Mittleres Kinzigtal
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Wie im Kinzigtal der Start ins zweite Corona-Abitur ausfiel - prev

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15. Mai 2021
Ganz so klein ist der Abiturjahrgang des Hausacher Wirtschaftsgymnasiums nicht. Aber Deutsch ist kein Pflichtprüfungsfach - und so haben sich nur elf Schülerinnen der insgesamt 31 Prüflinge dafür entschieden. 

Ganz so klein ist der Abiturjahrgang des Hausacher Wirtschaftsgymnasiums nicht. Aber Deutsch ist kein Pflichtprüfungsfach - und so haben sich nur elf Schülerinnen der insgesamt 31 Prüflinge dafür entschieden.  ©Claudia Ramsteiner

Für nur knapp über 100 Abiturienten begannen am Dienstag an den Kaufmännischen Schulen in Hausach, an den Beruflichen Schulen in Wolfach und am Schwarzwaldgymnasium in Triberg die Prüfungen.

Mit dem Fach Deutsch begannen gestern die Abiturprüfungen in Baden-Württemberg. Extrem wenige Prüflinge treten in diesem Jahr im Mittleren Kinzigtal an. Das liegt zum einen daran, dass am Robert-Gerwig-Gymnasium gar keine Prüfungen stattfinden (siehe „Stichwort“), und dass auch die anderen Gymnasien in diesem Schuljahr eher kleine bis sehr kleine Jahrgänge zum Abitur führen.

Im Wirtschaftsgymnasium der Kaufmännischen Schulen ist es ein „Minijahrgang“ von nur 31 Schülern. „Es haben auch relativ viele aufgehört“, sagt Michael Zürn, stellvertretender Schulleiter und Abteilungsleiter fürs WG. Er kann sich aber auch nicht erklären, warum gerade dieser Jahrgang so winzig ist – im nächsten Jahr seien es wieder fast doppelt so viele.

Kurzfristige Ministeriums-Ansage

Die sehr kurzfristige Ansage des Kultusministeriums, dass die Testpflicht für die Prüfungen aufgehoben ist und für getestete wie für ungetestete Prüflinge verschiedene Räume vorzuhalten sind, kam in den Schulen des Landes nicht besonders gut an. „Wir haben den Schülern empfohlen, sich nicht testen zu lassen, denn ein positiver Test – und bei den Schnelltests gibt es nun mal auch vermeintlich positive Tests – hätte zum Ausschluss geführt“, sagte Michael Zürn.

Die dringende Empfehlung des Kultusministeriums, die Abiturienten in den letzten zwei Wochen vor der Prüfung in den Online-Unterricht nach Hause zu schicken, um mögliche Ansteckungen zu vermeiden, nahm man aber an. Nach der Selbstisolation fühlen sich die Schüler dann auch ziemlich sicher – Masken und Abstände taten noch ihr übriges.

Immerhin braucht die Schule so keine zwei Räume und keine doppelten Aufsichten stellen, „wir hätten sonst die übrigen Klassen heimschicken müssen“, so Zürn. „Das sind erwachsene junge Menschen, die sind verantwortungsbewusst und wissen, worauf es ankommt“, wähnte er die Wirtschaftsgymnasiasten trotz Pandemiebedingungen und Onlineunterricht gut vorbereitet.

Nur elf „TGler“

Auch die Beruflichen Schulen in Wolfach haben in diesem Jahr einen eher kleinen Abiturjahrgang, 30 im Profil Sozialwissenschaften (SG) und nur elf im Profil Technik (TG). Dort seien auch in der zwölften Klasse mit der Fachhochschulreife einige bereits gegangen, erklärte Barbara Baumann, die Abteilungsleiterin für die Gymnasien. Die sinkenden Schülerzahlen seien genereller Trend, „wir werden in den nächsten Jahren keine 60 mehr zusammenbringen“, glaubt sie.

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In den Beruflichen Schulen wurde keine Empfehlung für oder gegen das Testen abgegeben, aber man habe schon grundsätzlich Verständnis geäußert, wenn sie sich nicht testen lassen wollen. „Einige Schüler haben durchaus auch ihren Gewissenskonflikt geäußert“, kritisierte auch Baumann das Kultusministerium, das offenbar selbst keine klare Entscheidung treffen wollte.

