Steinach

Wasserleitung über Steinach nach Offenburg

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25. November 2020
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Wasser aus der Talsperre der Kleinen Kinzig soll künftig bis Offenburg fließen und dort ein zweites Standbein der Wasserversorgung bilden. ©Ulrich Marx

Die Stadt Offenburg will als zweites Standbein zur Wasserversorgung einen Anschluss an die Kleine Kinzig realisieren. Die Verbindung an die bestehende Leitung ist auf Steinacher Gemarkung geplant.

Die Stadt Offenburg plant schon seit mehreren Jahren, sich durch einen Anschluss an die Kleine Kinzig ein zweites Standbein für die Wasserversorgung zu sichern (siehe Infobox).  

Neu ist allerdings, dass das Projekt auch die Gemeinde Steinach betrifft, denn nachdem der Anschluss der neuen an die bestehende Wasserleitung nicht wie geplant in Biberach erfolgen kann, soll die Trasse nun bis Steinach führen und dort im Bereich des Festplatzes angebunden werden.

Prokurist Klaus Rhode von der Offenburger Wasserversorgung GmbH (OWV) stellte die Pläne in der Gemeinderatssitzung am Montagabend in der Allmendhalle Welschensteinach vor.

Leitung wird aufgeweitet

Die Anschlusstelle in Steinach biete sich auch deshalb an, weil der Zweckverband Wasserversorgung Kleine Kinzig (ZV WKK) vom Regierungspräsidium Freiburg aufgefordert wurde, die bestehende Wasserleitung aus dem Kinzigvorland im Bereich Steinach herauszulegen, da eine Renaturierungsmaßnahme dies erforderlich mache.

Die Leitungstrasse soll zwischen Steinach und Biberach auch aufgeweitet werden, was durch den Anschluss Offenburgs ohnehin erforderlich sei.  

Vorgesehen ist, die Wasserleitung auf der Gemarkung Steinach von Biberach kommend in Richtung Steinach hinter dem Lärmschutzwall bei Lachen die B 33 kreuzen zu lassen, sodass die Leitung auf die Nordseite wechselt. In dem befestigten Weg wird die neue Leitung bis zur Leitung des ZV WKK geführt und dort in ein Bauwerk eingebunden, das eigens dafür errichtet wird.

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Bessere Auslastung

Der Geschäftsführer des ZV WKK, Maik Zinser, ist sicher, dass die Mitgliedschaft Offenburgs langfristig zu einer besseren Auslastung führen wird. Bedenken aus dem Steinacher Gemeinderat, das Kleine-Kinzig-Wasser könnte künftig nicht mehr für alle Interessenten ausreichen, trat er entgegen.

„Wir sind derzeit bei einer Auslastung von weniger als 50 Prozent“, betonte er. Die Talsperre befinde sich in einer der niederschlagsreichsten Regionen. Die Kommunen hätten sich in den 70er-Jahren zudem teils viel zu hoch eingekauft, da mit deutlich höherem Bevölkerungswachstum und Wasserverbrauch gerechnet wurde, als letztlich eingetreten sei.  

Anschluss bei Lachen?

Günter Schmidt (FWV) fragte, ob ein zusätzlicher Anschluss im Bereich Lachen möglich wäre, um Wasser in höhergelegene Gebiete pressen zu können, falls die Außenbereiche eines Tages an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen werden sollten.

Das sei kein Problem, versicherte Rhode. Die OWV habe allen Kommunen, über deren Fläche sie geht, zusätzliche Anschlüsse angeboten – wovon diese auch Gebrauch gemacht hätten. 

Der Gemeinderat nahm die Ausführungen zur Kenntnis. Im nächsten Tagesordnungspunkt ging es dann gleich noch mal um die Offenburger Wasserversorgung: Einstimmig stimmten die Steinacher Räte Probebohrungen im Zuge des geplanten Trassenbaus auf Steinacher Gemarkung zu. 

Info

Offenburg will zweitest Standbein für Wasserversorgung

Die Offenburger Wasserversorgung GmbH (OWV) plant seit Längerem ein zweites Standbein für die Wasserversorgung. 
Das Einzugsgebiet der Offenburger Wasserversorgung sei lediglich gegen ein hundertjährliches Hochwasser geschützt – da extreme Wetterereignisse durch den Klimawandel immer häufiger werden, bestehe die Gefahr, dass es eines Tages überschwemmt wird und die Trinkwasserversorgung Offenburgs dadurch gefährdet wird. 
Nach Untersuchungen, ein weiteres Gewinnungsgebiet in der Rheinebene zu finden sowie die Untersuchung zur weitergehenden Wasseraufbereitung zur Beseitigung von möglichen Spurenstoffen bei Hochwasserereignissen, entschied der Stadtrat von Offenburg, einen Wasseranschluss an den Zweckverband Kleine Kinzig zu suchen. Zu diesem Zweck wurde die OWV bereits 2017 Mitglied im Zweckverband. 
Größtenteils entlang der B33 soll deshalb eine neue Wasserleitung von Offenburg ins Kinzigtal gebaut werden – teilweise seien schon Leitungen im Zuge des B33-Ausbaus mitverlegt worden. Die ursprüngliche Planung der Wasserleitungs­trasse sah einen Anschluss im Bereich Entersbach in Zell vor. Durch Bedenken aus Biberach aufgrund der bestehenden Geologie (Überschwemmungsgebiet, hohe Grundwasserstände) und geplante Gewerbegebiete sei man nun weiter in Richtung Steinach gerückt. 
Ziel sei, 2021 mit dem Bau der Haupttrasse beginnen zu können und 2023 mit den Arbeiten fertig zu sein. Die Kosten für die OWV werden sich nach derzeitigem Stand auf 18,7 Millionen Euro belaufen. 

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