Heiligenzell

Aus Gewürzen wird Kunst: Bernadette Vögele zeigt ihre Bilder

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 3 Minuten
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18. Juni 2019

Anfangs war die Malerei Neuland für Bernadette Vögele, doch dann hat sie die Kunst zu lieben gelernt. ©Sophia Körber

Kurkuma, Curry, Zimt und Nelke – was bei dem einen wie ein Rezept klingt, ist bei Bernadette Vögele Kunst. Von Donnerstag bis Sonntag stellt die 53-Jährige ihre Malerei im Schlössle in Heiligenzell aus – und will damit eine ganz besondere Nachricht vermitteln. 

»Ich hätte anfangs nie gedacht, dass die Kunst einmal so viel Platz in meinem Leben einnimmt«, sagt Bernadette Vögele. Die Künstlerin aus Reichenbach sitzt zwischen ihren eigenen Kunstwerken und hält auch einen Flyer in der Hand. Von Donnerstag, 20. Juni, bis Sonntag, 23. Juni, stellt sie ihre Bilder im Schössle in Heiligenzell aus. Es ist zwar nicht das erste Mal, dass sie ihre Bilder der Öffentlichkeit präsentiert, aber diese Ausstellung ist doch etwas Besonderes: »Die Ausstellung bedeutet auch gleichzeitig den Abschluss meines Kunststudiums«, erklärt die 53-Jährige im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger.

Berufsbegleitendes Studium

Ursprünglich hat Vögele Steuerfach gelernt. »Also etwas ganz anderes«, wie sie selbst sagt. Drei Jahre hat ihr berufsbegleitendes Studium an der Hochschule in Ulm gedauert und ihr das Handwerk gelehrt. »Das war aber nicht alles, wir haben uns auch viele philosophische Fragen gestellt.«

Doch wie kam Vögele überhaupt zur Malerei? Angefangen hat alles 2014. »Ich war schon immer viel in der Seelsorge tätig und habe Krisen eher als Herausforderung gesehen«, erklärt sie. So kam sie früher oder später auch zum Hospiz. Die Arbeit mit den Angehörigen und Betroffenen hat ihre Blickrichtung verändert: »Irgendwann habe ich meine eigene Biografie hinterfragt.« 2014 hatte Vögele eine Sinneskrise und ist zum ersten Mal mit Kunst in Berührung gekommen. »Auf einmal habe ich eine Fülle in meinem Körper wahrgenommen. Das waren total andere Ansätze im Vergleich zu meinem wirtschaftlich orientierten Beruf.« 2016 hat sie schließlich ihren Job aufgeben, immer wieder Kurse besucht und ist zur Kunsttherapie gegangen.

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Während ihres Studiums ist sie mit verschiedenen Kunstformen in Berührung gekommen. Anfangs hat sie mit Acryl gemalt bis sie auf Naturmaterialien gestoßen ist. »Asche, Gewürze – die haben beim Malen ihre ganz eigene Qualität«, sagt die 53-Jährige und zeigt auf ein Bild hinter sich. Dort hat sie Nelke verwendet. 

Der besondere Reiz liege auch darin, dass das Bild immer wieder verändert werden kann. »Ich kann Materialien verbinden, Neues schaffen, auch wieder ein bisschen von der Farbe wegnehmen. Es ist ein Prozess, der ganz unterschiedlich lange dauern kann.« Deshalb könne Vögele nicht pauschal sagen, wie lange sie für ein Bild braucht. »Manchmal kommt man an einen Stillstand und geht dann in sich. Dadurch kommt man automatisch mit sich selbst in den Dialog.« Bei Vögele fängt das bereits beim Bau des Bilderrahmens an. Und genau darum geht es auch bei ihrer Kunst und auch ihrer Ausstellung.

»Natürlich dürfen sich die Besucher auf schöne Bilder freuen. Es geht aber auch darum, dass sie motiviert werden, selbst etwas zu gestalten«, erklärt die Künstlerin. Aus diesem Grund bietet Vögele bereits jetzt Kurse in ihrem Atelier in Reichenbach an. »Das ist für jeden. Menschen, die auf der Suche nach sich selbst sind oder einfach mal die Malerei ausprobieren wollen.« 

Hemmschwelle

Die Kurse laufen meist ganz unterschiedlich ab. »Wenn Menschen zu mir kommen, ist da oftmals eine Hemmschwelle. Andere hingegen malen einfach darauf los.« So ist es auch bei ihr selbst. Manchmal hat sie eine genaue Vorstellung, ein anderes Mal entwickelt sich das Bild erst im Verlauf des Malen. Am Ende ist sie jedoch immer zufrieden.

Info

Die Ausstellung

Von Donnerstag, 20. Juni, bis Sonntag, 23. Juni, stellt Bernadette Vögele ihre Bilder im Schlössle in Heiligenzell aus. Zu sehen sind ihre Bilder von 11 bis 18 Uhr. 

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