Friesenheim

Agrar-Tag der CDU Friesenheim auf dem Lierbachhof

Walter Holtfoth
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09. April 2019

Viele Friesenheimer nutzten den CDU-Agrartag, um sich über Landwirtschaft zu informieren. ©Walter Holtfoth

»Wir wollten mal nicht nur Handwerks- oder Industriebetriebe besuchen, sondern auch mal einen Blick in einen hiesigen landwirtschaftlichen Betrieb werfen.« So begrüßte der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Roland Herzog die Gäste auf dem Hof von Harald Erb. 

Er bewirtschaftet als Nebenerwerbslandwirt einen von ehemals vier Aussiedlerhöfen, den Lierbachhöfen, in Friesenheim. Eingeladen hatte der CDU-Gemeindeverband. In Anwesenheit der Landtagsabgeordneten Marion Gentges war die Situation der Agrarwirtschaft das Thema.

Der Senior des Hofes, Martin Erb, erzählte von den Anfängen in den 1950er-Jahren, als ihm angeboten wurde, seinen Betrieb aus dem Kernort auszusiedeln, um ihn in der flurbereinigten Landschaft neu zu bewirtschaften. Er bearbeitete 1956 den Hof noch mit Pferden, die die Furchen in die Felder zogen, bevor er sich 1957 für ein kleines Vermögen seinen ersten Traktor, einen »Lanz 16«, anschaffen konnte. »Eigentlich wollte ich immer Pilot werden«, sagt Erb zu seinem Traum, den er nicht realisieren konnte.

Bekannt waren die Erbs, Senior Martin hatte einen Sohn und drei Töchter, für ihren Spargel-Anbau, der selbstverständlich noch ohne Folien kultiviert werden musste. Mit Blick vom Hof ins Tal hinunter habe man das Meer aus weißen Stangen gesehen. Erb verwies auf den Einsatz von Folientunneln, ohne die die heutigen Erträge gar nicht möglich seien. Sie seien auch ein wesentlicher Bestandteil des Pflanzenschutzes und nicht mehr wegzudenken. 

Auf der von vielen interessierten Friesenheimern besuchten CDU-Veranstaltung ging  Erb auch auf die Sorgen und Nöte der Betriebe in der heutigen Zeit ein.  »Von vier Lierbachhöfen ist dies der einzige noch aktive Betrieb hier, alle anderen werden nur noch zum Wohnen benutzt, vielleicht noch ein bissle mit Pferden«, klagte Erb, der insgesamt etwa 60 Hektar Land bearbeitet. 

Auflagen, Verwaltungsarbeiten, Gängeleien, immer höher steigende Mindestlöhne machten den Landwirten zu schaffen. So würde die Bewirtschaftung der Flächen beispielsweise satellitenüberwacht. »Und wehe, du kommst mal einen halben Meter zu weit nach rechts, dann wirst Du abgestraft.« Natürlich gehe er, wie all seine Kollegen, verantwortlich mit Pflanzenschutzmitteln um.

Mindestlöhne

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»Niemand will seine Produkte vergiften, das ist doch logisch«, sagte er. Er sorge sich viel mehr darum, dass immer mehr Betriebe aufgeben. Landschaftsschutzgebiete und Biotope erschwerten eine optimale Bewirtschaftung zusätzlich. 

Weiterer Redner mit Sorgen und Nöten war der Geschäftsführer von »Gemüsebau Huber« in Friesenheim, Michael Stahl. Huber baut im großen Stil Salate an. Die Politik solle auch versuchen, auf das Verhalten von Verbrauchern einzuwirken, so der Wunsch des Geschäftsführers.

Verbraucherschutz
Sein Beispiel war die Lieferung von 20 000 Salatköpfen an Edeka, die wieder zurückgenommen werden musste, weil ein besorgter Kunde eine einzige Laus gefunden hätte, mache deutlich dass auf diesem Gebiet etwas schief laufe. Früher habe Huber auch mit der Schule zusammen gearbeitet, um Kindern zu zeigen, wo Salat und Gemüse herkommen.

»Dann ist die Lehrerin in Pension gegangen und den jungen Pädagogen ist es zu nass oder zu dreckig gewesen«, klagte er. Dann sei die Aktion eingestellt worden.

Pflanzenschutzmittel

Ohne den Einsatz von Glyphosat und ähnlichen Mitteln  könne die Landwirtschaft heutzutage eine Versorgung der Bevölkerung nicht gewährleisten, war man sich einig. Erb verwies auch auf den Klimawandel, der die Landwirte vor große Herausforderungen stelle. Er versuche sich derzeit am Sojaanbau und neuen Obstsorten. 

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