Prechtaler Schanze

Windräder produzieren mehr Strom als geplant

14. Oktober 2016
&copy Claudia Ramsteiner

Morgen vor genau einem Jahr feierte das E-Werk Mittelbaden den Start für die ersten drei Windräder des Windparks »Prechtaler Schanze«. Wir fragten, wie es mit der Stromproduktion aussieht und warum die Windräder immer wieder mal still stehen.
 

Am 16. Oktober drückte Landesumweltminister Franz Untersteller auf den Knopf und nahm die ersten drei von sechs Windkraftanlagen des Windparks »Prechtaler Schanze« in Betrieb. Es waren die ersten, die nach dem neuen Windenergieerlass der Landesregierung gebaut wurden.

19 Millionen Kilowattstunden Strom sollten sie jährlich produzieren, prophezeite das E-Werk Mittelbaden damals. Wir hakten nun nach: Haben sich die Prognosen erfüllt? »Sie haben sich übererfüllt«, freute sich Martin Wenz, Geschäftsführer für Erneuerbare Energien beim E-Werk Mittelbaden. Die ersten drei Räder haben zum Stand gestern 21,6 Millionen Kilowattstunden ins Netz gespeist – das sind immerhin gut 13 Prozent mehr als prognostiziert.

Keine netzbedingten Abschaltungen 

Und dennoch sieht man immer wieder mal Windräder still stehen – obwohl der Wind weht. Für Windkraftgegner oft ein Argument gegen die Windenergie, weil »Windräder wegen der Überproduktion abgestellt werden müssen, weil das  Stromnetz überlastet sei«. Das sei in unserer Region garantiert nicht der Fall, erläutert Wenz. »Bei uns wird so viel Strom verbraucht, da hat es noch nie eine netzbedingte Abschaltung gegeben.« Auch wenn der Windkraftbau weiter voranschreite, sei das sicher nie ein Problem, »da müssten wir wirklich noch sehr viele bauen«, so Wenz.

Dass immer wieder Windräder still stehen, liege an der Wartung. »Sie müssen sich das vorstellen wie bei einem Auto in der Einfahrphase«, so Wenz. Im ersten Betriebsjahr gebe es da noch ein recht dichtes Wartungsbüchle. Aber auch künftig müssten die Windkraftanlagen in regelmäßigem Turnus gewartet werden, »die sollen ja 25 bis 30 Jahre lang halten«. 

Energiepfad

Mit dem Ertrag der restlichen drei Windräder des Windparks »Prechtaler Schanze«, die im Lauf dieses Jahrs ans Netz gingen, sei man ebenso zufrieden, auch sie würden mehr Strom liefern als die eher vorsichtigen Prognosen.
Am Landwassereck beginnt und endet der knapp sechs Kilometer lange »Energiepfad«, auf dem man den Windrädern sehr nahe kommt. Wer anschließend auf der Sonnenterrasse des Höhengasthauses Landwassereck einen Kaffee trinkt, hat fünf Windräder direkt im Blick. Ein Problem für den Wirt? »Es war während der Bauphase ein großes Problem«, sagt Armin Mauritsch. Weil in Gutach und Elzach Sperrschilder standen – die zwar nur für den einstündigen Transport galten, aber dennoch potenzielle Gäste abschreckten, aufs Landwassereck überhaupt hochzufahren. 

Windkrafttourismus

Jetzt, wo die Windräder fertig sind, profitiere er eher vom »Windradtourismus«. Möglicherweise schwäche sich das ja auch wieder ab, aber noch seien die Menschen neugierig, und auch die Führungen auf dem Energiepfad bringen natürlich Gäste ins Haus. Es gebe auch keine Lärmbelästigung, »ich glaube nicht, dass uns das schadet«, vermutet Mauritsch. Die Windräder sorgen aber für jede Menge Gesprächsstoff: »Ich diskutiere so gut wie mit jedem Gast darüber!«

Autor:
Claudia Ramsteiner

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