Lahr

Fachkräftemangel in Kitas: Aufruf im Radio hatte Erfolg

Louisa Krieg
Lesezeit 3 Minuten
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19. September 2022

Freuen sich über die bestandene Prüfung: die Quereinsteigerinnen (von links) Judith Schmidt, Natalia Reschetnik, Ines Feudel und Rinita Hald-Stukert. ©Stadt Lahr

Dem Fachkräftemangel in Kindertagesstätten will die Stadt Lahr mit Quereinsteigern abhelfen. Gerade sind vier angehende Erzieherinnen in ihr Anerkennungsjahr gestartet.

Ines Feudel, Rinita Hald-Stukert, Natalia Reschetnik und Judith Schmidt haben es geschafft: Bereits im Mai haben sie die Schulfremdenprüfung an der Merian-Schule in Freiburg erfolgreich abgelegt. Anfang September sind sie in verschiedenen Lahrer Einrichtungen in das Anerkennungsjahr gestartet. Bürgermeister Guido Schöneboom, Cornelia Guth, Leiterin der Abteilung Kinder, Jugend und Familie und Heike Augsten, Sachgebietsleitung Kindertagesstätten bei der Stadt Lahr haben den angehenden Fachkräften ihre Glückwünsche und Dank für das Durchhaltevermögen ausgesprochen.

„Hinter uns liegen zwei spannende, lehrreiche Jahre“, erzählt Judith Schmidt über das Projekt. Es sei zwar nicht immer leicht, die Balance zwischen Arbeit, Familie und Schule zu finden, die Mühe und Geduld habe sich aber ausgezahlt, fügt sie hinzu. Das bestätigt auch Ines Feudel: „Es ist toll, wenn man die Inhalte aus dem Unterricht gleich in den Kindertagesstätten anwenden kann“. Und wenn es zeitweise schwierig war, erzählt Natalia Reschetnik, haben sich die angehenden Erzieherinnen gegenseitig unterstützt und motiviert.  Die Schulfremdenprüfung haben sie, mit Hilfe einer Lerngruppe und viel Zusammenhalt, gemeistert. 

Die vier Quereinsteigerinnen kommen aus  unterschiedlichen Fachbereichen, eins haben sie jedoch gemeinsam – die Liebe zu Kindern. So haben sie, als sie von der Möglichkeit erfahren haben, nicht  lange gezögert. „Ich habe über einen Aufruf im Radio von dem Konzept erfahren und es war für mich ein guter Zeitpunkt“, so Judith Schmidt. Auch Rinita Hald-Stukert wollte endlich wieder etwas für sich selbst machen und musste  nicht lange überlegen.  Seit September 2020 waren sie  mit einem Beschäftigungsumfang von 75 Prozent als Zusatzkräfte in Kindertagesstätten beschäftigt. Die zusätzlichen Stellen wurden von der Stadt finanziert. Parallel dazu haben sie  zweimal wöchentlich den Abendkurs in Freiburg besucht. 

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Mit dem Anerkennungsjahr komme auf sie noch die ein oder andere Fortbildung, eine mündliche Prüfung und eine Facharbeit zu. „Das ist meiner Meinung nach trotzdem das spannendste Jahr. Man hat die Chance, alles auszuprobieren“, sagt Tamara Demers, die die Kindertagesstätte in der Lotzbeckstraße leitet. Für die Kitas seien die Quereinsteigerinnen ein großer Gewinn. „Es muss sich etwas tun und in diesem Bereich. Die Stadt  geht in die richtige Richtung“, so Tamara Demers. 

„Die Stadt Lahr wächst und der Fachkräftemangel ist in aller Munde“, sagt Bürgermeister Guido Schöneboom. Es seien immense Kraftanstrengungen nötig, um Erzieherinnen und Erzieher zu gewinnen, fügt er hinzu. Deshalb kooperiere die Stadt Lahr seit 2020 außerdem mit der Agentur für Arbeit Offenburg und der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Bühl. Im Rahmen der „Praxis-Integrierten-Ausbildung“ oder kurz PIA absolvieren weitere sieben Quereinsteigerinnen die Ausbildung. „Wir hoffen, dass alle der Stadt im nächsten Jahr zur Verfügung stehen“, sagt Cornelia Guth, Leiterin der Abteilung Kinder, Jugend und Familie. 

Vor dem Hintergrund der positiven Erfahrungen hat die Stadt Lahr 2021 außerdem eine Projektförderung des Landes eingeworben. „Es ist uns gelungen, hierfür elf Mitarbeitende aus den Bereichen Sozialarbeit und Heilpädagogik, Natur, Sport und Bewegung für sieben städtische Kitas zu finden“, so Cornelia Guth.

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