Meißenheim

Auch der Meißenheimer Wald steht vor Herausforderungen

Autor: 
Hans Spengler
Lesezeit 3 Minuten
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06. Dezember 2019

Trotz großer Holzvorräte bedeute das Thema Wald eine große Herausforderung, sind sich Förster Gunter Hepfer (rechts) und Grünkulturexperte Wilfried Ostermann einig. ©Hans Spengler

Mit besonderen Aktionen wie Baumpflanzungen  oder auch Holzversteigerungen bringt die Gemeinde den Bürgern in Meißenheim und Kürzell den Wald nahe gebracht. 
 

Förster Gunter Hepfer, der die Auenwälder von Meißenheim, Kürzell und auch Neuried betreut, nimmt mit allerlei Aktionen die Bürger und hier insbesondere auch die Kinder mit ins Boot nimmt und sensibilisiert sie für das Thema Wald. 

Hepfer hat mit Fachleuten aus dem Bereich des Regierungspräsidiums Freiburg die mittelfristige Betriebsplanung für die Jahre 2020 bis 2029 erarbeitet und fortgeschrieben. Trockenheit und Klimawandel sind die aktuellen Themen, nachdem Sturm „Lothar“ 1999 auch in Meißenheim seine Spuren hinterließ. „Holzvorräte in unseren Wäldern sind seit 1839 dokumentiert und trotz diesen widrigen Umständen mit Krankheiten und Stürmen war noch nie das Holzvolumen pro Hektar so hoch wie heute“, betonte Gunter Hepfer in einem Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger. 

Großer Holzvorrat

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2010 wurde ein Holzvolumen von 125 Vorratsfestmetern (VfM) pro Hektar festgestellt und heute sind es 194 VfM. Hepfer meinte, dass trotz 20 000 Festmeter vorgesehen Einschlags und Holznutzung im neuen Zehnjahres-Quartal der Holzvorrat weiter angereichert werden kann. „Trotzdem wird die Gemeinde im Holzbereich finanziell weiter kleine Brötchen backen müssen, da der geringe Stammholzanteil zu einem bescheidenen Holzertrag führen wird.“ Aber bei Neuanpflanzungen müsse man in Jahrzehnten, ja teilwiese in Jahrhunderten rechnen, wenn sich der Ertrag rechnen soll. 

Das Eschenholzsterben ging im Meißenheimer Wald seit 2010 von 22 Prozent auf 14 Prozent zurück. Auch deshalb freut sich der Förster besonders über die große Bürgerbeteiligung bei Pflanzaktionen, Brennholzversteigerungen und Schwachholzdurchforstungen im Schlagraum. „Der Stammholzeinschlag, der in diesem Jahr nur im Rheinwald durchgeführt wird und auch das Herrichten von Brennholz lang, sind so ziemlich abgearbeitet, bis auf einige kleinere Flächen“, so der Förster. So könne der Verkauf von Brennholz lang und auch die Versteigerung von Schlagraum sehr früh ansetzen. 

„Unsere Wälder werden sich verändern. Klimaextreme, Hitze und Trockenheit führen für unsere Baumarten zu Stresssituationen. Pilzinfektionen an Ulme, Esche, Bergahorn, Hainbuche und Rot Eiche sind nicht zu übersehen und führen zu großen Schäden“, führte der Förster weiter aus. Aus diesem Grund müsse ein Umbau in klimafitte Wälder organisiert werden, was eine große Herausforderung bedeute. Eine Bedeutung komme auch der Rehwildbejagung zu, da der Wildverbiss an Jungbäumchen einfach zu hoch sei, was aufwändige Schutzmaßnahmen bedeuteten. „45 Hektar wilder Rheinwald werden sukzessive aus der Bewirtschaftung genommen und sich selbst überlassen, als Wildnisarreale, Waldrefugien und kleine Bannwälder“, stellte Hepfer eines der künftigen Ziele vor.

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