Tests zwei Tage im Voraus

In Wolfach wurde und wird zwei Tage vor der Prüfung getestet, damit bei einem positiven Schnelltest noch die Chance auf einen PCR-Test besteht. Für die Prüfungen am Montag werde sie mit einem Kollegen eigens am Samstag in die Schule kommen, um zu testen. „Räume haben wir genug“, sagt die Abteilungsleiterin, aber in den verschiedenen Räumen sind dann immerhin 25 Lehrer als Aufsichten im Einsatz: „Der Aufwand mit Online- und Präsenzunterricht ist ohnehin nicht gerade klein“.

Im Schwarzwaldgymnasium in Triberg ist es mit 36 Abiturienten auch ein eher kleiner Jahrgang. Immerhin ein Drittel davon kommt aus Hornberg. „Das hat zwischendurch mal etwas nachgelassen, inzwischen haben die Hornberger wieder den eindeutigen Trend nach Triberg, in den unteren Klassen kommen wieder viele vom Nachbarkreis“, sagt Schulleiter Oliver Kiefer.

Selbstisolation im Vorfeld

Auch in Triberg wurde keine Testempfehlung abgegeben, es hätten sich alle dagegen entschieden, sich in der Schule testen zu lassen. „Alle haben die zwei Wochen Selbstisolation sehr ernst genommen“, sagte Kiefer. Wegen der Abstände habe man sie trotzdem auf verschiedene Räume aufgeteilt. Denn nur mit großen Abständen bestehe Hoffnung, dass das Gesundheitsamt bei einem positiven Fall nicht alle aus dem Raum in Quarantäne schickt.

Anders als der Ortenaukreis hat der Schwarzwald-Baar-Kreis eine Inzidenz von mehr als 270 – die Schulen sind schon seit einiger Zeit geschlossen. So habe man Räume genug, und die Lehrer, die als Aufsicht gebraucht werden, geben ihren Klassen daheim im Online-Unterricht in dieser Zeit „Langzeitaufträge“. Der Aufwand, den alle Schulen betreiben müssen, um ein sicheres Abitur zu ermöglichen, sei sehr hoch, betont Oliver Kiefer.

„Nun hoffen einfach alle, dass die zwei Wochen ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen.“ Dennoch sei es so, dass die Abiturienten in diesem Jahr mit der Pandemiesituation besser umgingen als im letzten Jahr, als alles noch sehr neu war.

Info

Kein Abi am RGG

1952 wurde in Hausach zum ersten Mal die Reifeprüfung abgelegt. In diesem Jahr gibt es am Robert-Gerwig-Gymnasium seit 69 Jahren zum ersten Mal keine Abiturprüfungen. Der Grund: Das Gymnasium stellt wieder um von G8 auf G9 – das heißt, von acht auf neun Schuljahre bis zum Abitur. Das bescherte der Schule zu Beginn der Umstellung einen doppelten Jahrgang und in diesem Jahr gar keinen. Im nächsten Jahr machen die ersten „G9er“ ihr Abitur.

Info

Alle entscheiden sich für das Essay „Alles fürs Klima?!“

Sehr entspannt kommen vier Wirtschaftsgymnasiastinnen kurz nach 15.30 Uhr aus der Schule: Die Zeit hat gut gereicht, alle aus ihrer Klasse haben sich für das Essay-Thema „Alles fürs Klima?!“ entschieden, und es sei gut gelaufen.

Die Vorbereitungen seien teilweise schon stressig gewesen, da der Online-Unterricht nur nachmittags stattfinden konnte, weil morgens ja Präsenzunterricht für die restlichen Schüler in der Schule war, sagt Anna-Lena Bitch. Aber die Lehrer hätten sich sehr bemüht und seien wirklich immer für sie da gewesen. Das findet auch Tatjana Lehmann. Trotzdem sei es halt „kein Vergleich zum Präsenzunterricht“.

„Man hat irgendwann gelernt, damit umzugehen“, meint Tamara Neumaier. Selbst an das Maskentragen habe man sich gewöhnt, auch wenn es während der Prüfungen schon sehr anstrengend sei. Für sie alle stehen nun noch die Prüfungen in Wirtschaft und Mathematik an sowie noch eine mündliche Prüfung in Englisch oder Spanisch.

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