Wolfach

Wolfachs Containeranlage ist bezugsfertig – aber noch leer

Autor: 
Tobias Lupfer
Lesezeit 3 Minuten
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11. August 2017

Die Containeranlage am Wolfacher Stadion: Die Module auf der rechten Seite sowie ganz hinten links beherbergen Wohneinheiten für maximal 50 Personen, in den anderen Modulen sind Sanitäreinrichtungen sowie kleine Gemeinschaftsräume. ©Tobias Lupfer

Die Container-Wohnanlage am Wolfacher Stadion ist bezugsfertig. »Was fehlt sind die Bewohner«, resümierte Bürgermeister Thomas Geppert am Donnerstag bei einem Exklusivtermin mit dem Offenburger Tageblatt. Die Verwaltung hofft auf eine baldige Zuweisung durchs Landratsamt.

»Der Aufbau ist problemlos vonstattengegangen«: Wolfachs Wohncontaineranlage zur Anschlussunterbringung steht bereit. In einem exklusiven Besichtigungstermin auf Initiative des Offenburger Tageblatts gaben Bürgermeister Thomas Geppert, Ordnungsamtsleiterin Michaela Bruß sowie Vertreter des Helferkreises um Gerhard Schrempp am Donnerstag Einblick in den Sachstand zur Flüchtlingsunterbringung in Wolfach. Die Kapazitäten sind geschaffen – doch wann das Landratsamt wie viele Personen zuweist ist noch unklar.

»Was fehlt sind die Bewohner«, betonte Geppert. Nach wie vor sei die Stadtverwaltung in engem Kontakt mit dem Landratsamt in Offenburg – doch konkrete Informationen fließen wie andernorts nur zögerlich. Schriftlich habe die Stadt »die Situation insgesamt dargelegt« und aufgezeigt, »dass wir unsere geforderte Aufnahmequote auch erfüllen könnten«. Mit der Containeranlage, den Plätzen im Alten Spital sowie den in den vergangenen Monaten geschaffenen Unterkünften im ehemaligen Rathaus Kirnbach, im Hausmeisterhaus der Herlinsbachschule und im Engelschulhaus sind die Ende des Vorjahres geforderten Kapazitäten inzwischen rechnerisch geschaffen.

100 Personen waren angekündigt

Rund 100 Personen waren wie berichtet nach der Quotenregelung für Wolfach im Jahresverlauf 2017 angekündigt. »Wir gehen immer noch davon aus, dass die auch kommen«, sagte Geppert. 15 Personen seien es dieses Jahr bisher tatsächlich für Wolfach gewesen – rund 80 sollen in den verbleibenden Monaten dementsprechend wohl noch kommen. »Genaue Zahlen haben wir da noch nicht«, betonte Bruß. 

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Aktuell liegen der Verwaltung laut Bruß sieben Zuweisungen vom Landratsamt vor. Fünf davon sind Einzelpersonen, zwei davon Familien mit je vier Personen. Für diese 13 Personen gehe es nur noch um den Umzugstermin aus den bisherigen Unterkünften. Unter anderem aus Offenburg, Gengenbach, Lahr und Oberkirch sollen Flüchtlinge nach Wolfach ziehen. Wer und wann genau folgen wird, dazu mache das Landratsamt auch gegenüber der Verwaltung noch keine genauen Angaben. »Das kann sich jeden Tag ändern«, sagte Geppert. Die Umzugstermine für die bestehenden sieben Zuweisungen sollen laut Bruß im Lauf der nächsten zwei Wochen angesetzt werden. Zum Teil sollen die Personen in der Containeranlage untergebracht werden – die ersten Bewohner, die die Anlage jemals sehen wird.

Es geht auch um Geld vom Land

Geppert rechnet mit einem baldigen persönlichen Gespräch mit Vertretern des Landratsamts und hofft auf einen raschen Zuzug. Einerseits, weil es auch dem Rathauschef schwer fällt zu erklären, warum in der ersten Jahreshälfte eiligst Wohnkapazitäten geschaffen werden mussten, wenn diese dann nicht genutzt werden. Andererseits, weil der Stichtag für die Landesförderung naht: der 15. September. 1500 Euro Kopf-Pauschale bekommen Kommunen je untergebrachtem Flüchtling für das Jahr 2017.

Geld, das die Investitionen in die Unterbringung nicht aufwiegt, für die Stadt aber doch wichtig ist. »Das ist irgendwo notwendig«, betonte Geppert, »dann hätte man zumindest einen Teil der Anlage refinanziert.« Inklusive Herrichten des Platzes wurden für die Containeranlage insgesamt gut 300 000 Euro fällig.

Stichwort

Containeranlage

Sechs Module umfasst die Anlage: Vier Wohnmodule, in einem Modul sind Toiletten, Duschen, Waschmaschinen und Herde untergebracht, in einem Modul sind ein kleiner Gemeinschaftsraum sowie ein Raum für Betreuungsgespräche. In den Wohneinheiten geht es spartanisch und eng zu: Vier Etagenbetten, ein Metallschrank, ein kleiner Esstisch sowie in einigen Einheiten auch eine Küchenzeile – alles an Raum für eine Familie oder für vier Einzelpersonen. Insgesamt sollen bis zu 50 Personen in der Anlage Platz finden.

Ab Mitte September wird es im Bauhof einen neuen Mitarbeiter geben, der neben regulären Bauhofarbeiten als technischer Dienst maßgeblich die Containeranlage betreuen soll, kündigte Bürgermeister Thomas Geppert an.
 

Stichwort

Helferkreis

Zehn Leute sind laut Gerhard Schrempp etwa derzeit aktiv, zehn weitere Helfer sind in Wartestellung. Gerade im Bereich Sprachförderung sei man aktuell gut aufgestellt. Dennoch: »Wir brauchen auf jeden Fall noch mehr Leute.«

Bereitschaft zur Mithilfe sei da, auch in den Vereinen, weiß Schrempp. Der Helferkreis ist dabei, einen Flyer mit Infos über die Arbeit, die auf Helfer zukommt, zu erstellen. Außerdem ist eine Art Leitfaden in Planung, der den Helfern bei der Lösung von Alltagsproblemen helfen soll – etwa, wohin sich ihre Schützlinge für Behördenfragen wenden oder ähnliches. Ansprechpartner für weitere Unterstützer ist Gerhard Schrempp, Telefon 0 78 34 / 8 67 03 16, E-Mail gerhard.schrempp@caritas-kinzigtal.de.

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