Hausacher Neujahrsserenade

Wolfgang Hermanns erste Neujahrsansprache

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
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03. Januar 2018

(Bild 1/3) Die Hausacher Familie Mangoufis hat sich mit Familie Flokas aus Nürnberg Unterstützung geholt, um bei der Hausacher Neujahrsserenade die griechischen Weihnachts- und Neujahrsbräuche zu präsentieren. ©Claudia Ramsteiner

Mit Versen und Liedern, der ersten Neujahrsansprache des Bürgermeisters Wolfgang Hermann und mit der Präsentation der  Bräuche einer Hausacher Volksgruppe – dieses Mal der Griechen – lockte die Neujahrsserenade des Historischen Vereins am Neujahrsabend wieder viele Menschen in die Altstadt.  

»Und wenn es euer Wille ist, lasst uns euch Christi Geburt in eurem Haus ankündigen«: Das ist Teil der »Weihnachtskalanta«, die die griechischen Kinder mit Trommeln und Triangeln von Haus zu Haus tragen. »Es gilt als Segen, die Kalanta gehört zu haben«, erklärt Athanassios Flokas. Gemeinsam mit Tochter Fani und Sohn Kostas unterstützt die Familie aus Nürnberg die »Hausacher Griechen« Georgios und Anita Mangoufis mit ihren Söhnen Konstantinos und Joannis, die in diesem Jahr im Mittelpunkt der Neujahrsserenade des Historischen Vereins stehen.

Alle gemeinsam singen sie am Neujahrsabend im Fackelschein der Burgwache vor dem »Schwabenhans« diesen griechischen Weihnachtssegen. Athanassios Flokas erzählt von Weihnachten in seinem kleinen Heimatdorf, wo am 25. Dezember morgens die Glocken läuten, in den orthodoxen Kirchen Christus begrüßt und danach dessen Geburt bei Spanferkel, Pute, Gans und Lamm, Wein und Schnaps gefeiert wird. 

Griechische Plätzchen für alle

In der Mitte stehe ein Kuchen, geschmückt mit allem, »was die Familie hat und sich wünscht«, gekrönt vom Christkind. Er symbolisiere den »Leib Christi« und werde vom Familienoberhaupt, meist vom Großvater, von Hand gebrochen und verteilt. Die Geschenke gebe es übrigens erst am Neujahrstag. Eines sei in Griechenland wie in Deutschland gleich: Die Rezepte der süßen Weihnachtsplätzchen würden von Generation zu Generation weitergegeben und jede Hausfrau sei stolz darauf, die besten von allen zu backen.

Bei der dritten Station in der Krottenau singen die Hausacher Griechen mit ihren Nürnberger Freunden die »Neu-jahrskalanta« und erzählen von der Weihe der Gewässer am 6. Januar zum Ende der Weihnachtszeit. 

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Familie Mangoufis hat nicht nur für alle Weihnachtsgebäck und Ouzo dabei, sie hat auch eine Vassilopita für alle Akteure gebacken. Dies ist ein Kuchen zu Silvester, in den eine Goldmünze (»Früher war sie jedenfalls aus Gold«) eingebacken wird. Auch sie verspricht das ganze Jahr über Glück dem, der sie findet. 

Am Handwerkerbrunnen hält Bürgermeister Wolfgang Hermann seine erste Neujahrsansprache – überwältigt von der großen Zahl der Zuhörer. Dass die Hausacher eine gute Wahl getroffen hätten, »das werde und muss ich Ihnen fortlaufend beweisen«, verspricht er. Gespannt sei er auf die erste Vergabe der Rohbau-Lose für den Bau des Kinzigtalbads: »Dies wird ein erster großer Meilenstein in Sachen Kostenrahmen sein. Hier wird sich zeigen, ob wir noch im Plan sind oder bei Abweichungen eventuell Planänderungen vornehmen müssen«, so Hermann.

Großprojekt Schule wird finanzielle Belastung

Das zweite Großprojekt, das Hausach über Jahre belasten werde, sei der Ausbau der Graf-Heinrich-Schule. Sobald die Planungen in einer Klausurtagung mit dem Gemeinderat durchleuchtet sind und »wir genau wissen, was wir wann umsetzen wollen«, werde er beim Regierungspräsidium wegen der Fördermittel vorstellig werden. Als weitere wichtige Themen nennt er den Kreuzberg für die weitere Baulanderschließung, nach Möglichkeiten für die Expansion der heimischen Unternehmen zu suchen, die Überplanung des Bahnhofsbereichs und der weitere DSL-Ausbau. Für ihn und seine Familie stehe nun zunächst der Umzug an: »Hausach wird unsere neue Heimat!« 

Gemeinsam gesungene Lieder, bedenkenswerte Verse großer Dichter und festliche Musik der Burgbläser runden die Neujahrsserenade ab. Sie schließt wie immer mit der gesungenen »Ode an die Freude« und dem Wunsch: »Alle Menschen werden Brüder!«

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