Lahr

Barbara und Frank-Uwe Kündiger aus Lahr verabschiedet

20. März 2017
&copy Jacqueline Meier

Nun ist es amtlich: Barbara und Frank-Uwe Kündiger haben Lahr verlassen, um die Arbeit in ihren neuen Gemeinden in Konstanz und Allensbach aufzunehmen. Wie sehr sich ihre fast 16-jährige Anwesenheit in Lahr auf die Stadt ausgewirkt hat, war am Wochenende spürbar. 

Die Reihe der Grußwort-Redner war lang. Allein am Samstag waren es mehr als zehn, die sich in zwei Stunden das Mikrofon weiterreichten. OB Wolfgang G. Müller versuchte, seine Rede dem »Stakkato« des Programms anzupassen. Er sprach von einer Zeitenwende, die die Kündigers eingeläutet, von den Baumeistern, die das neue Lahr mitgebaut und dem gemeinsamen Werk der Toleranz, an dem die Pfarrer mitgearbeitet hätten. »Ich weiß um Ihren Verdienst. Danke für Ihre Aufopferung und Mühe«, sagte er. 

»Wir waren froh, dass Sie gekommen sind und Ideen mitgebracht haben«, dankte Günter Evermann, Leiter des Amts für Soziales, Schulen und Sport. »Ihnen war immer der einzelne Mensch wichtig«, betonte er. Martin Metzger, Pastor der evangelisch-methodistischen Kirche hat in Frank-Uwe Kündiger beim Lichtermarsch einen Leithammel gesehen. »Leitwolf wäre hier zu hart«, versuchte er den Hammel abzumildern.

Die beiden Gemeindediakoninnen Anna Lohf und Lisa Lüdemann verabschiedeten sich im Namen der evangelischen Jugend. »Ihr habt die Jugendarbeit in ganz Lahr geprägt«, lobten sie die Pfarrer und hoben einige Höhepunkte wie den Jugendkreuzweg und die Osternacht sowie die untere Etage des Gemeindehauses, das der Jugend zur Verfügung steht, hervor.

Viele Dinge angestoßen

Mit einem eigenen Lied verabschiedeten sich Geflüchtete und Ehrenamtliche des Freundeskreises Flüchtlinge. Weiter reihten sich Djahan Salar für die Neue Arbeit Lahr, Pfarrer Jochen Waldmann für den Lahrer Tisch, Hilda und Nina Beck für den offenen Frauentreff und den Verein Bürger Aktiv Lahr ein. Issa Demir der für die aramäische Gemeinde sprach, bezeichnete Frank-Uwe Kündiger als »Hirte, Vater, Bruder und Freund«, worauf sich der Pfarrer auf aramäisch bei der Gemeinde bedankte. Haiko Holland schloss sich für die Bürgergemeinschaft Dinglingen an und Herbert Kopf schließlich plauderte aus dem Nähkästchen und erzählte zur Erheiterung der Gäste einige Anekdoten aus dem Leben mit den Pfarrersleuten. 

Am Nachmittag hatte es eine Mundartlesung mit Ludwig Hillenbrand und Andrée Blum gegeben. Der Tag klang mit einem ganz besonderen Konzert aus. Unter dem Thema »Bach und Luther ganz munter« präsentierten sich nicht nur der Kirchen-und der Krankenhauschor noch einmal, sondern auch Franz Martin Groß an der Orgel, Franz Schüssele und Herbert Paul Wieber, die mit teilweise recht abstrusen Instrumenten das Konzert abrundeten. 

Tränen fließen

Der Veranstaltungsreigen ging am Sonntag weiter. Mit einem Gottesdienst zunächst in Mietersheim, der ehemaligen Gemeinde von Barbara Kündiger, und einem anschließenden Gottesdienst von Frank-Uwe Kündiger in der Martinskirche, bei dem die beiden von Schuldekan Georg Dietrich, begleitet von Schniefen und Schneuzen aus den Reihen der Kirchenbesucher, von ihren Pflichten entbunden wurden.  »Ich hoffe, die Konstanzer und Allensbacher wissen, was für Perlen sie sich da gefischt haben«, raunte eine Gottesdienstbesucherin ihrer Nachbarin zu, während sie sich die Tränen aus den Augen wischte.

Als letzte Amtshandlung hatte Frank-Uwe Kündiger noch eine Taufe in den Gottesdienst eingebunden. Vier Männer und eine Frau aus dem Iran sind zum Christentum konvertiert und wollten unbedingt noch von Pfarrer Kündiger getauft werden. Mit einem Sektempfang und einem Syrisch-Orthodoxen Gottesdienst endete die Lahrer Zeit des Pfarrer-Ehepaars. 

Autor:
Jacqueline Meier

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