Lahr

Autorennetzwerk war zu Gast in der Lahrer Mediathek

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 3 Minuten
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10. September 2018

Ein Autorennetzwerk war am Freitagabend zu Gast in der Mediathek (von links): Ronja Erb, Hans-Ulrich Moeller, Helmut Hannig, Heidrun Hurst, Marianne Schaefer, Martin Schütt und Ludwig Hillenbrand. ©Zlatka Kiryakova

Es geht um Märchen für Kinder und Erwachsene, Kurzgeschichten, historische Stoffe als Krimi-nalroman, um Mundart und um Verse. Sechs Autoren und Auto-rinnen sowie ein Sänger haben am Freitagabend in der Mediathek Geschichten erzählt.
 

Die Texte der Lesung sind so verschieden gewesen, wie die Herkunft der Autoren. Sechs Schriftsteller und Künstler aus der Region und Straßburg haben am Freitagabend in der Mediathek vor rund 30 Besuchern völlig unterschiedliche Geschichten auf genauso verschiedene Arten wiedergegeben. Ein Teil der Schriftsteller gehört zum Autorennetzwerk Ortenau/Elsass, das die Lesung zusammen mit der Mediathek veranstaltet hat.

Ludwig Hillenbrand als Mundartautor dürfte hier am bekanntesten sein. Eine seiner Geschichten schöpfte der ehemalige Lahrer Gymnasialdirektor aus dem wirklichen Leben. Er hat Gehörtes am Mittagstisch in einem Lahrer Ein-kaufszentrum beobachtet und zu einer eigenen Geschichte, »Ä Schwätzle beim Essen«, verarbeitet. Etwas nachdenklicher war da eine wohl auch echte Beobachtung, die er auf einer Party an einem Sommer-abend gemacht hat. Tenor: Die Be-deutung der Todesanzeigen in der Tageszeitung als wichtige Lektüre nehme mit dem Alter zu.

»Experte« ist auch Laie

Heiter und bissig waren die Bobachtungen des Sasbacher Autors Klaus Ulrich Moeller. Er gab gute Tipps, wie sich der Laie auf einer Vernissage verhalten sollte. Der Verfasser wird aus eigener Anschauung geschöpft haben, wenn er konstatierte, dass der »Experte« in Wahrheit genauso Laie wie der Rest der Besucher wäre. Die folgende Behauptung wird daher genau ins Schwarze getroffen haben: »Kunst ist erst Kunst, wenn der Kunstexper-te es sagt.«

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Eine wichtige Funktion haben einzelne Worte bei Helmut Hannig. Er beschrieb sehr präzise die seltsame Situation, wie es sich anfühlen wür-de, wenn jemand – hier der Autor – eine mehrere Jahre verlassene Wohnung betreten würde. Da war die Rede von »blinden Staub« oder dem »Antlitz einer Sandale, die aus der Plastiktüte schaut«.

Marianne Schaefer erzählte unter anderem ein Märchen des Paares Adam und Eva und der Schreibblockade des Schriftstellers Adam. Der Tipp Evas, »geh’ in den Garten und setze Dich unter einen Apfelbaum«, war dann – wie sollte es auch anders sein, sehr fruchtbar. Der Traum unter dem Apfelbaum bescherte dem Autor einen neuen Schub Fantasie. Spannend war, dass die Autorin die Er-wartungen hier nicht erfüllte. Eine Schlange hatte unter diesem Baum nichts zu suchen.

Garten in den Rheinauen

Ronja Erb, die in Straßburg lebt, steuerte eine Kurzgeschichte für Kinder und Erwachsene bei. Ein Garten in den Rheinauen, samt den Tieren hat hier sicher die Phantasie der Zuhörer angeregt. Ebenfalls in der Elsass-Metropole spielte der historische Kriminalroman von Heidrun Hurst, »der Teufel von Straßburg«, nur in einer ganz anderen Zeit. Die Verfasserin hat mit den wenigen Sätzen eine ganz andere Art Ge-schichte samt einer Reise in die Mitte des 14. Jahrhunderts hervorge-zaubert. Das Wort »Kopfkino« könnte hier am besten passen.

Martin Schütt, der ein Intermezzo mit eigenen Liedern bot, bevorzugte in seinen a Kapella gesungene Aphorismen alle möglichen und unmögli-chen Wortverdrehungen. So stellte er, sehr eloquent, unter anderem die Schilddrüse der Schildkröte vor. Es war offensichtlich, dass das für erhebliche Komplikationen sorgen kann.

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