Oberwolfach

Zehn OT-Leser zu Gast bei Geiger Raumkonzepte

Autor: 
Tobias Lupfer
Lesezeit 4 Minuten
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06. September 2016
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Saubere Sache: Zehn Leser des Offenburger Tageblatts staunten beim Rundgang durch die Werkshallen von Geiger Raumkonzepte in Oberwolfach mit Geschäftsführer Matthias Geiger (links) und Lokalredakteur Tobias Lupfer (rechts) unter anderem darüber, dass in der modernen Schreinerei kaum Sägemehl am Boden liegt.

(Bild 1/3) Saubere Sache: Zehn Leser des Offenburger Tageblatts staunten beim Rundgang durch die Werkshallen von Geiger Raumkonzepte in Oberwolfach mit Geschäftsführer Matthias Geiger (links) und Lokalredakteur Tobias Lupfer (rechts) unter anderem darüber, dass in der modernen Schreinerei kaum Sägemehl am Boden liegt. ©Iris Rothe

Von Oberwolfach in die ganze Welt: Zehn Leser des Offenburger Tageblatts bestaunten beim Rundgang durch die Oberwolfacher Produktionsräume von Geiger Raumkonzepte den Weg des Materials vom vollautomatischen Lager bis zum fertigen Möbel.

»Man trifft häufig Möbel von uns an – auch dort, wo man es gar nicht erwartet.« Geschäftsführer Matthias Geiger hat beim Besuch der OT-Leseraktion »Offenes Werkstor« bei Raumkonzepte Geiger die Neugier der zehnköpfigen Gästegruppe schnell geweckt: der moderne Schrei­nerbetrieb produziert im Laden- und Objektausbau Möbel, die per See- und Luftfracht in die ganze Welt verschickt werden. Überraschte Gesichter, die gebe es auch oftmals bei potenziellen Auszubildenden.

Dann nämlich, wenn diese mit »Meister-Eder-Denken«, wie Geiger das verklärte Klischee vom kleinen Schreiner um die Ecke nennt, zum ersten Mal in die modern eingerichtete Werkstatt treten: »Wenn sie da drin sind, gehen die Augen auf.« Den OT-Lesern geht es nicht viel anders, als der Rundgang beginnt. Ein großer Käfig grenzt das vollautomatische Lager vom Rest der Halle ab.

Computer gesteuert

»Da weiß kein Mitarbeiter mehr, wo welche Platte liegt«, sagt Geiger. Geliefertes Material wird digital erfasst – dann übernimmt der Computer. Ein Greifer hebt die Platten mit einem Vakuumsystem an und legt sie auf verschiedenen Stapeln ab. Auch wenn der Lagerbestand bewusst klein gehalten und das nötige Material gezielt und auftragsbezogen geordert wird: Gut 6500 Quadratmeter Plattenmaterial hat die Maschine im Stapel-Puzzle.

Dabei ist die Spanplatte besser als ihr Ruf: »Eine Spanplatte ist ein hochkomplexer Werkstoff.« Spandichte und -form würden bei der Herstellung sensorisch geprüft. Die schweren Massivholzstücke werden separat in einem herkömmlichen Regal gelagert. »Das Massivholz bekommen wir aus der Region«, beantwortet Geiger eine Leserfrage – es sei denn, der Kunde habe explizite Wünsche wie amerikanischen Kirschbaum. Überhaupt sei die Materialvielfalt heute so groß, dass es gar nicht möglich sei, alles selbst auf Lager zu haben. Jeder der drei regionalen Holz-Zulieferer fährt das Unternehmen aber täglich an, benötigtes Material ist so schnell vor Ort.

