Aus dem Oberwolfacher Gemeinderat

Wolftalschule soll Naturpark-Schule werden

Autor: 
Martina Baumgartner
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
06. Juni 2018

Die vierte Klasse besuchte im Rahmen eines Naturparkprojekts das Museum für Mineralien und Mathematik. ©Archivfoto

Die Wolftalschule möchte als Naturpark-Schule zertifiziert werden. Das könnte die Schüler der Heimatregion näher bringen. Zudem gibt es Fördergelder, die für Material und Projekte ausgegeben werden könnten. 

Der Gemeinderat Oberwolfach begrüßte am Mittwochabend in seiner Sitzung im Rathaus die Zertifizierung der Wolftalschule zur Naturpark-Schule. Für deren Startphase 2019 beschlossen die Räte einstimmig 9000 Euro für das kommende Jahr zur Verfügung zu stellen. Darin enthalten sind beispielsweise Kosten für die Prozessbegleitung und Durchführung sowie für Material. Es besteht die Aussicht auf eine Förderung der Kosten in Höhe von 60 Prozent durch den Naturpark.

Neben Patrick Schweitzer von der Wolftalschule übernimmt Berit Hohenstein-­Rothinger die externe Projektleitung. Sie wird die Kommunikation der beteiligten Akteure und deren Arbeit vor Ort koordinieren. Im ersten Jahr sind dafür 150 Stunden und nach der Anlaufphase in den folgenden Jahren circa 100 Stunden Arbeitszeit geplant.

Bereits vier Projekte in Vorbereitung

Schulleiterin Lydia Seyffert erklärte den Gemeinderäten, dass die Schule mit Hohenstein-Rothinger bereits in der Vorbereitung von vier Projekten für das kommende Schuljahr sei: »Der Apfel«, »Die Wolf. Der Fluss vor unserer Tür«, »Bauernhof« und ein Mineralienprojekt mit dem Namen »Steinreich«. Weitere Projekte seien in Vorbereitung, so die Schulleiterin. 

- Anzeige -

Praktisch könnten die Schüler bis zu acht Unterrichtsmodule pro Schuljahr durchlaufen. Ganz nach dem Motto »Moderne Heimat« gehen sie beispielsweise mit der Becherlupe auf Insektensuche, stellen Kräutergel her, bauen Insektenhotels oder lernen, wie in früheren Zeiten Heu gemacht wurde.

Durch das Konzept und dessen Förderung besteht die Möglichkeit außerschulische Partner einzubinden, die ihr Wissen und ihre Fertigkeiten mit in die Schule bringen. Das können Handwerker, Vertreter des Obst- und Gartenbauvereins, Kräuterkundige, oder Großeltern, die ihre Lebenserfahrung einbringen, sein: »Wir können uns nun Experten ins Haus holen«, erklärte Seyffert, was sie bereits mit Imkern oder Forstfachleuten erfolgreich versucht hätte. Die Themen werden in den Unterricht eingebunden und in zusätzlichen Projekttagen weiterverfolgt, antwortete sie auf die Frage des Gemeinderats Dietmar Bauer (FWV) nach der praktischen Umsetzung. 

Mit dem Naturpark-Schulkonzept hätte die Wolftalschule ihr Dach gefunden, unter dem die Einrichtung weiterarbeiten möchte, so Seyffert.

Bindung zur Region schaffen

Einig waren sich die Räte, dass das Schulkonzept eine sinnvolle Fortführung des Kindergartenkonzepts in Oberwolfach sei, es das Interesse der Kinder für die Region wecke und vielleicht sogar ein dauerhafte Bindung zur Heimat schaffen würde. »Schön wäre es, wenn dieses Pflanzchen gedeihen könnte«, hoffte Erna Armbruster (FWV). Sie erkundigte sich auch nach dem Raumbedarf im Schulgebäude. Viele Räume würden nicht übrig bleiben, so Seyffert, denn künftig werde die Schule auch inklusiv arbeiten, informierte die Schulleiterin.

Stichwort

Die Heimat schätzen lernen

Das Konzept einer Naturpark-Schule hat zum Ziel, dass die Schüler ihre Heimat kennen sowie verstehen lernen und soll gleichzeitig animieren, eigene Ideen für deren zukünftige Gestaltung zu entwickeln. Wichtige Themen aus den Naturpark-Regionen wie biologische Vielfalt, Natur und Landschaft, Kultur und Handwerk sowie Land- und Forstwirtschaft werden regelmäßig im Unterricht oder auch in Exkursionen und Projekttagen behandelt. Das Konzept wurde vom Verband Deutscher Naturparke entwickelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • 13.05.2019
    »Schöne Zeit« – der zeitlose Weingenuss
    Fruchtig, farbenfroh und voller Lebensfreude – so zeigt sich der neue »Schöne Zeit«-Weißwein der Durbacher WG. Der Name ist Programm und steht für zeitlosen Genuss für jedes Alter – aus dem Herzen des Durbachtals.
  • 09.05.2019
    Experten von Steinhof Fitness in Oberkirch beraten
    80 Prozent der Deutschen haben Rückenschmerzen - viele sogar chronisch. Ursache dafür ist in den allermeisten Fällen eine mangelnde oder falsche Bewegung. Die Experten von Steinhof Fitness in Oberkirch zeigen, wie Rückenschmerzen künftig der Vergangenheit angehören können - und beraten kostenlos.
  • 07.05.2019
    Mitgliederversammlung
    Es war eine geheime Abstimmung beim SV Berghaupten. Doch danach stand fest: Die Führungsmannschaft bleibt bis 2021 im Amt. Robert Harter wurde erneut die SVB-Präsidentenwürde zuteil.  
  • 01.05.2019
    Relaxen und Genießen im Renchtal
    Das neugestaltete Ringhotel Sonnenhof in Lautenbach im Renchtal begrüßt seine Gäste mit einer einzigartigen Kulisse am Fuße des Schwarzwaldes. Ob im Restaurant, bei den Spa-Angeboten, für Tagungen oder Hochzeiten – der Sonnenhof ist die ideale Adresse zum Relaxen und Genießen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

