Kolumne "Schees Wucheend"

Wenn schu koi Fasent, denn wenigschtens ä rächte Winter

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
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15. Januar 2021

©Claudia Ramsteiner

Die Kolumne heute mal wieder auf Alemannisch. Sie geht unter anderem der Frage nach, warum gerade so viel Schnee fällt. 

De Schnee un d Fasent kennte ihre beidi gstohle bliibe, hät geschtern eini zu mir gsait. De Schnee tät nix als Probleme moche, wenigschdens  bi de Fasent häb sie dies Johr Glick. Debii isch es doch eifach schee, dass mir vier Johreszite hän, un dass jedi Johreszit ihre Bsunderheite hät. S Frühjohr mit de erschde Blueme im Garde, mit de Fraid uf wärmere Sunnestrahle, mit Oschtere, Himmelfahrt un em erschte Kopfsalat im Garde. De Summer mit Hitz un Bade un Grille und große Ferie un laue Summernächt. De Herbschd mit Truubele, neuem Wii, Zwiebelkueche, goldigi Wälder un ab un zu eme Sauwetter, aber au mit em Trauermonet November, wo zeigt, dass alles au ä End hät. Un zum Winter ghere Wihnachte, Schnee, Silveschder un nadirlich d Fasent.      

I hab’s gern, wenn d Johreszitte so sin, wie sie sii solle, und wenn mer sich vun de ei uf die onder fraie ko. Un jetz isch halt Winter, und es wär koi rächte, wenn er net au ä Huffe Schnee bringe dät. Schee, dass au mir im Dal endlich ebbes devu abkriege – un dass mer d Kinder eifach nu mit dem Schlitte nus schicke ka, un drei Stund später kumme sie mit rote Backe wieder heim un 
schlofe am Obe bizitte ii.

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Der Winter hämmer halt net bloß Schnee, der derft jedes Johr kumme, sondern au Corona, des Glump ka s nägschd Johr gern wieder  furt bliibe. Mer ka jo bloß staune, was Schnee un Corona mit de Lit mocht. Alli hocke si ins Auto un fahre genau dert na, wo alli ondere au na fahre und versperre dermaße d Stroße, dass net emol ä Feuerwehr oder ä Rettungswage durchkumme dät. Schad, dass gege Bledheit immer no kei Impfstoff gfunde wore isch.   

Debii hän mir doch so viel Schwarzwald, dass es fir alli reiche dät. Langlaufe in St. Roman oder uf em Fohrebühl, bim Schneeschuehwandere zum Karlstein oder uf de Farrekopf kummt eim sogar am Sunndig kaum ebber vegege – un wenn, kummt mer garantiert virefrei anenander vorbei. Un zum Schlittefahre git’s überall grad Häng gnueg. Im Notfall zeigt mer de Kinder, wie mer ä Schlittebahn dappe duet – mir sin friehner no selber uf die Idee kumme. Un denoch ä heißi Nudelsupp: Git’s ebbs Bessers?
I glaub, de Hergott hät denkt, wenn die arme Lit in dem Johr schu net uf d Fasent gu kenne, no solle sie wenigschdens ä rächte Winter haa. Donkschee!
Ä schees Wucheend!
 

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