Lahr/Schwarzwald

»Alemannische Wörterbuch«: Brucker-Buch neu aufgelegt

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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25. Juli 2014
Buchvorstellung mit Joachim Heil (links) und Fritz Leonhardt, der mit seiner Art zu lesen, stark an Philipp Brucker erinnerte.

Buchvorstellung mit Joachim Heil (links) und Fritz Leonhardt, der mit seiner Art zu lesen, stark an Philipp Brucker erinnerte. ©Jürgen Haberer

Tom Jacob vom Lahr-Verlag hat das »Alemannische Wörterbuch« von Philipp Brucker neu aufgelegt und um eine bisher unveröffentlichte Geschichte des im vergangenen Jahr verstorbenen Mundartautors ergänzt. Bei der Buchvorstellung plauderten Joachim Heil und Fritz Leonhardt aus dem Nähkästchen.

Der Betreiber des Lahr-Verlags hat sich mit der Neuauflage des 1991 erschienenen Taschenbuch richtig mühe gemacht. Philipp Bruckers Wörterbuch »Hänner’s verstande?«, das Standardwerk in Sachen »Lohrerditsch«, hat es neu strukturiert zwischen zwei richtige Buchdeckel geschafft. Aus 77 Seiten sind stolze 104 geworden. Tom Jacob hat das Buch um ein zweites Vorwort – einen von Philipp Brucker selbst geschriebenen, bisher unveröffentlichten Text über die alemannische Mundart – ergänzt und Raum gelassen für ein paar handschriftliche Eintragungen. »Es ist jetzt ein übersichtlich gegliedertes Wörterbuch mit umfangreichem Anhang, ein richtiges Nachschlagwerk«, betont Jacob nicht ohne Stolz.

Die letzte Doppelseite hat er sich für ein zusätzliches Schmankerl aufgehoben, eine kartenähnliche »Skizze der badischen Mundarten«. Eigentlich hätte das Buch bereits Ende Juni bei der von der Stiftung »Bürger für Lahr« veranstalteten »Mund-Art Lahr« vorgestellt werden sollen. Irgendwie ist es dann aber bei der Programmvorbereitung durch den Rost gefallen, obwohl Philipp Brucker doch explizit im Mittelpunkt der beiden Veranstaltungen am Samstag gestanden hatte.

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Weggefährten Bruckers
Jacob hat es nun mit einer gesonderten Buchpräsentation in der »Lahrer Winstub« nachgeholt und dafür Bürgermeister a. D. Joachim Heil und Fritz Leonhardt, zwei Weggefährten Bruckers seit den frühen 1960er-Jahren,mit  ins Boot geholt. Leonhardt las ein paar Texte des früheren Oberbürgermeisters. Sein Zungenschlag, sein Tonfall erinnerten ungemein an Philipp Brucker selbst. Joachim Heil beließ es bei frei erzählten Geschichten und Anekdoten, einem Blick auf die Mundart und ihre unterschiedlichen Ausprägungen. »Philipp Brucker stand immer auch für ein kultiviertes, städtisch geprägtes Alemannisch«, er selbst spreche den ländlich, derben Dialekt des Schwarzwald-Baar-Kreises, entschuldigte sich Heil.

Dann schickt er sich an, die kleinen Unterschiede zu erklären. Der Brucker »briäled« am Telefon, er brüllt. Obwohl das Wort in anderen Regionen für »heulen« und »weinen« steht. Es gibt viele regionale Eigenheiten, Wörter, die sich gerade auch im Schwarzwald von Dorf zu Dorf verändern. Heil kommt auch auf das »Badische Wörterbuch« zu sprechen, ein Projekt der Universität Freiburg. Brucker hat auch da mitgearbeitet; der später angebotene Sitz im Beirat ging dann aber Kraft Amtes an Bruckers Nachfolger, Oberbürgermeister Werner Dietz.

◼ Philipp Bruckers »Alemannisches Wörterbuch«, Lahr Verlag, 2014. Gebunden, 104 Seiten, mit einer Karte. ISBN 978-3-943180-07-7. Preis: 18,90 Euro.

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