Schiltacher Silvesterzug hält beim Pfarramt

Wolfgang Tuffentsammer vertritt den noch fehlenden Pfarrer

Autor: 
Martina Baumgartner
Lesezeit 2 Minuten
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03. Januar 2018

Erste Station des Silvesterzugs ist das Pfarrhaus bei der evangelischen Stadtkirche. Dort hören die Teilnehmer die Ansprache in diesem Jahr von Wolfgang Tuffentsammer. ©Hubert Bühler

Nach wie vor ist die Stelle des evangelischen Pfarrers in Schiltach unbesetzt. Deshalb übernahm Pfarrer im Ruhestand Wolfgang Tuffentsammer die Silvesteransprache an die Teilnehmer des Silvesterzugs am Sonntag.

Mit dem Schlag der Turmuhr der evangelischen Stadtkirche um 20.30 Uhr setzte sich am Silvesterabend der Zug vom Marktplatz in Richtung Pfarrhaus in Bewegung. Der gelebten Tradition folgend wurden die immer selben vier kirchlichen Lieder ohne instrumentale Begleitung gesungen. Beim Pfarrhaus erwartete Wolfgang Tuffentsammer, Pfarrer im Ruhestand, diesmal die Gemeinde zur Silvesteransprache. 

Ein Jahr ohne Gemeindepfarrer ist bewältigt

Die evangelische Kirchengemeinde hatte ein Jahr ohne Besetzung der Pfarrstelle bewältigt. Tuffentsammer dankte deshalb besonders denjenigen, die an einem aktiven Kirchengemeindeleben in der Vakanzzeit mitwirkten. Er würdigte nicht nur die Anstrengungen bei der Verwaltung und im Ehrenamt der Kirchengemeinde, sondern auch die Ausrichtung der Feierlichkeiten zum Reformationsjahr sowie die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den Mitarbeitern der Kirchengemeinden anderer Konfessionen auf ökumenischer Basis.

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Ausblick entlang der Jahreslosung ausgerichtet

Seinen Ausblick auf das neue Jahr richtete er nach der Jahreslosung 2018 aus: »Gott spricht: Ich will den Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.« Der Mensch sei, nach dem Philosophen Johann Gottfried Herder ein »Mängelwesen« und strebe sein ganzes Leben nach dem, was er nicht habe, so Tuffentsammer. Ob es beim »Dürsten nach lebendigem Wasser« einen Lebenssinn spendenden Gott gebe, ließ der Pfarrer unbeantwortet, doch die Sehnsucht danach sei eindeutig – das »Dürsten« nach Gott.  

Arbeitsplätze durch das Element "Wasser"

»Wasser« als zweites Symbol in der Jahreslosung sei ein weiteres wichtiges religiöses Element beispielsweise in der Taufe, so der Redner vom ersten Stockwerk des unbewohnten Pfarrhauses. Auch im Alltag vieler Schiltacher spiele Wasser als Einkunftsquelle eine wichtige Rolle, in der Vergangenheit in der Flößerei und Gerberei sowie seit der Industrialisierung: Das ortsansässige Unternehmen für Duschen und Armaturen sorge für viele Arbeitsplätze im Tal, erklärte Tuffentsammer seinen heutigen Bezug. Das dritte und vielleicht wichtigste Wort der Jahreslosung sei »umsonst«. Aus evangelischer Sicht gehöre es zum Menschsein, dass die Gnade und Zuwendung Gottes nicht verdient werden könne – dieses »lebendige Wasser« gebe Gott »eben umsonst«, sagte er mit einem abschließenden »Amen«.

Info

Silvesterzug-Beginn künftig früher?

In diesem Jahr möchte die Stadt Schiltach ein Meinungsbild der Bürger zu Rahmenbedingungen des traditionellen Silvesterzugs einholen und macht Vorschläge, den Brauch besonders für Familien attraktiver zu gestalten. 
Rund 120 Teilnehmer des Zugs haben bereits ihre Stimmzettel zurückgegeben. Weitere Stimmzettel können noch bis Montag, 15. Januar, bei Tourismusleiter Christian Jäckels im Schiltacher Rathaus abgegeben werden. »Eine Tendenz im Ergebnis zur künftigen Startzeit des Silvesterzugs ist den bereits abgegebenen Antworten abzulesen«, so Jäckels. Verraten will er aber vor der endgültigen Auswertung der Umfrage noch nichts.

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