Lahr/Schwarzwald

Ausstellung in Lahr: Bilder als Momentaufnahmen

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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14. September 2018

Zwei Vernissage-Besucherinnen diskutieren eifrig über die Fotos, die Doris Hurst für ihre Ausstellung in »L'art pour Lahr« ausgesucht hat. ©Thorsten Mühl

Die erste Ausstellung des Vereins »L’art pour Lahr« nach der Sommerpause ist am Donnerstagabend eröffnet worden. Bis zum 7. Oktober sind über 40 Fotografien von Doris Hurst zu sehen, die sich des Themas »Der schöne Zerfall« gewidmet hat.

Durchaus etwas mit heißer Nadel gestrickt waren die Vorbereitungen zur ersten Ausstellung von »L’art pour Lahr« nach den Sommerferien. Nachdem eine Künstlerin aus München überraschend abgesagt hatte, bewiesen die Verantwortlichen Improvisationsgeschick. 

Mit der Anfrage bei Doris Hurst, ob sie einspringen könne, traf man zudem schnell auf Bereitschaft. Die Fotografin stellt bis zum 7. Oktober 41 ihrer Werke unter dem Titel »Der schöne Zerfall« in der Galerie aus. Erfreulich: Entgegen erster Befürchtungen der Verantwortlichen füllten sich die Räume der Galerie zur Vernissage trotz Regenwetters und des ersten Termins nach den Ferien mehr als ansehnlich.

Mitgebracht hat sie die zum größten Teil in Schwarzweiß geschossenen Motive von Reisen nach Italien, Frankreich und Irland. In einer kleinen Interview-Runde mit Ina Breig-Köchling ging Doris Hurst auf einige Aspekte um ihr Schaffen und rund um die Ausstellung ein. 

Hurst führte aus, dass die Schwarzweiß-Fotografieren bevorzuge. »Der Kontrast zwischen Licht und Schatten tritt hierbei ausdrucksstärker hervor, die Magie der Orte wird nochmals besonders transportiert«, sagte sie. Obgleich bevorzugt auf die analoge Technik setzend, fotografiere sie mittlerweile auch digital. 

Großvater Inspiration

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Der Großvater war ihre Inspiration dabei, sich mit der Fotografie eingehender zu befassen. Sie habe ihm bei seinem Wirken zuschauen können. Wie viel ihr dieser Schritt bis heute bedeutet, verdeutlicht Doris Hurst, indem sie ihrer Ausstellung ein besonderes Kästchen beigefügt hat, das Bilder ihres Großvaters zeigt. Dazu erklärt sie mit einem kleinen Text die Verbindung zwischen den Anfängen und ihrer heutigen künstlerischen Tätigkeit. Die eigentliche Technik spielt für die Künstlerin beim Fotografieren einer eher untergeordnete Rolle. »Ich sehe es eher als Malerei mit der Kamera an, gehe lieber nach Gefühl vor«, erläuterte sie. 

Sie bearbeite ihre Werke grundsätzlich nicht nach, verändere bestenfalls die Ausschnitte etwas, um verschiedene Blickwinkel zu zeigen. »Die Bilder sind im besten Wortsinn Momentaufnahmen«, verdeutlicht Doris Hurst. 

Auf die Frage, welche wichtige Lektion sie durch die Fotografie gelernt habe, musste Hurst nicht lange überlegen. »Geduld ist sicher wichtig. Als Fotograf lernt man, früh aufzustehen, da morgens das Licht am besten ist.« »Der schöne Zerfall« präsentiert dem Beobachter anhand vorwiegend ausgewählter historischer Gebäude und Gebäudeteile die enge Verknüpfung zwischen Schönheit, wie sie durch das Spiel mit Licht, Schatten und Stein entstehen. 

Je nach Blickwinkel eröffnen sich völlig unterschiedliche Assoziationen. Vergänglichkeit, Kraft, monumentale Erhabenheit bis hin zur Transzendenz zwischen dieser Welt und der Grenze zu einer Welt dahinter zeigen sich. Eingefangen wurden die Eindrücke nach sorgfältiger Vorbereitung und vor menschenleerer Kulisse.

◼ Zu sehen sind Doris Hursts Fotografien noch bis zum 7. Oktober, jeweils samstags und sonntags von 11 bis 15 Uhr.

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