Mühlenbach

Zwei Mühlenbacher Musiker feiern seltenes Jubiläum

Autor: 
Udo Weppler
Lesezeit 4 Minuten
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03. Juni 2020

Edi Neumaier (links) und Franz Brucker sind aus der Trachtenkapelle Mühlenbach nicht wegzudenken. Seit 1950 gehören die beiden Vollblutmusiker der Kapelle an. ©Udo Weppler

Edi Neumaier und Franz Brucker spielen seit 70 Jahren in der Trachtenkapelle Mühlenbach. Sie haben sich auch im Vorstand des Vereins engagiert und diesen entscheidend geprägt.

Zwei Musiker der Trachtenkapelle Mühlenbach (TKM) feiern in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Franz Brucker (Jahrgang 1939)  und Edi Neumaier (Jahrgang 1940) sind seit 70 Jahren Mitglieder – und beide engagieren sich weit über das gewöhnliche Maß hinaus für „ihre“ Kapelle.

Die beiden Freunde traten 1950 in die Trachtenkapelle Mühlenbach ein und blieben ihr stets treu – nicht nur als Musiker, sondern auch in verschiedenen Vorstandsposten der Kapelle waren die beiden lange Jahre sehr engagiert. Franz Brucker spielt Klarinette und Edi Neumaier Tenorhorn.

Franz Brucker war von 1959 bis 1974 Kassierer, von 1974 bis 1994 Vorsitzender und ist seit 2007 Vorsitzender des Fördervereins der TKM. Letzterer trägt Sorge dafür, dass Geldmittel für neue Instrumente zusammenkommen.

Erst kürzlich übergab der Förderverein wieder drei Instrumente an junge Musiker (wir berichteten). Edi Neumaier engagierte sich im Vorstand als Schriftführer und hat die Ausbildung des Nachwuchses am Tenorhorn unterstützt. Darüber hinaus spielt Neumaier in verschiedenen Alphornbläsergruppen mit. 

Ausbildung war praktisch ausgerichtet

Ihre musikalische Ausbildung begannen beide unter den Dirigenten Karl Neumaier, dem Vater von Edi Neumaier.  Anders als heute gab es keine Musikschule oder dergleichen. „Meine Ausbildung war praktisch ausgerichtet. Das heißt man bekam ein Instrument und durfte gleich mal reinblasen. Die notwendige Theorie kam nach und nach begleitend zu den praktischen Übungen“, erzählt Edi Neumaier. 

„Das Probelokal war im Rathaus. Die Ausbildung  war wesentlich kürzer und einfacher gestrickt und lange nicht auf dem hohen Niveau wie heute über die Musikschulen mit den Leistungsabzeichen Junior, Bronze und Silber. Sowas gab es natürlich nicht“, ergänzte Franz Brucker.

Erster Auftritt 1952

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Ihren ersten Auftritt mit der Kapelle hatten die beiden am Weißen Sonntag 1952. Das erste Jahreskonzert für beide war am 1. Januar 1953 im Gasthaus „Ochsen“, wo es anschließend noch eine Tombola, eine Christbaumversteigerung  und Tanz gab. Es sollten viele weitere Auftritte folgen – beide haben bei weit über 60 Jahreskonzerten mitgespielt.

Acht Enkel in der Kapelle

Auch die drei Söhne von Franz Brucker sowie acht seiner Enkel sind inzwischen bei der TKM aktiv. Sohn Jürgen Brucker war von 1998 bis Ende des vergangenen Jahres Dirigent der Gesamtkapelle, Ralph Brucker war 14 Jahre Dirigent der gemeinsamen Jugendkapelle mit Hofstetten. Bruno Brucker ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten und seit 2014 Vorsitzender. 

Stolz berichtet Franz Brucker: „Zur jüngsten Enkelin Miriam habe ich gesagt: ‚Willst du nicht Klarinette lernen?‘  Sie  sagte: ‚Machen wir einen Deal. Wenn du solange in der Kapelle mitspielst, bis ich in die Kapelle komme, dann mach ich das.‘ Jetzt spielen wir schon drei Jahre gemeinsam aktiv in der Kapelle.“ 

Allerdings hört Franz Brucker nun als aktiver Musiker in der Kapelle auf. „Ich hatte 70 Jahre Spaß und einmal muss man sagen: ‚das war‘s‘ “, betont er. Langeweile befürchtet er deshalb nicht, denn er beschäftige sich auch gern mit Gartenarbeit, Wandern, Lesen und im Internet surfen. Zudem ist er nach wie vor Vorsitzender des Fördervereins.

„Es wird mir schon etwas fehlen“

Nichtsdestotrotz räumt er ein: „Ich gebe ganz ehrlich zu, es wird mir schon etwas fehlen – nicht nur das Musikalische, sondern auch die Kameradschaft und vor allem das Geburtstagsfreibier nach den Proben.“

Edi Neumaier hingegen bleibt der Kapelle auch weiterhin als Musiker treu. „Ich habe nicht die Absicht aufzuhören. Natürlich war der Gedanke jetzt im Spiel. Aber ich fühle mich noch fit. Außerdem möchte ich noch wissen und selbst erleben, wie der neue Dirigent die Kapelle musikalisch weiterentwickelt.“ 

Die beiden Vollblutmusiker sollten eigentlich im April in einer Matinee gewürdigt und vom Verband ausgezeichnet werden. Doch aufgrund der Coronakrise konnte die Veranstaltung nicht stattfinden. Die Veranstaltung soll nachgeholt werden, sobald es die Situation wieder zulässt – und dann soll auch die offizielle feierliche Übergabe des Dirigentenamts von Jürgen Brucker an Fabio Beilharz erfolgen.

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