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Oberwolfach und die ganze Welt

Und was wird aus Platten, Massivholz, Beschlägen und Farbe? Neben der klassischen Inneneinrichtung für Privatleute, die etwa im Stammhaus in Wolfach präsentiert wird, ist Geiger stark im Gastronomie- und Hotelleriebereich vertreten, ebenso im Objektausbau, im Innenausbau und im Ladenbau. Hauptabsatzgebiet sind Baden-Württemberg und das Rhein-Main-Gebiet, außerdem die Benelux-Staaten, Österreich und die Schweiz. Regelmäßig werden aber auch Möbel in die ganze Welt verschickt:

Gerade im Ladenbau zählen exklusive Marken zu den Auftraggebern, die ihre Namen aber gern im Hintergrund halten. Doch nicht nur sündhaft teure Uhren oder Luxusautos werden auf Geiger-Mobiliar präsentiert – auch kleinere Brötchen: Die Einrichtung für 40 bis 50 Bäckerei-Shops liefert das Unternehmen jedes Jahr. »Im Prinzip jede Woche eine Bäckerei«, rechnet Geiger vor.

Präzisionsarbeit

Ob eigenes Design oder fertige Pläne eines Architekten: »Am Anfang steht der Entwurf.« Dann folgt die Arbeitsvorbereitung, jedes Teilstück wird am Computer dreidimensional gezeichnet, jede Bohrung, jeder Sägeschnitt genau vorgegeben. Erst dann wird Material geordert, werden Platten zugeschnitten, Kanten bearbeitet, die einzelnen Elemente in der CNC-Maschine gebohrt oder was sonst nötig ist. Jeden Schritt an den einzelnen Maschinen übernehmen speziell geschulte Fachleute. 
Einen Raum weiter folgen Oberflächenbearbeitung und Endfertigung – in hörbar leiserem Umfeld. Platten werden fertig beschichtet geliefert, Holz wird selbst lackiert – von Öl oder einfachem Klarlack bis zu Metallic-Hochglanzlacken.

»Das geht nach Dubai«, sagt Geiger und zeigt auf eine Reihe unscheinbarer weißer Bauteile, die zum Trocknen ausliegen. Dorthin werden die Geiger-Monteure ihre Möbel nicht begleiten. Sonst sind sie aber oft auf Achse – bei Bedarf auch jenseits des Acht-Stunden-Tags. Kurz vor Saisonbeginn etwa lieferte das Team eine VIP-Lounge im Stadion des VfL Wolfsburg aus: »Wenn der Eröffnungstermin steht, müssen die Sachen fertig werden.«

Info

Historie

 1905: August Geiger senior gründet das Unternehmen am Stammsitz in Wolfach als Schreinerei.
 1945: Fritz Geiger kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück und führt das Unternehmen weiter.
 1971: August Geiger übernimmt das Unternehmen und erweitert den Schreinereibetrieb um einen Möbelhandel.
 1984: August und Germana Geiger bauen in Oberwolfach eine neue Werkstatt, um die Produktion aus der Innenstadt auslagern und im Gegenzug den Möbelhandel erweitern zu können.
 1991: Das Einrichtungshaus wird durch die Übernahme eines direkt angrenzenden Gebäudes zur Hauptstraße in Wolfach hin erweitert.
 1994: In der Werkstatt in Oberwolfach wird die Produktion auf CNC-Technik umgestellt.
 2004: Die Brüder Jusken und Matthias Geiger steigen in die Geschäftsführung ein.
 2008: Das Gebäude in Oberwolfach wird um einen 800 Quadratmeter großen Anbau erweitert, in dem ein vollautomatisches Plattenlager und der Zuschnitt untergebracht werden.
 2010: Der Showroom in Wiesbaden wird eröffnet.
 2013: August Geiger zieht sich aus der Unternehmensführung zurück, Jusken und Matthias Geiger übernehmen die alleinige Verantwortung.
 2016: Produktions- und Lagerfläche werden auf Gebiet Allmend in Oberwolfach um 2000 Quadratmeter erweitert.

Info

Daten und Fakten

 Mitarbeiter: 62, davon
sieben Auszubildende
   Standorte: Wolfach (Stammhaus), Oberwolfach (Produktion), Wiesbaden (Showroom, Planungsbüro)
 Ausstellungsfläche: 150 Quadratmeter in Wiesbaden, 700 Quadratmeter in Wolfach
 Produktions- und Lagerfläche: aktuell 2500, ab Herbst 4500 Quadratmeter

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