Bellen….

Pseudonym: Urmel

Stichwort

Die Spielregeln: Schreiben Sie mit!

Nun sind Sie wieder an der Reihe. Schreiben Sie die dritte Folge unseres Krimis (bis zu 70 Zeilen à 30 Anschläge oder ca. 300 Wörter). Senden Sie Ihren Beitrag bis spätestens Montag, 30. November, 10 Uhr per E-Mail an lokales.kinzigtal@reiff.de, versehen mit Ihrer Adresse und mit einem Pseudonym. Achtung: Bitte keine Word-Dokumente, die werden wegen Trojanergefahr blockiert. Den Text am besten direkt in die Mail kopieren oder als PDF abspeichern. 
Wer bereits ausgewählt wurde, kann sich auch weiterhin beteiligen, aber mit einem neuen Pseudonym. Die von Ihnen geschriebene Fortsetzung geht unter dem Pseudonym an Christoph W. Bauer. Dieser sucht eine passende Fortsetzung aus, die Stefan Dinter aus Stuttgart illustriert. Der dritte Teil erscheint am Donnerstag, 3. Dezember – und dann beginnt dieselbe Prozedur von vorn. Insgesamt sind sechs Folgen vorgesehen. Erst am Schluss werden die Namen aller Autoren veröffentlicht. 
Bisher hat die sechste Folge das Publikum bei einer öffentlichen Veranstaltung gekürt. Dies ist in diesem Jahr leider nicht möglich. Die letzte Folge und damit den Ausgang des Krimis wird deshalb eine Jury auswählen. Diese besteht aus der stellvertretenden Festivalleiterin des Hausacher Leselenz Ulrike Wörner, der Schatzmeisterin des Fördervereins Leselenz Ulrika Wöhrle, Vincent Welzel, der mit dem Leselenz aufgewachsen ist sowie dem aktuellen Stadtschreiber Tobias Steinfeld. 
Niemand schreibt für den Papierkorb: Es wird zwar nur jeweils eine Folge in der Zeitung veröffentlicht, unter www.bo.de sind aber alle möglichen Fortsetzungen, die ebenfalls zur Auswahl standen, im Internet zu finden. So kann sich jeder ein Bild davon machen, was andere für Einfälle hatten, den Krimi weiterzuschreiben. 
 

Info

Die Personen

Die Personen des zehnten und letzten Schwarzwaldkrimis: 
◼ Kommissar Landmann: Mitte 30, dunkles Haar, Dreitagebart, trägt mit Vorliebe Jeans, Sneakers und einen Kapuzen-Sweater; hat Angst vor Hunden, sogar vor dem alten Einstein. 
◼ Isabella Bahler: genannt Bellaballa – Kommissarin. Erholte sich nicht mehr richtig nachdem sie im vergangenen Jahr angeschossen worden war und steht kurz vor ihrem Vorruhestand.
◼ Einstein: Bellaballas Hund.
◼ Herrmann Gräfner:  Mitte 50, graumeliertes Haar; Geschäftsmann, wobei keiner genau weiß, um welche Geschäfte es sich handelt; er verleihe seinen Interessen schlagkräftig Ausdruck, heißt es, seiner Frau habe man das angesehen, sagt man in Hausach.
◼ Petra Gräfner: Mitte 50, dunkles, kurzes Haar; sportiver Typ; Frau von Herrmann Gräfner. Petra Gräfner gilt seit einer Gletschertour als verschollen, ihr Verschwinden wurde nie restlos aufgeklärt. Manche Menschen in Hausach behaupten, sie würde noch leben, wofür es allerdings keine Beweise gibt. 
◼ Sabine Merz: Mitte 40, schulterlanges Haar, mal blond, mal brünett, mal rot… Lebensgefährtin von Herrmann Gräfner; stets elegant gekleidet. Bis zur Trennung von ihrem Mann Franz Merz war sie Aktionärin in dessen Bauunternehmen.
◼ Franz Merz: Anfang fünfzig, ein Hüne mit Glatze und zerfurchtem Gesicht; trägt stets Holzfällerhemden; ehemaliger Bauunternehmer.
 

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