Bad Rippoldsau-Schapbach

Wolfshybride finden nach Rettungsaktion eine neue Heimat

Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
23. Mai 2020

(Bild 1/2) Die Helfer um Bernd Nonnenmacher (vorne) haben die Tiere am Dienstagabend in illegaler Privathaltung beschlagnahmt. ©Stiftung für Bären

Die Helfer der Stiftung für Bären waren am Dienstagabend wieder im Einsatz: Diesmal haben Bernd Nonnenmacher, Geschäftsführer der Alternativen Bärenpark gGmbh, und sein Team zwei Wolfshybriden bei einer Privatperson in Baden-Württemberg beschlagnahmt.
 

Gegen 2.30 Uhr sind die Tiere in ihrem neuen Zuhause in der Anlage des Tierschutzprojekts in Worbis angekommen. „Es lief alles unkompliziert. Die Tiere sind wohlauf“, informiert Nonnenmacher im Gespräch mit dem Offenburger Tageblatt. 

Dass die Tiere nach Worbis und nicht in den Wolf- und Bärenpark nach Bad Rippolds­au-Schapbach gebracht worden sind, hängt von der Anlage ab: In Worbis leben die beiden Wolfshybriden in einer speziellen Hybrid-Anlage. Dort haben die Experten die Chance, die Tiere und ihr Verhalten genau zu erforschen: „Wie verhält sich das Tier anders als der Wolf?“ Kommen Wolfshybride nämlich in der Natur vor, müssen sie laut EU-Richtlinien gefangen werden, erklärt Nonnenmacher, „um die Reinheit der Art Wolf nicht zu gefährden“. In Tierschutzprojekten sollen diese Tiere eine neue Heimat finden, doch an solchen Einrichtungen mangele es. 

Ohne Rettung drohte Einschläferung

- Anzeige -

Die beiden Tiere aus Baden-Württemberg, die ohne die Rettungsaktion eingeschläfert worden wären, sind vier und fünf Jahre alt. Ihre Besitzerin hatte die Tiere aufgenommen und vor dem Tod gerettet. „Sie hat es eigentlich gut gemeint“, erklärt Nonnenmacher. Aber: „Wolfshybride sind mehr Wildtiere als Haustiere.“ In jungen Jahren seien sie zwar noch „pflegeleichter“, sobald sie allerdings erwachsen und geschlechtsreif seien, werde es immer schwerer die Tiere in Zaum zu halten. „Wildtiere sind für ein Leben in der freien Natur angepasst und diesem Anspruch künstlich, in Menschenhand, gerecht zu werden, ist unmöglich.“ 

Nahezu wöchentlich bekommt die Stiftung Anfragen wegen Wolfshybriden. Es scheint laut Nonnenmacher ein Trend zu sein, sich ein Stück Wildnis ins Wohnzimmer zu holen: „Die Kreuzung aus Wolf und Haushund werden bis zur fünften Generation wie Wölfe klassifiziert, sind rein optisch kaum von ihnen zu unterscheiden und daher sehr beliebt bei vielen Haltern.“ Da lasse der ein oder andere ganz schön viel Geld liegen, um so ein Tier zu kaufen. Das Halten von Hybriden sei nicht nur eine massive Gefährdung für den Artenschutz, sondern auch für den Halter. Außerdem brauche es eine Genehmigung des Veterinäramts. Und die sei nicht so einfach zu bekommen. 

Wieviel Wolf steckt im Hybriden?

Wie viel Wolf genau in den beiden Neuankömmlingen steckt, das werde noch getestet. Nonnenmacher geht von etwa 90 Prozent aus. Ronja und Raik, so werden die Fähe und der Rüde, der als Filmwolf gezüchtet wurde, nun genannt, können sich in Worbis fernab von Besuchern an die Anlage gewöhnen. Wie lange die Eingewöhnung dauert, das hängt von den Tieren ab. Über ein Kamerasystem werden sie im Blick behalten. 

