Hausach/Oberwolfach

Windpark Hohenlochen im Winterschlaf

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19. Januar 2021

Nach der Schneefräse wurde Material auf den Weg aufgebracht. Vergeblich, denn kurz darauf war der freigefräste Weg wieder zugedeckt. Nun ruhen die Arbeiten, bis die Wetterlage die Wiederaufnahme zulässt.   ©Badenova

Der Transport der Windflügel scheitert an den Schneemassen – ein Flügel „parkt“ an der „Bettelfrau“. Erste Anlage soll „in den nächsten Wochen“ ans Netz gehen. 

Wer es schafft, mit Schneeschuhen bis zum Hohenlochen zu kommen, der entdeckt dort eine Baustelle im Winterschlaf – und auf dem Weg dorthin ein einsamer Rotorflügel auf einem Selbstfahrer – tief eingeschneit bei der „Bettelfrau“. 
Noch im Oktober hatte Badenova verkündet, dass die erste der vier Windkraftanlagen noch im vergangenen Jahr in Betrieb gehen soll – und dass im November die restlichen Flügel auf den Berg transportiert würden. Auf OT-Anfrage nach dem weiteren Zeitplan teilte Yvonne Schweickhardt am Montag mit, dass die Anlage 1 auf dem Hohenlochen komplett fertig gebaut, aber noch nicht in Betrieb genommen sei. Sie soll aber „in den kommenden Wochen erstmals Ökostrom produzieren.“ Aufgrund der bekannten Verzögerungen im August (wir berichteten) sei im November dann der Selbstfahrer anderweitig vergeben gewesen.

Die Anlage 2 habe bereits eine fertig montierte Gondel, die Rotorblätter fehlen aber noch. Aktuell seien vier Rotorblätter an der Windpark Baustelle: Drei montiert bei Anlage 1 und eines beim Montageplatz der Anlage 2. Neben dem „kalt erwischten“ Rotorblatt bei der Bettelfrau lagern am Ortseingang in Zell sieben Flügel, die auf den Transport warten. 

Kran nicht im Einsatz

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Nicht nur der Schnee ist offensichtlich ein Hindernis: „Transportgenehmigungsauflagen und Sicherheitsvorkehrungen führen laut Badenova regelmäßig zu Behinderungen bei der Ortseinfahrt“, schreibt die Badenova in einer Pressemitteilung und dankt für die Geduld der Anwohner. Die knapp 100 Meter hohen Masten der Anlagen 3 und 4 ragen derzeit noch  „nackt“ in den Himmel. 

Bis auf die Rotorblätter seien aber alle wichtigen Komponenten bereits in der Nähe gelagert und warten darauf, dass der Kran wieder seinen Betrieb aufnehmen kann. „Aktuell sind die Ausleger der Kräne aus Sicherheitsgründen heruntergeklappt – und wie alles mit einer immer dicker werdenden und wie Milchschaum anmutenden Schneehaube bedeckt“, heißt es in der Pressemitteilung. Wann der „Dornröschenschlaf“ der Baustelle endet, liegt an den Witterungsverhältnissen. Man wolle die Inbetriebnahme nicht länger als nötig verschieben. 

Selbstfahrer kapituliert

Der Selbstfahrer mit seinen zehn Achsen und 80 Reifen sei zwar ein Allroundtalent, doch bei den aktuellen Bedingungen müsse selbst dieser kapitulieren, wird in der Pressemitteilung Projektleiter Sebastian Schüßler zitiert. Ortsansässige Landwirte und die Räumdienste der angrenzenden Kommunen seien aber unermüdlich im Einsatz gewesen, um die Schneemassen beiseite zu räumen. Sogar eine große Schneefräse räumte die Massen beiseite – die Freude darüber sei aber nur von kurzer Dauer gewesen. Es kam neuer Schnee und zwang den Selbstfahrer bei der Bettelfrau in den „Lockdown“. 

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