Steinach

Zehn Jahre Interkommunales Gewerbegebiet

Autor: 
Maria Benz
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31. Oktober 2013
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Das Gewerbegebiet »Interkom« in Steinach ist im Lauf der vergangenen Jahre rasant gewachsen. Derzeit sind alle erschlossenen Flächen verkauft oder reserviert.

Das Gewerbegebiet »Interkom« in Steinach ist im Lauf der vergangenen Jahre rasant gewachsen. Derzeit sind alle erschlossenen Flächen verkauft oder reserviert. ©Maria Benz

Heute vor zehn Jahren haben die fünf Bürgermeister der beteiligten Gemeinden die Satzung für den Zweckverband Gewerbegebiet »Interkom Steinach / Raumschaft Haslach« unterschrieben. Es war der Startschuss für ein Gemeinschaftsprojekt mit Modellcharakter.

13 Firmen produzieren derzeit im »Interkom« oder befinden sich noch in der Bauphase. Innerhalb weniger Jahre hat sich die zehn Hek­tar große Fläche zu einem stattlichen Gewerbegebiet entwickelt.

Bereits am 30. September 2002 haben die Bürgermeister von Haslach, Fischerbach, Hofstetten, Mühlenbach und Steinach eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Ziel war, durch gemeinsame Gewerbegebiete bessere gewerbliche Rahmenbedingungen für den ganzen Mittelbereich zu schaffen. »Wichtig war uns, vom starren Schauen auf den eigenen Teller wegzukommen«, erklärt Steinachs Bürgermeister Frank Edelmann. In der Satzung, die dann ein gutes Jahr später in Kraft getreten ist, wird unter anderem geregelt, wie die Ausgaben, aber auch die Gewerbesteuereinnahmen unter den Mitgliedsgemeinden aufgeteilt werden. Denn »wer bezahlt, kriegt auch«, machte Edelmann deutlich.

Ein weiterer entscheidender Punkt sei, dass das »Verlieren« einer Firma innerhalb der Zweckverbandsgemeinden kompensiert wird. Sprich: Siedelt beispielsweise ein Unternehmen von Fischerbach nach Steinach um, so erhält Fischerbach zehn Jahre lang einen zusätzlichen Bonus aus der Gewerbesteuer. »Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Beleggemeinde ihren Anteil immer bekommt, aber auch, dass der Verlust für die anderen nicht so schlimm ist.«

Beim Stimmrecht innerhalb des Zweckverbands hat Steinach den größten Anteil, gefolgt von Haslach sowie Fischerbach, Hofstetten und Mühlenbach. »Aber mir ist ohnehin kein Beschluss in Erinnerung, der nicht einstimmig getroffen wurde«, schildert der Steinacher Rathauschef.

Für Edelmann ist das Interkommunale Gewerbegebiet eine Erfolgsgeschichte – mit der Steinach allein aus finanzieller und auch planungsrechtlicher Sicht überfordert gewesen wäre. »Es war eine riesige Chance, Firmen aus dem Kinzigtal eine Perspektive zu bieten, ohne dass sie abwandern müssen.« Denn – davon ist er überzeugt – viele Unternehmen, die heute im »Interkom« angesiedelt sind, hätten das Kinzigtal auf lange Sicht verlassen, weil sie sonst keine Möglichkeit gehabt hätten, ihren Betrieb zu erweitern.

Gemeinde wird belebt

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Neben der Gewerbesteuer und der Schaffung von Arbeitsplätzen (rund 180 bieten die Firmen im »Interkom« bislang) sieht Edelmann aber noch weitere Vorteile – insbesondere für Steinach. So kaufen viele Angestellte nach der Arbeit noch in Steinach ein, wodurch die Gemeinde zusätzlich belebt wird. Werbung für das Gewerbegebiet zu machen, sei nie nötig gewesen – im Gegenteil: Immer wieder komme es vor, dass Firmen abgelehnt werden, die sich gern im »Interkom« angesiedelt hätten. Derzeit sind alle erschlossenen Flächen verkauft. Deshalb soll im kommenden Jahr die Straße Im Gansacker ausgebaut werden, um auch die restlichen 25 000 Quadratmeter Fläche veräußern zu können – es gebe dafür bereits Reservierungen, so Edelmann.

Wenn es um neue Firmen geht, achte der Zweckverband darauf, dass Arbeitsplätze und Flächenverbrauch in einem guten Verhältnis stehen. »Wir wollten bewusst keine Unternehmen mit großem Ziel- oder Quellverkehr«, erklärt Edelmann. Denn der Verkehr ist derzeit noch eine Schwachstelle im »Interkom«. Wie bereits berichtet, hat sich das Landesverkehrsministerium gegen eine direkte B-33-Abfahrt ins Gewerbegebiet ausgesprochen. Der gesamte Verkehr muss deshalb die enge Unterführung in der Prinzbacher Straße passieren.

Edelmann ist aber dafür, das Gewerbegebiet dennoch zu erweitern. Eine Lösung könnte beispielsweise darin liegen, die bestehende Unterführung auszubauen. In diesem Fall müsste aber eine Alternative für Radfahrer und Fußgänger gefunden werden. Wie es mit dem »Interkom« langfristig weitergehen und wie das Verkehrsproblem entschärft werden könnte, soll am 18. November in einer Bürgerversammlung diskutiert werden. Der Regionalverband Südlicher Oberrhein unterstütze die Ausweisung neuer Gewerbeflächen, aber in welchem Umfang dies geschehen soll, ist noch offen. »Wir müssen wissen, wie es mit der Anbindung weitergeht«, betont Edelmann.

 

Historie:

13 Firmen auf rund zehn Hektar

Die Bürgermeister von Haslach, Fischerbach, Hof­stetten, Mühlenbach und Steinach unterzeichnen am 31. Oktober 2003 die Satzung für den Zweckverband Gewerbegebiet »Interkom Steinach / Raumschaft Haslach«. Am 1. Dezember 2003 tritt sie in Kraft.
Der Bebauungsplan fürs »Interkom« wird 2006 rechtskräftig. Auf zehn Hektar, was einer Nettobaufläche von 86 000 Quadratmetern entspricht, entsteht das neue Gewerbegebiet auf Steinacher Gemarkung.
Im Oktober 2007 beginnen die Erschließungsarbeiten im Gewerbegebiet.
Im Januar 2008 wird die erste Baugenehmigung für eine Firma im »Interkom« erteilt.
Derzeit gibt es 13 Firmen im »Interkom« (teilweise sind sie noch im Bau), die rund 180 Arbeitsplätze bieten.

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Maria Benz - Interkommunales Gewerbegebiet in Steinach
15.11.2012
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