Meißenheim und Schwanau

Beringungstour durch das Ried: Störche haben jetzt Namen

Autor: 
Wolfgang Schätzle
Lesezeit 3 Minuten
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25. Juni 2019

Jürgen Vogelbacher hat die Störche im Ried beringt, so auch in Kürzell. ©Wolfgang Schätzle

In einer großen Beringungsaktion erhielten vergangene Woche acht Jungstörche im Ried ihre Ringe. In Meißenheim war der Horst allerdings leer.

Der Horst auf dem Dach der Alten Fabrik in Kürzell wurde in einer großen Beringungstour vergangene Woche angesteuert. Dort war bis vor einem Jahr noch Kürzells legendäre Altsstörchin »Adelheid« zu Hause, die von 2012 bis 2018 mit ihrem Partner in Kürzell zwölf Küken großzog. Legendär deshalb, weil »Adelheid« aus dem schweizerischen Biel-Benken stammte und deshalb ihre Nachkommen von Storchen-Freunden aus der Schweiz »gesponsert« wurden.

Drei Jahre in Folge wurde nämlich jeweils ein Jungstorch mit einem GPS-Sender ausgestattet. Es waren zugleich die ersten in der Ortenau. Im vergangenen Jahr setzten die Schweizer ihr Sponsoring aus. Die Option dieses fortzuführen bestand jedoch weiter. Doch 2018 war auch das Jahr, in dem »Adelheid« an der A 5 bei Friesenheim zu Tode kam. Dennoch geht es zumindest mit dem Nachwuchs im Storchennest weiter. Adelheids Partner fand eine neue Partnerin, mit der er wie zuletzt mit Adelheid, wieder drei Küken groß zieht. 

Riskanter Aufstieg

Sie waren bereits kräftig und groß als Jürgen Vogelbacher zum Beringen der Jungstörche den Adebars einen Besuch abstattete. Zwar gibt es einen Ausstieg im Dach, aber der Beringungsbeauftragte der Vogelwarte Radolfszell zog es vor, den Steiger des E-Werks Mittelbaden zu nutzen. Dieser sei ohnehin unentbehrlich auf der Tour, da fast ausschließlich Horste auf Strommasten angefahren werden und zugleich könne so der riskante Aufstieg vermieden werden. Oben angekommen machte es Klick und »Aba« (DER A3 P86), »Abby« (P87) und »Aiala« (P88) hatten ihre »Pässe«, damit ihre Reisen in den zentralen Datensammlungen der europaweiten Vogelwarten gesammelt werden.

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Vogelbacher und sein Team waren auch in Meißenheim, trafen dort allerdings in der Mühlstraße keine Störche mehr an. Das Nest war leer. Der Nachwuchs hatte offensichtlich die Regentage im Mai nicht überlebt. In Ottenheim konnte erstmals auf dem Horst in der Rathausstraße nahe der evangelischen Kirche beringt werden. Dies war im vergangenen Jahr wegen Bauarbeiten in dem Bereich nicht möglich, weshalb damals drei Jungstörche ohne Ring blieben. In diesem Jahr hat nur ein Küken überlebt – aber das trägt nun eine Ringmarke (DER A3 P81), worüber sich Pfarrerin Marie Jakobi freute. 

Stolzer Holländer

In Nonnenweier freute sich hingegen ein Holländer, der gerade im Schatten des Buswartehäuschen neben dem Horst in der Ottenheimer Straße eine Rast einlegte. Er war so fasziniert, dass er mit seiner Handykamera das ganze Prozedere festhielt. Nebenbei erzählt er dem Lahrer Anzeiger, dass er mit dem Flugzeug nach Griechenland flog und vor sechs Wochen dort mit seinem vollgepackten Fahrrad losfuhr. Von Athen über den Balkan und Italien führte die Tour von Arie Baas nach Nonnenweier. In eineinhalb Wochen möchte er wieder zu Hause sein. Und die nächsten Kilometer radelt er sicherlich mit Stolz, den die Jungstörche wurden spontan »Arie« (DER A3 P82) und »Baas« (P83) getauft. 

Einen Ring gab es auch für Wittenweiers Storchennachwuchs. Dort wurden bekanntlich die Adebars »ausquartiert«. Den Ersatz-Horst ließen sie links liegen und bauten sich kurzerhand ein neues Domizil etliche Meter entfernt in der Hauptstraße. Die beiden Jungstörche erhielten die Ringe DER A3 P84 und P85.

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