Magdalena Deras Reisetagebuch (24)

Wie kann man auf Reisen sparen?

Autor: 
Magdalena Dera
Lesezeit 4 Minuten
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25. April 2019

Magdalena Dera (Dritte von links) mit ihrer »Hostel-Familie« in Taipeh. ©Magdalena Dera

Seit mehr als zwei Jahren tingelt Magdalena Dera aus Hausach durch Asien. In einer Kolumne teilt sie alle zwei Wochen ihre Erlebnisse mit den Lesern des Offenburger Tageblatts. Heute geht es um die Reisekasse.
 

Wie finanzierst du dir eigentlich diese Reise?«, ist eine häufig gestellte Frage, wenn ich von meiner mehr als zweijährigen Asienrundreise erzähle. In erster Linie lebe ich von meinen Ersparnissen. Asien ist, im Vergleich zu anderen Kontinenten, eine sehr preiswerte Reisedestination, sodass ich mit zehn bis 20 Euro am Tag sehr gut auskomme. Da ich bereits lange unterwegs bin, verweile ich an Orten länger als der Durchschnittstourist und habe daher keine täglichen Ausgaben für Ausflüge, Eintrittsgelder und Transportmittel, sondern lediglich für Verpflegung und Unterkunft. 

In Straßenküchen oder lokalen Restaurants ist das Essen günstig und sehr lecker. Bei Unterkünften lege ich wenig Wert auf Luxus, sondern buche möglichst günstig eine gute Bleibe im Mehrbett- oder Doppelzimmer. Schließlich verbringe ich die meiste Zeit sowieso außerhalb der Unterkunft und erkunde die Umgebung. Bei Einkäufen auf Märkten oder bei der Buchung von Ausflügen über lokale Dienstleister akzeptiere ich nie den erstgenannten Preis, denn bei Touristen wird gern der doppelte Preis angesetzt, sei es für eine Ananas, ein T-Shirt oder den Tagesausflug.

»Workaway«

Auch mit »Workaway« habe ich meine Reisekasse schonen können. Auf entsprechenden Plattformen können Sie weltweit Angebote zu unentgeltlichen Anstellungen in Hostels, auf Farmen oder in sozialen Einrichtungen finden: fünf Stunden Arbeit an fünf Tagen die Woche für gratis Kost und Logis. So habe auch ich drei Wochen in Taipeh in einem Hostel gearbeitet und fleißig Betten frisch bezogen, Zimmer geputzt, Frühstück zubereitet, die Gäste bespaßt oder durch die Stadt geführt. Dafür gab es kostenfreie Übernachtungen, gratis Frühstück und ein kleines Taschengeld für das Abendessen. Die Arbeit machte mir viel Spaß, und ich hatte  nach meinen Schichten und an freien Tagen genug Freizeit, um Taipeh zu erkunden und Zeit mit den anderen freiwilligen Mitarbeitern, meiner Hostel-Familie, zu verbringen.  

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Ein großer Kostenblock auf Reisen ist mitunter auch die Fortbewegung. So nutze ich selten Taxis, sondern versuche zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Leihen eines Rollers zu meinem nächsten Ziel zu gelangen. In Japan waren die Busticketpreise aber so teuer, dass ich mich schließlich für das Reisen per Anhalter entschied. Zwar war es mir im ersten Moment sehr unangenehm, mich mit einem Schild sowie meinem ganzen Gepäck an den Straßenrand zu stellen und den Daumen hochzuhalten, doch bei diesen Bus- und Zugticketpreisen hatte ich in Japan keine andere Wahl. Schließlich konnte ich so bis zu 50 Euro für eine 500 km Strecke sparen. 

Das Trampen gestaltete sich überraschenderweise einfacher als gedacht, und ich lernte interessante Leute kennen. Offene und hilfsbereite Menschen habe ich auch über das Gastfreundschaftsnetzwerk Couchsurfing kennengelernt. Auf dieser Plattform bieten Menschen auf der ganzen Welt einen freien, kostenlosen Schlafplatz in ihrer Wohnung an. Das kann die Isomatte auf dem Boden sein, das Sofa oder ein Gästebett. 

Couchsurfing

Sie übernachten also bei einer Ihnen völlig fremden Person, die Sie nur über ein Internet-Profil kennen. So machte ich es mir zur Abwechslung in einem kleinen Studentenappartement, einer traditionellen japanischen Wohnung auf einer Futon-Matte oder im Nebenzimmer einer Apotheke bequem. Damit konnte ich gelegentlich die Kosten für Übernachtungen in Städte mit teuren Unterkünften umgehen. 

Doch nicht nur das. Ich führte nette Gespräche mit meinen Gastgebern und lernte ihre Stadt und ihr Land aus der Sicht eines Einheimischen kennen. Die Erfahrungen beim Reisen per Anhalter, Couchsurfen oder Arbeiten im Hostel gehen für mich definitiv über den finanziellen Aspekt hinaus. Nur weil ich clever mit meinen Euro haushalte, verhandle und mich auf diese anderen, für viele »unangenehmen« Abenteuer einlasse, bedeutet Geld sparen für mich nicht unbedingt Verzicht. Es ist für mich eher ein Zugewinn an neuen, unerwarteten Erlebnissen und ein Ausbrechen aus meiner Reise-Komfortzone, denn für das Schlafen im Hostel, Fortbewegen im Reisebus und Arbeiten für Lohn kann ich mich jederzeit wieder entscheiden.    
 INFO: Am 9. Mai berichtet Magdalena Dera über »Java – eine Insel voller aktiver Vulkane«.

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