Notbetreuung im St. Josef
Dossier: 

Wie sieht es aktuell im Oberwolfacher Familienzentrum aus?

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09. April 2020

Im Familienzentrum St. Josef in Oberwolfach ist es aktuell sehr ruhig ©Archivfoto: Tobias Lupfer

Acht Kinder werden derzeit im Oberwolfacher Familienzentrum St. Josef in einer Notgruppe betreut – und das auch über die Osterferien. Für alle anderen Kinder gibt es täglich Bastel- und Spieletipps

„Wir nutzen die Zeit, um an unserer Konzeption zu arbeiten“, sagt Simone Schmider, Leiterin des Familienzentrums St. Josef in Oberwolfach. Seit dem 17. März sind unter anderem Kindergärten und Schulen in Baden-Württemberg geschlossen (wir berichteten) – vorerst bis zum Ende der Osterferien. Das ist Sonntag, 19. April. „Ob und wie wir dann wieder mit dem Schul- und Kitabetrieb starten, kann heute noch nicht zuverlässig gesagt werden. Wir bereiten uns auf verschiedene Szenarien vor. Sicher wird nicht alles auf Knopfdruck wieder anlaufen, wie es am 16. März enden musste“, heißt es am Montag in einem Schreiben der Kultusministerin Susanne Eisenmann, das sie an alle Schulen und Kindertageseinrichtungen geschickt hatte. „Gleich nach Ostern werden wir mitteilen, ob ab 20. April ein Wiedereinstieg in Stufen an den Schulen und Kitas möglich ist und wie er konkret aussehen soll. Die Abschlussklassen, die sich auf die Prüfungen vorbereiten, stehen an den Schulen dabei besonders im Fokus“, so Eisenmann .

Systemrelevante Berufe

So lange muss auch Schmider warten. „Ich weiß noch gar nicht, wie es weitergeht. Es bleibt spannend.“ Eigentlich hätte das Familienzentrum in der kommenden Woche Osterferien. „Aber wir bleiben offen.“ Denn aktuell sind dort acht Kinder angemeldet, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Eltern also, die zum Beispiel Ärzte, Pfleger, Verkäufer oder Polizisten sind. Es seien aber nie alle acht Kinder gleichzeitig da, so Schmider. Im Schnitt sind es drei. Das liegt unter anderem daran, weil das Familienzentrum die flexiblen Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr weiter anbietet. Unter den acht Kindern sind zwei Schulkinder, die im St. Josef mit betreut werden. Auch in regulären Zeiten bietet das Oberwolfacher Familienzentrum eine Schulkindbetreuung an. Aktuell gibt es in der Wolftalschule deshalb keine Notgruppe. 

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Die freie Zeit nutzt das St.-Josef-Team, um sich neue Ideen für die Kinder auszudenken, die Räume mal gründlich zu putzen oder neue Materialien anzuschaffen. Alles, was sonst im Alltag eher nicht so viel Zeit findet. So wurden zum Beispiel auch die letzten Werkzeuge für den Bauwagen, der auf dem Waldplatz auf dem Spinnerberg steht, eingekauft. „Der Bauwagen ist jetzt fertig eingerichtet“, freut sich Schmider. Es sei jedoch schon komisch, dass fast keine Kinder im Haus seien. „Sie fehlen uns“, betont die Leiterin „Aber die Mitarbeiter sind motiviert, probieren Neues aus oder bereiten Sachen vor.“ Es seien zudem alle gesund und fit.

Tipps über Eltern-App

Die Eltern, die sich aktuell allein um ihre Kinder kümmern, werden aber nicht komplett vom Familienzentrum allein gelassen. Über die Eltern-App bekommen sie täglich Tipps für Spiele oder Bastelideen. Für Geburtstagskinder gibt es zudem eine Extra-Überraschung. Und zu Ostern bekommen alle Kinder Post. 

 
Stichwort

Eine weitere Notgruppe in Schiltach

Viele Notgruppen gibt es im Wolftal und im Oberen Kinzigtal nicht. Das Familienzentrum St. Josef ist fast schon eine Ausnahme. Lediglich im Schiltacher Kindergarten Zachäus werden derzeit drei Kinder betreut, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. „In der Grundschule Schiltach/Schenkenzell und im Kindergarten St. Martin gibt es Stand heute noch keine Notbetreuung“, informiert Hauptamtsleiter Michael Grumbach auf OT-Anfrage. Auch im Schenkenzeller Kindergarten werden laut Bürgermeister Bernd Heinzelmann keine Kinder betreut, weil es auch dort bislang keine Anfragen gab. 

So sieht es auch in Bad Rippoldsau-Schapbach aus. „Da bei uns in der Gemeinde kein Bedarf besteht, haben wir keine Notgruppen in den Kindergärten sowie in der Schule“, fasst Nina Schmieder vom Rathaus-Team zusammen. 

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