Friesenheim - Oberweier

Abschied von Oberweiers Alt-Ortsvorsteher Richard Haas

Autor: 
Frank Hansmann
Lesezeit 3 Minuten
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10. Januar 2019
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Susanne Stahl (von links) und Oskar Kopf überreichen Richard Haas (rechts, mit Ehefrau Monika) ein Abschiedsgeschenk im Namen des Ortschaftsrats.

Susanne Stahl (von links) und Oskar Kopf überreichen Richard Haas (rechts, mit Ehefrau Monika) ein Abschiedsgeschenk im Namen des Ortschaftsrats. ©Susanne Stahl (von links) und Oskar Kopf überreichen Richard Haas (rechts, mit Ehefrau Monika) ein Abschiedsgeschenk im Namen des Ortschaftsrats.

Mit viel herzlich formuliertem Lob wurde Richard Haas nach 30 Amtsjahren am Mittwochabend feierlich als Ortsvorsteher von Oberweier verabschiedet. Neben dem offiziellen Akt ließen es sich Mitarbeiter und Vertreter aller Vereine nicht nehmen, Haas mit den besten Wünschen gebührend zu verabschieden.

Es war weitaus mehr als ein offizieller Akt. Denn die Verabschiedung von Richard Haas nach fast 30-jähriger Amtszeit als Ortsvorsteher hätte herzlicher kaum sein können. Politische Zugehörigkeiten schienen keine Rolle zu spielen. Vielmehr stand das menschliche Miteinander im Vordergrund, das offenbar über die drei Jahrzehnte gewachsen war und neben dienstlicher ebenso persönliche Verbundenheiten wachsen ließ.  

»Jetzt ist es so weit, lieber Richard«, startete sein Stellvertreter Oskar Kopf (CDU) die Laudatio in öffentlicher Ortschaftssratssitzung am Mittwochabend. Kopf erinnerte daran, wie Haas im Oktober 1989 in den Ortschaftsrat gewählt worden war und bereits zwei Monate später als »Grünschnabel« unverhofft das Amt des Ortsvorstehers übernahm. Im Überwinden politischer Differenzen und der Unterstützung aller sich ergebenden Möglichkeiten sah er die wesentlichen Charaktereigenschaften des Kommunalpolitikers. Neben zahlreichen Errungenschaften im Amt waren es aus Sicht von Kopf die Verdienste um die Planung und Veranstaltung des Ortsjubiläums im Jahr 2014, die besonders hervorgehoben werden sollten. Als Vorsitzender des Fördervereins zur 950-Jahr-Feier hatte Haas auch hier die Hauptverantwortung. Unter der Würdigung der Verdienste von Ehefrau Monika, die ihm stets den Rücken frei gehalten habe, verabschiedete er Haas mit den Worten: »Du hast Spuren in Oberweier hinterlassen. Die Oberweierer werden noch zahlreichen Dinge viele Jahre mit Richard Haas in Verbindung bringen.«

Als Vorbild auf allen Ebenen bezeichnete Rathausmitarbeiterin Gerlinde Beiser den scheidenden Ortsvorsteher Richard Haas. Er habe sich als Vorgesetzter, Kollege und Mensch stets Zeit genommen für ein Gespräch mit den Mitarbeitern. Diese emotionalen Umstände um die Verabschiedung waren auch Bürgermeister Erik Weide nicht entgangen. Weide rief in seiner Rede die Eckdaten der politischen Stationen in Erinnerung. Es war der aus Weides Sicht gelungene Spagat zwischen den Interessen von Oberweier und der Gesamtgemeinde, den Haas immer wieder erfolgreich praktiziert habe. »Du warst ein Glücksfall für Oberweier – Motor und treibende Kraft«, so der ebenso von einem freundschaftlichen Verhältnis sprechende Bürgermeister. Die Meilensteine des politischen Wirkens sah Weide neben verschiedenen baulichen Projekten in der 950-Jahr-Feier, der Gründung der Partnerschaft mit der elsässischen Ortschaft Dorlisheim sowie dem Kauf des Pfarrhauses, den Weide als »letzten großen Deal« bezeichnete.

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Launige Reden

Das einfallsreiche Geschenk des Ortschaftsrats übergab Susanne Stahl (Freie Wähler) im Rahmen einer launigen Rede. Mit einem Gutschein für neue Wanderschuhe landeten die Ratsmitglieder offenbar einen Volltreffer, wie das im Geheimen beigebrachte ramponierte Vorgängermodell bewies.

Einen »großen Bahnhof« veranstalteten zahlreiche Bürger ihrem scheidenden Ortsvorsteher nach der öffentlichen Sitzung auf dem von der Feuerwehr ausgeleuchteten Rathausvorplatz. Vertreter aller Vereine schüttelten Hass dankend die Hände. Der Musikverein sowie Kirchenchor und Männergesangverein boten ihrem »Richard« ein Ständchen zum Abschied. Anschließend zeigte Haas seine Qualitäten als Gastgeber, indem er die Anwesenden zu einem Stehempfang einlud.

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