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

vor 1 Stunde
Fest zum 100-Jährigen fällt aus
Die Musik- und Trachtenkapelle Fischerbach muss schweren Herzens das Strandfest absagen. Am ersten Juli-Wochenende hätte der Verein dabei sein 100-jähriges Bestehen feiern wollen.
vor 3 Stunden
Wolfach
Unter dem Motto „Fit durch die Krise“ bietet das Offenburger Tageblatt zusammen mit dem Elithera-Gesundheitszentrum Wolfach dreimal pro Woche Tipps für einfache Übungen an, die ein bisschen Bewegung in den Alltag zuhause bringen.
vor 10 Stunden
Bad Rippoldsau-Schapbach
Der Besuch aus Frankreich kommt nicht – wegen Corona. Eigentlich hätte im Oberen Wolftal im Oktober die 30-jährige Freundschaft zwischen La Tranche-sur-Mer und Bad Rippoldsau-Schapbach gefeiert werden sollen.  
vor 13 Stunden
Kinzigtäler GEW-Vorsitzende informiert
Hanni Schaeffer berichtet als Vorsitzende des GEW-Ortsverbands Kinzigtal  und als Personalrätin über die Herausforderungen, die Corona für die Rektoren und Lehrer mit sich brachte und bringt. 
vor 15 Stunden
Schramberg
Auf dem Gelände des Thomas-Philipps-Markts in Schramberg sind am Wochenende mehrere Konzerte und eine Zaubershow geplant.
vor 16 Stunden
Ortsgruppe Schiltach/Schenkenzell
Teil 2: Die Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Schiltach/Schenkenzell hat den Mattenweiher wieder gundlegend saniert. Die Geschichte des heutigen Biotops reicht bis ins 19. Jahrhundert.
vor 19 Stunden
Info-Gespräch
In Haslach soll der Sportbetrieb in den Hallen im Corona-Modus wieder möglich sein. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs von Vereinsvertretern mit der Stadtverwaltung.
vor 22 Stunden
Gutach
Nach einem gemeinsamen Termin beabsichtigt die „Private Schloss-Hotel Collection“, die das tradi­tionsreiche Hotel gekauft hat, eine Zusammenarbeit mit der Firma Jako Baudenkmalpflege aus Rot an der Rot.
05.06.2020
„Nachhaltige Lösungen“ werden gefordert
Vor der für den 16. Juni geplanten Ratssitzung zur Haslacher B33-Umfahrung schildert „Lebenswertes Kinzigtal“ seine Vorstellungen und Forderungen.
05.06.2020
Malaktion
Das Ergebniss kann sich sehen lassen: Ein Erfolg war die Malaktion der Gemeinde Mühlenbach.Kindergarten- und der Grundschulkinder schickten dabei insgesamt 70 Kunstwerke ein.
05.06.2020
Gemeinderat
Die Oberwolfacher Gemeinderäte diskutierten in der vergangenen Woche darüber, ob die neue EDV für die Gemeindeverwaltung direkt gekauft oder doch lieber geleast wird. 
04.06.2020
Ortsgruppe Schiltach/Schenkenzell
Teil 1: Die Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Schiltach/Schenkenzell hat den Mattenweiher wieder gundlegend saniert – eine anstrengende Arbeit. Etwa 25 Helfer waren dafür im Einsatz.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • High Performance Fitness: Im Mai hat das neue Studio mit über 900 Quadratmetern eröffnet.
    vor 1 Stunde
    Oberkirch-Zusenhofen: Von der Muckibude zum großen Fitnessstudio
    Zusenhofen hat ein neues Fitnessstudio. Die Huze Muskelschmiede am Wiesenbach bietet, was es sonst eher in Großstädten gibt: Öffnungszeiten rund um die Uhr und einen Gerätepark, bei dem neben den Gesundheitssportlern auch ambitionierte Kraftsportler auf ihre Kosten kommen.
  • 370 Mitarbeiter des Familienunternehmens J. Schneider Elektrotechnik fertigen am Standort Offenburg Produkte für die industrielle Stromversorgung – für Windräder, Fotovoltaikanlagen oder Papierfabriken.
    05.06.2020
    Serie "Wir sind systemrelevant"
    Serie „Wir sind systemrelevant“ – Ortenauer Firmen, die in der Corona-Krise unverzichtbar sind. Teil 22: Die J. Schneider Elektrotechnik aus Offenburg stellt Transformatoren her.
  • Fischer Küchen in Offenburg bietet auf 1100 Quadratmetern eine große Auswahl an Küchenideen.
    04.06.2020
    Aktuelle Trends in der Ausstellung auf 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche
    29 Jahre Erfahrung in der Branche sowie der Anspruch an Professionalität und Qualität in Beratung, Planung, Materialien, Geräten oder Montage machen es möglich: Das Fischer Küchenatelier Offenburg verhilft den Kunden zum individuellen Küchentraum - maßgeschneidert, termingerecht und...
  • Mehr als 50 Attraktionen erwartet die Besucher bei Funny World in Kappel-Grafenhausen.
    29.05.2020
    KInderspielparadies in Kappel-Grafenhausen öffnet ab Freitag, 29. Mai, wieder / Tickets vorab reservieren
    Das In- & Outdoor Spieleparadies in Kappel-Grafenhausen öffnet ab Freitag, 29. Mai, wieder seine Tore für seine großen und kleinen Besucher. Ein besonderes Highlight zur Wiedereröffnung ist die neue Attraktion „mexikanischer Adler Flug“.