Alpirsbacher Klosterkirche

Winterhalter-Orgelskulptur in Alpirsbach wird zehn Jahre alt

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17. September 2018

Orgelbauer Claudius Winterhalter in Oberharmersbach baute 2008 die sogenannte Alpirsbacher Orgelskulptur. ©Archivfoto

Die erste deutsche Luftkissen-Orgel wurde vor zehn Jahren in der Alpirsbacher Klosterkirche eingeweiht. Bis zum Jahrestag des außergewöhnlichen Blasinstruments am ersten Advent sind mehrere Konzerte geplant. Beginn der Veranstaltungsreihe ist am kommenden Sonntag.

Die Winterhalter-Orgelskulptur feiert dieses Jahr ihren zehnten Geburtstag. Zu diesem Anlass findet neben dem alljährlichen Alpirsbacher Orgelsommer erstmals auch ein Alpirsbacher Orgelherbst statt. Bis zum zehnten Jahrestag der Orgel – der am ersten Adventsonntag, 2. Dezember, im Rahmen einer Matinee mit dem Orgelkonzert von Francis Poulenc gefeiert wird – finden noch drei weitere Orgelkonzerte statt: Am Sonntag, 23. September, um 11.15 Uhr und am Sonntag, 7. Oktober, um 11.15 Uhr, jeweils eine Orgelmatinee, und am Samstag, 20. Oktober um 19 Uhr eine Orgelsoiree bei Kerzenschein.

Am kommenden Sonntag, 23. September um 11.15 Uhr bestreiten zwei Preisträger des württembergischen Wettbewerbs für gottesdienstliches Orgelspiel die Matinee. Für diesen besonderen Wettbewerb sind ausschließlich nebenberufliche Organistinnen und Organisten aus dem Bereich der württembergischen Landeskirche teilnahmeberechtigt. Dieser Wettbewerb ist europaweit, vielleicht sogar weltweit, einzigartig mit dem  Ziel, die Orgelmusik als einen wesentlichen Bestandteil des Gottesdiensts in den Mittelpunkt zu stellen. 

Altersspanne von zwölf bis 61 Jahren

Die Altersspanne der Teilnehmer reicht dabei von zwölf bis 61 Jahren. Auch das Spektrum der Berufe der Kandidaten ist vielfältig. 

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Es gibt neben Schülern auch Studierende, Doktoranden, Angestellte oder Beamte. In der Klosterkirche sind die Preisträger Fiona Podolski und Martin Wessinger zu Gast. Podolski (17 Jahre alt) ist derzeit Schülerin am Christophurs-Gymnasium-Altensteig mit Profilfach Musik. Sie spielt Violine, Klavier und Orgel und ist Mitglied des Jugendsinfonieorchesters sowie im Kammerorchester Altensteig. Die Schülerin nahm bereits an zahlreichen Lehrgängen im Rahmen des Landesjugendbarockorchesters Baden-Württembergs teil. 2017 gewann sie den dritten Preis beim Wettbewerb für gottesdienstliches Orgelspiel und 2018 den zweiten Preis beim Landeswettberwerb für Jugend musiziert. 

Bäcker und Organist

Martin Wessinger, Jahrgang 1974, wohnt in Straubenhardt-Conweiler. Er ist gelernter Bäckermeister und heute als Lebensmittelkontrolleur tätig. Viele Jahre erhielt er Orgelunterricht bei den Neuenbürger Bezirkskantoren Barbara Friedburg und Martin Strohhäcker. 1992 absolvierte er die C-Prüfung und ist seitdem als Organist an der Martinskirche in Conweiler tätig. Wessinger nahm an den Wettbewerben für nebenamtliche Organisten 2008 und 2017 teil und erhielt beide Male 
einen Preis.

Podolski und Wessinger spielen Werke von Johann Sebastian Bach, Gottfried Fischer, Mendelssohn-Bartholdy und Max Reger. Der Eintritt ist frei.

Hintergrund

Orgel schwebt Zentimeter über den Kirchenboden

In Zusammenarbeit von Orgelbauer Claudius Winterhalter und dem Nordracher Bildhauer Armin Göhringer wurde die Alpirsbacher Orgelskulptur 2008 fertiggestellt und ist heute zehn Jahre alt. Sie ist fast zwölf Meter hoch. Die sich nach oben weitende Stele mit Spitzbögen an den Ecken erinnert an eine nach strengen Maßstäben gestaltete romanische Säule.

Für gewöhnliche Gottesdienste reicht der Klang der Orgel im für sie vorgesehenen Platz im seitlichen Querschiff der Alpirsbacher Klosterkirche aus. Bei besonderen Konzerten wird das Blasinstrument allerdings auf zwölf Luftkissen aus dem Querschiff in das Längsschiff gefahren. Dort ist die Akustik sowie das klangliche und visuelle Erlebnis optimal. 

Die mit hohem Druck befüllten Luftkissen heben das schwere Instrument bis zu Zentimeter an, lassen es auf einem dünnen Luftfilm schweben und so bewegen. Die Gesamtkosten für den Bau des Instruments lagen bei rund 850 000 Euro.

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