Schwanau

25 Jahre Historischer Förderverein Schwanau - ein Rückblick

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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18. April 2019
Das »Heimethues« wurde 2015 außen saniert.

(Bild 1/2) Das »Heimethues« wurde 2015 außen saniert. ©Thorsten Mühl

Im April 1994 wurde der Historische Förderverein Schwanau gegründet. Am Samstag feiert man 25-jähriges Bestehen. Ein Blick zurück in zweieinhalb Jahrzehnte Vereinshistorie, die gerade zu Beginn manche Wendung erlebte.

Entwicklungen in zwei Ortsteilen gingen der Gründung des Historischen Fördervereins (HFV) voraus. Ursprünge liegen in Allmannsweier, wo seit den 80er-Jahren Bilder und historische Gegenstände gesammelt wurden. In Nonnenweier verkam der 1875 erbaute ehemalige Stierstall Anfang der 90er-Jahre zunehmend. Rudolf Häs, damals Ortsvorsteher, hatte die Idee, das Gebäude zu sanieren und als Heimatmuseum zu nutzen. Der Ortschaftsrat unterstützte das. Parallel bildete sich im April 1992 eine Nonnenweierer »Interessengemeinschaft für Kultur- und Heimatpflege«. Sie plante wie in Allmannsweier das Sammeln historischer Geräte, Dokumente und Gegenstände. Nach und nach wurde 1993 mit regelmäßigen Arbeitseinsätzen begonnen, den Stierstall zu sanieren. 

Aus ganz Deutschland

Zurück nach Allmannsweier: In der Hauptstraße bestand zwischen 1997 und Anfang der 2000er eine »Heimatstube«. Hier wurden Trachten aufbewahrt, Gegenstände und Bildmaterial. Einmal wöchentlich wurden die Räume für Interessierte aller Ortsteile geöffnet, erste Feste gefeiert. Bis zur Eröffnung des Nonnenweierer »Heimathues« (März 2003) vergingen Jahre mit vielen Diskussionen. Wie sich Häs erinnert, stand das Projekt zwischendurch aufgrund unklarer Finanzierung vor dem Aus. 240 000 Euro kostete die Sanierung – Gemeindezuschuss (167 000 Euro), Beiträge/Spenden (8000 Euro) und 6500 Stunden Eigenleistung (Wert: 65 000 Euro). 

Wer das Heimthues heute besucht, weiß oft nicht, dass Teile aus ganz Deutschland verbaut wurden. Drei Beispiele: Treppenteile aus Karlsbad, Holz aus Kappel-Grafenhausen und Balken aus Wittenweier. Da auch Fragen finanzieller Unterstützung für die Sanierung aufkamen, wurde am 20. April 1994 der HFV Schwanau gegründet. Gründungsvorstand waren Bürgermeister Rudi Knodel (Vorsitz), Rudolf Häs (Stellvertreter), Paul Mossmann (Schriftführer) und Siegfried Schreiber (Rechner). Die Arbeit am »Heimathues« wurde fortgesetzt, während der HFV erste Aktionen startete wie Fotoausstellung (1995), Monatstreffs (seit 2002), Teilnahme am Nonnenweierer Bauernmarkt (ab 2000) und am Schwanauer Ferienprogramm (ab 2002), erster »Lichtgang« (2001). 

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1999 übernahm Thiemo Kehrberger den Vorsitz, 2004 folgte Mathias Janssen. In seiner bis 2017 währenden Amtszeit wurden kulturelle Formate ausgebaut und fortgeführt. Nach einjährigem Übergang mit Hans Weide an der Spitze besteht der aktuelle Kernvorstand seit 2018 aus Uwe Vogelmann (Vorsitz), Thomas Matt (Stellvertreter), Martina Häs (Rechnerin) und Thorsten Mühl (Schriftführer). 

Vogelmann kam über musikalische Auftritte der »Sentimental Twins« mit dem HFV in Berührung. »Ich war begeistert, als ich erstmals im ›Heimethues‹ war. Ursel Weber, langjährige Rechnerin und Schriftführerin, hat nicht locker gelassen, mich für den Verein begeistern können.« Nach einem Jahr zieht er eine zufriedene Bilanz: »Wir sind vollkommen im Plan. Mitglieder- und Besucherzahlen steigen. Wir werden auch über die Schwanauer Grenzen hinweg wahrgenommen.« Die Mitgliederzahl wuchs seit 2014 von 182 auf 251. 

Viele zu bearbeitende Felder, aber auch Ideen liegen vor den Verantwortlichen. Ein wesentlicher Punkt ist das Zusammenbringen der Generationen. »Wir dürfen unser älteres Publikum nicht aus dem Blick lassen, wollen aber auch dem mittleren Alter Angebote machen«, so der Vorsitzende. Zur Vereinsstruktur zählen aber nicht nur Veranstaltungen, sondern etwa auch die von Martha Schlager und Lotte Breithaupt organisierte Strickgruppe. »Sie sind für uns elementar wichtig, unterstützen bei mancher Gelegenheit«, betont Vogelmann. 

Das laufende Jubiläumsjahr wird seinen Höhepunkt am 13./14. Juli mit dem zweitägigen Sommerfest erleben, bei dem Steven Bailey als Hauptattraktion auftritt. »Bei der Gelegenheit wollen wir schon einen kleinen Akzent setzen«, hofft Vogelmann.

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