Schwanau - Allmannsweier

48 Jahre im Rathaus Allmannsweier - Manfred Nierlin

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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22. Februar 2019
Fast 50 Jahre war Manfred Nierlin im Rathaus Allmannsweier die gute Seele. Jetzt verabschiedete ihn Ortsvorsteherin Ria Bühler in den verdienten Ruhestand.

Fast 50 Jahre war Manfred Nierlin im Rathaus Allmannsweier die gute Seele. Jetzt verabschiedete ihn Ortsvorsteherin Ria Bühler in den verdienten Ruhestand. ©Thorsten Mühl

Nach über 48 Dienstjahren wurde Manfred Nierlin, die gute Seele der Allmannsweierer Ortsverwaltung, in den Ruhestand verabschiedet. Den würdigen Rahmen bildete am Donnerstag die aktuelle Sitzung des Ortschaftsrats.

Eine Verabschiedung nach 08/15-Muster wäre Manfred Nierlin nicht gerecht geworden. Das war auch Ria Bühler bewusst, also wählte die Ortsvorsteherin eine angemessene Form: respektvoll und würdigend, zugleich humorvoll und kurzweilig. Die Zahl von gut 40 Zuhörern in der Sitzung des Ortschaftsrats verdeutlichte, welch hohe Bedeutung Nierlin in der Allmannsweierer Dorfgemeinschaft über fast fünf Dienstjahrzehnte hinweg gewonnen hat. 

Die Lehre zum Verwaltungsfachangestellten trat der damals 14-Jährige unter Bürgermeister Ernst Reitter im noch selbständigen Allmannsweier am 15. August 1970 an. Bühler zeichnete Anlässe wie Gemeindereform (1972), Nierlins erstes Ratsprotokoll (15. September 1973), Einzug der Schreibmaschine in der Ortsverwaltung (1978) und den Umstand nach, dass er auch noch 15 Jahre die Ortsverwaltung Wittenweier betreute. »Die Arbeit bei einer Ortsverwaltung ist nicht nur Routine. Sie ist abwechslungsreich, bürgernah, vor allem unersetzbar – Werte, die Manfred stets vertreten hat«, unterstrich Bühler. Ob Bearbeitung des Absturzes eines kanadischen Flugzeugs über Allmannsweier (1975), im Bearbeiten der Anliegen von Aussiedlern und Flüchtlingen, bei Angelegenheiten rund um das wachsende Gewerbegebiet – »es gab wohl kaum ein Problem, das Manfred nicht lösen konnte«, hob die Ortsvorsteherin hervor.

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Unter den Bürgermeistern Ernst Reitter (1970 bis 1972), Wolfgang Wübker (1972 bis 1988), Rudi Knodel (1988 bis 1999), Wolfgang Brucker (seit 1999) und den Ortsvorstehern Ernst Reitter (1972 bis 1978), Max Heitz (1978 bis 1989), Achim Fiehn (1989 bis 2009) und Ria Bühler (seit 2009) leistete Nierlin Dienst. Ria Bühler kennzeichnete die Zusammenarbeit als »großes Glück«, ein vertrauensvolles Miteinander, wobei »jeder seinen Part hatte«. Sie erwähnte Nierlins Engagement bei der Erstellung des Ortssippenbuchs und sein Engagement im Vorstand des Fördervereins, der 2016 das 1000-jährige Ortsbestehen begleitete. Ihr sei es »eine Ehre, Manfred heute zu verabschieden, zugleich fällt es aber auch sehr schwer«, bekannte Ria Bühler. Nierlins Nachfolgerin Alexandra Kirner wünschte sie alles Gute. 

Bühler bedankte sich im Namen des Ortschaftsrats mit einem Reisegutschein samt Urlaubsgeld und einer aus dem Fundus des Theaterstücks zum Ortsjubiläum stammenden Kulisse des Rathauses beim Ausscheidenden. Nierlin selbst bezeichnete die Zusammenarbeit als »ehrlich und ganz hervorragend«. Dank richtete er auch an die Bürger in der ganzen Gemeinde, die im Grunde »sehr pflegeleicht« gewesen seien. Die bekanntlich in wenigen Monaten ebenfalls aus dem Amt scheidende Ortsvorsteherin tröstete er, noch etwas durchzuhalten: »Bei dir ist ja bald auch Licht am Ende des Tunnels zu sehen.« 

Für die Vereine und Institutionen überbrachten Jürgen Binder (Kirchengemeinde), Thomas Wanzke (Musikverein), Martin Hertweck (Männergesangverein) und Florian Bieber (Tischtennis-Club) Präsente. Seitens der Bürger dankte Alt-Gemeinderat Dieter Herrenknecht Nierlin für die »Eigenart, Anliegen erfolgreich zu bereinigen«.

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