vor 37 Minuten
Wolfach
Seit 40 Jahren gibt es in Wolfach eine Dialysestation – seit 40 Jahren verbringen dort Menschen, deren Nierenfunktion ausgefallen ist, an drei Tagen in der Woche viereinhalb Stunden im Bett und das über Jahre, manche über Jahrzehnte, hinweg. Am Samstag gibt´s einen Tag der offenen Tür.
vor 4 Stunden
Kinzigtal
81 000 Kinder und Jugendliche starten heute tausende Projekte im Rahmen der 72-Stunden-Aktion. An der nationalen Sozialaktion des Bundes der katholischen Jugend (BDKJ) beteiligen sich auch fünf Gruppen aus dem Kinzigtal, die sich für ein Sozialprojekt in ihrer Nähe engagieren.
vor 7 Stunden
Kommissarin Isabella Bahler
Nun geht’s wieder los. Ein Verbrechen im Kinzigtal – und Kommissarin Isabella Bahler ermittelt. Wie’s weitergeht, ist Ihre Sache. Den Start schrieb der Hausacher Stadtschreiber 2010, Christoph W. Bauer – auf Wunsch mit dem diesjährigen Leselenz-Thema »Natur«.
vor 9 Stunden
Schenkenzell-Kaltbrunn
Seit Freitagabend hat der Narrenverein Schenkenzell-Kaltbrunn einen neuen Vorsitzenden: Luis Kaufmann hat den Posten von Frank Müller übernommen. Kaufmann nutzte sein neues Amt, um Müller gleich zum Ehrenmitglied des Vereins zu ernennen.
vor 9 Stunden
Gemeinderat
Der Mühlenbacher Kämmerer Herbert Keller stellte dem Gemeinderat in der Sitzung am Dienstag die Betriebskostenabrechnung des Kindergartens St. Bernhard für 2018 vor. Der Aufwand lag demnach  bei rund 570.900 Euro (Personal- und Sachkosten). 
vor 9 Stunden
Hauptversammlung
Die Umsetzung der Landesheimbauverordnung und der geplante Neubau anstelle des Engelschulhauses bestimmten am Dienstagabend die Mitgliederversammlung der Diakonischen Gemeinschaft Johannes Brenz.
vor 9 Stunden
Jugend macht Zeitung
Die Abschlussprüfungen an den Kinzigtäler Schulen sind in vollem Gange. Mittendrin und live dabei ist auch unser Journalismus-AG-Mitglied Julia Welle (15), die an der Graf-Heinrich-Schule in Hausach den Hauptschulabschluss macht.
vor 9 Stunden
Orchestertreffen
Beim Orchestertreffen schafften es die jüngsten Musiker der Region am Dienstagabend mit Leichtigkeit, ein großes Publikum im Haslacher Haus der Musik zu begeistern. Es war kein einziger Platz mehr frei.
vor 9 Stunden
Heimathistoriker
»Ich wollte Licht ins Dunkle bringen«, beschreibt Martin Lietzau (55) seine Motivation, ein Buch über »Die Besitzverhältnisse des Landgutes am Artenberg bei Steinach im Kinzigtal« zu verfassen. 
vor 9 Stunden
Hauptversammlung
Der Rad- und Wanderverein Hofstetten zog in seiner Hauptversammlung Jahresbilanz. Bei den Vorstandswahlen ergab sich lediglich eine Änderung: Michael Röck hörte als Beisitzer aus. Zum Nachfolger wurde Armin Kreyer gewählt. 
vor 9 Stunden
Vorschläge einreichen
Die Sparkasse Haslach-Zell hat den Ehrenamtspreis 2019 ausgelobt. Vergeben wird wieder ein Preisgeld in Höfe von insgesamt 4500 Euro, wobei der Erstplatzierte mit 2000 Euro belohnt wird, für den zweiten Platz gibt es 1500 Euro und der Drittplatzierte wird mit 100 Euro ausgezeichnet. Für junge...
vor 16 Stunden
Moosenmättle
Mehr als 200 Jahre hat der Kirnbacher Sumhofspeicher auf den Balken – und wurde am Montag doch ganz neu eingeweiht: Architekt Hardy Happle und ein großes Team von Fachleuten versetzten den Speicher aufs Moosenmättle, wo er nun Raum für Seminare und Kultur bieten soll.