Kinzigtal

Wie es um das Entwicklungspotenzial für Gewerbe im Kinzigtal steht

Autor: 
Stephanie Baumbach
Lesezeit 4 Minuten
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17. April 2021
Der Blick auf das interkommunale Gewerbegebiet (Interkom) in Steinach. Eine Erweiterung könnte bald wieder heftig diskutiert werden.

(Bild 1/2) Der Blick auf das interkommunale Gewerbegebiet (Interkom) in Steinach. Eine Erweiterung könnte bald wieder heftig diskutiert werden. ©Lars Reutter

Eine der Haupteinnahmequellen der Kinzigtäler Kommunen ist die Gewerbesteuer. Um die generieren zu können, müssen sich lokale Betriebe erweitern und neue Firmen ansiedeln können. Doch vielerorts wird der Platz knapp – aus verschiedenen Gründen. Wir haben in Kinzigtäler Rathäusern nachgefragt, wie es vor Ort um die Gewerbeflächen bestellt ist.

Wolfach steht laut Hauptamtsleiter Dirk Bregger mit privaten Eigentümern in Gesprächen, um neue Gewerbeflächen zu gewinnen. Allerdings „sind die wenigen Flächenpotenziale leider nicht kurzfristig verfügbar“. Die Stadt sehe sich mit einer speziellen baulichen Schwierigkeit bei der Bahnunterführung auf dem Schmelzegrün konfrontiert. Das Nadelöhr verhindert die Erschließung weiterer Flächen jenseits der Bahnlinie. Im laufenden Jahr sollen daher laut Bregger die Gespräche mit der DB Netz AG intensiviert werden, um die Erschließung der städtischen Gewerbeflächen angehen zu können. Im Sägegrün könnten durch die geplanten Hochwasserschutzmaßnamen weitere Gewerbefläche entstehen. Wie Bürgermeister Thomas Gep­pert Anfang Februar im Gemeinderat mitteilte, könne mit dem Baubeginn der Schutzmaßnahmen im Spätjahr gerechnet werden. Oberwolfach verfüge über keine kommunalen Gewerbeflächen mehr, teilt Hauptamtsleiter Anton Schöner mit.

Topografische Hürden

In Bad Rippol­­­ds­­­au-Schapbach stehen laut Gitta Neumaier 3366 Quadratmeter im Gewerbegebiet Künstlehof im Ortsteil Schapbach zur Verfügung. Es habe mehrere Anfragen gegeben, allerdings sei der Platz durch die besondere topografische Lage in einer Senke begrenzt. Er eigne sich daher nur für kleinere, mittelständische Unternehmen. Daneben liegen das verwaiste Peterstaler-Areal und die ehemalige Kurklinik im Ortsteil Bad Rippoldsau weiter brach.

In Schiltach ruhe momentan das Gewerbegebiet Vor Leubach, teilt Hauptamtsleiter Michael Grumbach mit. Grund dafür sei die fehlende Nachfrage. Man sei allerdings in der Lage, rasch zu reagieren, falls es eine Anfrage gebe, versichert Grumbach. Potenzielle Gewerbeflächen in Schenkenzell gäbe es nur noch aus privater Hand, erklärt Bürgermeister Bernd Heinzelmann.

Interkom könnte wieder Thema werden

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Haslach verfüge über keine eigenen Flächen, teilt Andreas Cziep vom Bauamt mit. Auch Steinach verfüge über keine freien Gewerbeflächen, sagt Bürgermeister Nicolai Bischler. Die Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebiets wurde 2015 durch einen Bürgerentscheid verhindert. Allerdings läuft die Bindungsfrist eines Bürgerentscheids nach drei Jahren ab, sodass dazu neue Verhandlungen stattfinden könnten. Nicht öffentlich hatte der Steinacher Gemeinderat 2020 in seiner Klausurtagung über das Thema gesprochen. Das Unternehmen Burger Industriewerk verkündete im Februar die Schließung des Werks in Welschensteinach. Was mit den zwei Produktionshallen geschehen soll, ist noch nicht bekannt.

Auch in Mühlenbach seien alle kommunalen Flächen vergeben, berichtet Hauptamtsleiter Christian Hofstetter. Private Angebote gebe es keine. Hauptamtsleiter Mike Lauble sei nicht bekannt, dass es im Gewerbegebiet Mühlenmatte in Hofstetten noch freie Plätze gebe. Auch Fischerbach habe momentan keine eigenen Gewerbeflächen, teilte Bürgermeister Thomas Schneider mit.

Bauamtsleiter Hermann-Josef Keller berichtet, dass man in Hausach die Grenzen der freien Gewerbebauflächen erreicht habe. Die ursprünglich geplanten Flächen Neumatte und Hasenfeld seien mit der Hochwasserrisikokarte weggefallen (Stichwort).

Das Gewerbegebiet Niederwasser sei mittlerweile voll bebaut, teilt Hornbergs Hauptamtsleiter Oswald Flaig mit. Die Flächen In der Aspen in Gutach des Zweckverbands Interkom der Kommunen Hausach, Wolfach, Hornberg, Gutach und Oberwolfach seien ebenfalls voll bebaut, die letzte große Fläche sei an die Firma Leber Hygiene-Service vergeben worden. Im Zentrum für Innovation und Gewerbe (ZIG) des Interkom in Hornberg könnten aktuell noch Büro- sowie Produktionsflächen angemietet werden, bestätigt Flaig.

Neuigkeiten für Gutach

In der Gemeinderatssitzung im April möchte der Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert einen neuen Bauherren vorstellen. Gemeinsam möchte man die Pläne für rund 6000 Quadratmeter kommunale Gewerbefläche im Hirschacker präsentieren. „Hier geht es um Arbeitsplätze, Investition und Gewerbesteuer“, verkündet Eckert. Für die restlichen 2500 Quadratmeter kommunale Gewerbefläche gebe es bereits zwei Interessenten.

Stichwort

Hochwasser

Nicht überall, wo auf den ersten Blick Platz wäre, darf gebaut werden: Die Hochwasserrisikokarten setzen sowohl für private als auch für gewerbliche Maßnahmen Grenzen.

Vielen Kommunen an Wolf und Kinzig macht das Hochwasserrisiko zu schaffen. Einige potenzielle Areale sind der Aktualisierung der Hochwasserrisikokarte „zum Opfer“ gefallen – etwa in Hausach. Aus der Gefahrenkarte resultierende Schutzmaßnahmen bieten aber auch Chancen, neue Gewerbefläche zu erschließen – so wie derzeit in Wolfach geplant.

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