Schwanau-Wittenweier

750 Jahre Wittenweier: Auch eine Zeitkapsel wurde vergraben

Autor: 
Astrid Heitzmann
Lesezeit 3 Minuten
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10. September 2021

Der Gedenkstein hat einen QR-Code und eine Sonnenuhr, die auch zur Blumenuhr wird. So erinnert Wittenweier an sein 750-jähriges Bestehen. ©Heidi Fössel

In Wittenweier wurde das 750-Jahre-Jubiläum in kleinerem Rahmen nachgefeiert. Neben dem Gedenkstein wurden Informationen für nachfolgende Generationen vergraben.

Der Schwanauer Ortsteil Wittenweier hat mit einem Jahr Verspätung sein 750-jähriges Bestehen gewürdigt – anders, als einmal vor Corona geplant, nun nur mit einer minimalen Feier und Einweihung eines Gedenksteins. 
Auf der neuen Festwiese zelebrierte Pfarrerin Christine Egenlauf einen Jubiläumsgottesdienst, bei dem auch der stellvertretende Ortsvorsteher Hartmut Läßle und Bürgermeister Wolfgang Brucker sprachen und unter anderem die Geschichte des Dorfs kurz nachzeichneten. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Wittenweier waren dazu gekommen.

Der Ort fand 1270 seine erste Urkundliche Erwähnung. 1371 war die erste Steinkirche gebaut worden, die ziemlich genau auf dem Platz stand, auf dem nun die Festwiese ist. Durch Hochwasser, Dammbau und weitere Umstände wurde diese Kirche zerstört. 1555 wurde Wittenweier evangelisch; 1653 gab es zum ersten Mal einen Dorflehrer. 1765 wurde das Pfarrhaus errichtet, und 1806 wurde die auch heute noch bestehende Kirche erbaut. 1843 gab es eine Schule, in der gleichzeitig das Rathaus war. Seit 1893 hat Wittenweier einen Kindergarten. 1912 folgte der Bau eines Rathauses. Seit 1972 gehört Wittenweier zu Schwanau.

Pest und Cholera

 In all den Jahren hatten die Menschen im Dorf schon immer mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. So mussten schwere Krankheiten wie Cholera und Pest überwunden werden, immer wieder wurde das Dorf durch Überflutungen fast nahezu zerstört. „Dabei war der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft immer wichtig“, hob Hartmut Läßle in seiner Rede hervor. In den früheren Jahren gab es noch keine Hilfen durch Fonds, und dennoch hätten es die Wittenweierer immer wieder geschafft, ihr Dorf aufzubauen.

Erst mit den Dämmen am Rhein konnte die Gefahr des Wassers eingedämmt werden. So müssten nun auch wieder alle Veränderungen, die mehr oder weniger begrüßt werden, von der Bevölkerung hingenommen werden. Gab es in früheren Jahren Einschnitte durch den Bau des Tulladamms und die Rheinbegradigung, steht nun das Einrichten des Polder Elzmündung an. 

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 Hartmut Läßle wies auch darauf hin, dass das Jubiläum ganz im Sinne des erkrankten Ortsvorstehers Sven Kehrberger weiter geführt wurde. Das neu gestaltete Gelände zwischen Baggersee und Sportplatz wurde zu einem offenen Areal. Bürgermeister Wolfgang Brucker bedauerte, dass nicht alles nachgeholt werden kann, was vergangenes Jahr geplant war, dennoch freue er sich, dass doch noch gemeinsam das Dorfjubiläum gefeiert werden könne. Als jüngster Ortsteil der Gemeinde Schwanau zeichne er sich durch „Frische und Lebendigkeit“ aus, so Brucker.

 Auf der Festwiese wurde ein Gedenkstein eingeweiht. An einer seiner Seiten ist ein QR-Code angebracht, der Interessierte auf die Homepage von Schwanau leitet. „In Wittenweier wird der Schwanauer Gedanke gelebt. Machen sie weiter so“, wünschte sich der Bürgermeister von den Wittenweierern. 

Benjamin Herr als Vorsitzender des Fördervereins 750 Jahre Wittenweier zeigte die Funktionen des Gedenksteins auf. Denn der Stein ist eine Sonnenuhr, die auch eine Blumenuhr werden soll: Verschiedene Pflanzen öffnen zu verschiedenen Zeiten ihre Blüten und sollen so gepflanzt werden, dass die Sonnenuhr jeweils auf die Pflanze zeigt, die da ihre Blüten öffnet. 

Kinderbilder

Zudem ist eine Zeitkapsel neben dem Gedenkstein vergraben, die zur 800-Jahr-Feier wieder geöffnet werden soll: Herr hat darin die Chronik zur 750-Jahr-Feier, die Pressemitteilung der Absage der Feiern vom März 2020, das aktuelle Amtsblatt, eine Werbebeilage und ein Gruppenbild aus dem Kindergarten gepackt – diese Kinder können dann in 50 Jahren ihr Bild anschauen. Schließlich waren alle zu einem Umtrunk eingeladen – freilich nach den geltenden Corona-Regeln.

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