Alte Kirche – neue Gemeinde

AB-Gemeinde feiert ersten Gottesdienst in Friedenskirche

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 3 Minuten
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11. Februar 2019
Am Sonntag feierte eine neue Gemeinde ihren ersten Gottesdienst in der Friedenskriche. Das Lahrer Gotteshaus ist das erste überhaupt, welches der AB-Verband für sich erwerben konnte.

Am Sonntag feierte eine neue Gemeinde ihren ersten Gottesdienst in der Friedenskriche. Das Lahrer Gotteshaus ist das erste überhaupt, welches der AB-Verband für sich erwerben konnte. ©Endrik Baublies

Die Lahrer Friedenskirche bleibt eine Kirche. Mit dem ersten Gottesdienst am Sonntag und einem Empfang am Nachmittag feierte die AB-Gemeinde in Lahr das erste eigene Gotteshaus, das es in der Geschichte des evangelischen Gemeinschaftsverbandes gibt.

Die Lahrer Gemeinde des evangelischen Gemeinschaftsverband Augsburgischen Bekenntnisses (AB) hat die Friedenskirche am Sonntag mit einem Gottesdienst wieder eingeweiht. Beim Empfang am Nachmittag würdigten Vertreter des neuen Eigentümers, der evangelischen Kreuzgemeinde und der Stadt Lahr, die Leistung von Erwerb und Umbau.

Wenn man ihn vor dreieinhalb Jahren gefragt hätte, ob er sich diesen Tag der Wiedereinweihung vorstellen könne, so wäre die Antwort »Nein« gewesen. Dirk Garthe, Pastor der AB-Gemeinde gab den damaligen »Kleinglauben« beim Empfang im Rückblick gerne zu. Der Beifall der Gäste und der Gemeindemitglieder war so verständlich wie herzlich. 

Frank Schleifer, der letzte Pfarrer der Friedensgemeinde, eröffnete die Grußworte mit der Freude, dass es hier in der Kirche weiter Andachten geben werde. »Besser hätte es nicht enden können.« Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller erinnerte an die Geschichte dieser und andere Kirchen  und deren Bedeutung für die Historie Lahrs. Es sei der Stadt recht, dass die Kirche eine Kirche bleibe.

Idee entstand 2015

Matthias Richter, der Vorsitzende des evangelischen Gemeinschaftsverbandes, der die Kirche erworben hatte, freute sich über ein Novum. Es sei die erste richtige Kirche mit einer Orgel, die der Verband in sei-ner mehr als 170-jährigen Geschichte gekauft habe.

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Reiner Knoll an der Orgel, Kinder der Gemeinde mit einem Lied, Joana Thrul (Geige) sowie Simon Dörr und Aaron Roth (Flügel) und zuletzt Friedhelm und Marion Matter umrahmten den Empfang musikalisch.
Friedhelm Matter moderierte den Empfang in der Kirche. Er nutzte diese Gelegenheit, die Geschichte des Kaufs samt den bisherigen Arbeiten Stück für Stück zwischen den verschiedenen Grußworten zu erzählen. Die Idee, die Kirche zu erwerben, sei irgendwann im Jahr 2015 in den Fokus der AB-Gemeinde geraten. 

Die Gemeinde, ein Teil der Evangelischen Allianz Lahr, hatte durch den Wegfall der Kirche in der Oberen Bergstraße keinen eigenen Andachtsraum mehr. Durch die Schaffung der evangelischen Kreuzgemeinde in Jahr 2015  ist die Friedenskirche als Versammlungsort beim Dekanat aufgegeben worden. An anderer Stelle ergänzte Matter, dass die Kirche durch den »Stil einer abgeschlossenen Bauepoche« Denkmalschutz genieße. Bei einer Begehung mit Hans-Georg Lütkenhaus vom Stadtplanungsamt waren Vertreter der AB-Gemeinde dabei. Ein Investor hatte Interesse signalisiert, dass man den Raum mit Holzcontainern als Wohnungen nutzen könne. Bei der Vorstellung, dass man die Wände für Fenster durchbrechen müsse, stellten Vertreter der AB-Gemeinde den ersten Wunsch vor, dass »die Kirche eine Kirche bleibt«. Das fiel offensichtlich bei der Stadt und der unteren Denkmalbehörde auf fruchtbaren Boden. Am 1. Januar 2018 war der Kauf unter Dach und Fach.

4000 Stunden Arbeit

Nach dem erfolgreichen Erwerb des Gebäudes haben Mitglieder der Gemeinde mit dem Umbau begonnen. Bisher seien da laut Matter etwa 4000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit zusammengekommen. Ein besonderes Dankeschön gab es beim Empfang für die Mitglieder des Bauausschusses. Der Altarraum ist eine Treppenstufe höher. Darunter ist die Technik untergebracht. 

Ebenfalls neu sind Sitzbänke an den Seiten des Raumes, die zudem die Heizung verdecken. Matter stellte bei der Gelegenheit auch einen zweiten Bauabschnitt vor. Ein Anbau mit Blick über die Stadt Lahr solle unter anderem Platz für eine Küche und Räume für Kinder und Jugendliche bieten. Man werden in diesem Jahr einen entsprechenden Bauantrag stellen.

Zitat

Kaiser und Gott

Für das folgende Zitat beim Empfang erntete OB Müller Applaus und Schmunzeln. Er zitierte, um die Freude der Stadt am Erhalt der Kirche zu erklären, aus dem 22. Kapitel des Evangeliums nach Matthäus: »So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.« Eine Erklärung des Oberbürgermeisters musste da folgen: Er wollte nur zeigen, dass er die Bibel kenne. 

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