Ohrfeige auf Parkplatz

Wolfacher Taxifahrer muss Schmerzensgeld bezahlen

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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04. August 2020

Hier an einem der Parkplätze an der Vorstadtstraße ereignete sich der Parkplatzrempler, der in einer wuchtigen Ohrfeige gipfelte. ©Symbolfoto: Andreas Buchta

Wegen Körperverletzung hatte sich ein 63-jähriger Wolfacher Taxifahrer beim Amtsgericht Wolfach vor Richterin Elena Eckert zu verantworten.

Er soll am 20. Dezember 2019 kurz nach 16 Uhr einer 22-jährigen Oberwolfacherin eine „wuchtige Ohrfeige“ verpasst haben, sodass diese sich mit dem Verdacht auf eine Jochbeinfraktur ins Krankenhaus begeben musste. Gegen einen entsprechenden Strafbefehl hatte der Beschuldigte im Februar Einspruch eingelegt, weshalb in Wolfach eine öffentliche Hauptverhandlung anberaumt worden war.

„Nur ein kleiner Bums“

Der Angeklagte schilderte den Vorgang aus seiner Sicht: Er wollte in der Wolfacher Vorstadtstraße in einen Parkplatz an der Straße neben einem Lebensmittelgeschäft rückwärts einparken. Trotz Rückfahrtkamera stieß er dabei an das sich von hinten nähernde Auto der Oberwolfacherin. „Es war nur ein kleiner Bums“, berichtete er. Die Fahrerin sei aber brüllend aus ihrem Wagen gestiegen und habe ihn angeschrien, obwohl kein Schaden an beiden Fahrzeugen zu sehen gewesen sei. 

Um die stark befahrene Straße zu räumen, habe er sie aufgefordert, weiter vorne bei der Volksbank auf einen freien Parkplatz zu fahren. Dort habe sie sich jedoch wieder mitten auf die Straße gestellt und den Verkehr blockiert. Sie habe ihn weiter verbal attackiert und ihren Vater zu Hilfe gerufen. Mit ihm habe es dann auch noch eine „Rangelei“ gegeben. „Ich habe sie zu keinem Zeitpunkt geschlagen“, versicherte der Taxifahrer. „Die ist komplett ausgerastet wie eine Furie!“

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Die Oberwolfacherin, die als Zeugin der Anklage auftrat, sah den Vorfall ganz anders. Der Kontrahent sei „mit voller Wucht“ gegen ihr Auto gefahren. Sie selbst habe ihn höflich angesprochen, aber er sei immer aggressiver geworden, habe sie ausgelacht, sie mit „Halt’s Maul, du Rotzgöre“ beschimpft und ihr eine Ohrfeige gegeben. 

Ihr Gesicht sei von dem Schlag ganz geschwollen gewesen. Im Krankenhaus wurde sie wegen des Verdachts auf eine Jochbeinfraktur geröntgt, ein Verdacht, der sich bei einer späteren, zweiten Untersuchung aber nicht bestätigte. Sie sei vier Wochen krankgeschrieben worden und die Verletzung immer noch nicht restlos verheilt. Sie will über ihren Anwalt Klage auf Schmerzensgeld einreichen.

Erhebliche Geldauflage

Auch mit der Vernehmung von vier weiteren Zeugen konnte keine vollständige Klarheit über den Vorfall erreicht werden. Deshalb und um einer Verurteilung seines Mandanten zu entgehen, brachte der Verteidiger Dirk Voss den Gedanken an eine Einstellung des Verfahrens gegen ein symbolisches Schmerzensgeld auf. Die Staatsanwaltschaft stimmte im Sinne des Gewaltschutzes nach Rücksprache einer Einstellung zunächst nicht zu. 

Erst mit einer erheblichen Geldauflage, 500 Euro Schmerzensgeld und 500 Euro für die Soziale Rechtspflege Ortenau, trug die Staatsanwaltschaft die vorläufige Verfahrenseinstellung mit. „Eine Kostenentscheidung erfolgt nach der endgültigen Einstellung des Verfahrens“, belehrte die Richterin den Angeklagten.

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