Lahr und Umland
Dossier: 

"Bedienung, bitte!" Ab Montag sind die Gaststätten auf

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 3 Minuten
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18. Mai 2020

Mindestabstand einhalten (von links): Peter Weiß (CDU) demonstrierte mit Martin Feger, Peter Erhardt und Andreas Feißt (alle Dehoga), wie viel 1,50 Meter sind. ©Endrik Baublies

Ab Montag können Gaststätten und Hotels wieder ihre Türen öffnen. Ob alle 150 Mitgliedsbetriebe der Dehoga die kommenden Monate überleben, wird sich erst noch zeigen.

Wie schwer hat die Schließung in den vergangenen Wochen die Gastronomen in Lahr und Umgebung getroffen? Wie schnell können sich Restaurants, Cafés oder Eisdielen von den massiven Umsatz-Einbußen erholen? Andreas Feißt, Martin Feger und Peter Erhardt (Deutscher Hotel und Gaststättenverband, Dehoga) haben Peter Weiß, CDU-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Lahr-Emmendingen, erklärt, was nicht nur Gastronomen des Alt-Landkreises Lahr von der Politik erwarten. 

Abstand halten

Feißt ist Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbands in Lahr, Feger sein Stellvertreter. Erhard aus Weil am Rhein ist Mitglied im Vorstand des Landesverbands. Im Garten des Restaurants „Grüner Baum“, das Feger betreibt, zeigt sich am Samstag ganz praktisch, was die Öffnung ab Montag bedeutet. Neben Weiß und einem Mitarbeiter sind die drei Dehoga-Vertreter dabei – und ein Pressevertreter. Dafür benötigen die sechs Leute schon an der freien Luft drei Tische, nur um den Mindestabstand einzuhalten. Masken sind hier nicht notwendig. 

Die Dehoga-Vertreter stellen gleich zu Beginn fest, dass an den strengen Kontaktverboten von Bund und Land aufgrund der Corona-Pandemie in den vergangenen Wochen kein Weg vorbei geführt habe. „Den Virus hat niemand erfunden“, sagt Erhardt. „Da kann also niemand etwas dafür.“ Einig waren sich alle drei, dass in der Zukunft viel von den Gästen abhängt. Sie müssen das Verständnis dafür haben, dass es beim Betreten der Gaststätte oder beim Gang auf die Toilette etwas umständlicher sein wird. Positiv stimmt die Gastronomen das Verhalten der Bürger, die die Abholservices in den letzten Wochen nutzten.

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Wie stark die Schließungen jeden die etwa 150 Mitgliedsbetriebe der Dehoga in und um Lahr getroffen haben wird, kann derzeit niemand genau sagen. Optimisten schätzen, dass die Gastronomen in etwa 18 Monaten wieder so wie vor der Krise da stehen. Pessimisten rechnen mit einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren, sagte Erhardt. Daher waren alle drei sehr erleichtert, dass die Gastronomie, wenn auch zunächst mit deutlichen Einschränkungen, ab Montag wieder den Betrieb aufnehmen kann. Allerdings, das betonte Feißt, gebe es unter den Mitgliedern einige, die erst weiter abwarten wollen: Kleineren Wirtschaften, für die eine mögliche Öffnung – jetzt und mit Einschränkungen – mit zu hohen Personalkosten oder anderem Aufwand verbunden sind.

Ein Lob gab es von den Gastronomen an die Politik: Die Absenkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent bringe echte Vorteilen. Wie der einzelne Gastronom davon genau profitiert, werde die Zukunft zeigen. Kritik gab es bei dem Punkt aber auch. Warum wird diese Änderung auf die Speisen, aber nicht auch auf Getränke angewandt?

Land soll helfen

Sandra Boser, die grüne Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Lahr-Wolfach, besuchte den „Grünen Baum“ bereits am Freitag. Sie dankte im Gespräch mit Inhaber Martin Feger, dass die Gastronomen so schnell und flexibel mit Abhol- oder Bringservices reagiert hatten. Die Landesregierung müsse jetzt auch weiter der gesamten Branche mit Investitionen oder Ausfallprogrammen helfen. Weiß stimmte dem am Samstag zu.

Info

So läuft der Besuch im Lokal ab

Wer in eine Gaststätte will, muss reservieren. Um Kontakte gegebenenfalls verfolgen zu können, erheben Betreiber mit Einverständnis der Gäste Name, Datum und Uhrzeit des Besuchs und Kontaktdaten. Die Daten werden nach vier Wochen gelöscht. Vor Betreten der Räume sollen die Hände desinfiziert werden. Wo möglich, ist ein Abstand zu allen Anwesenden von mindestens 1,5 Metern einzuhalten – so groß muss auch der Abstand zwischen den Tischen sein. Körperkontakt soll vermieden werden. Gäste dürfen nur auf zugewiesenen Plätzen sitzen. Der Kontakt zu den Gästen ist beim Bedienen auf ein notwendiges Maß zu beschränken. Soweit möglich, sollen die Beschäftigten einen Servierwagen nutzen. Bezahlt werden soll möglichst ohne Bargeld. Beschäftigte müssen in allen Räumen mit Gästekontakt einen Mund-Nase-Schutz tragen.

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