Friesenheim - Schuttern

Besucher strömen in Klosterkirche und Museum in Schuttern

Autor: 
Wolfgang Schätzle
Lesezeit 3 Minuten
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11. September 2019
Das Interesse an den Führungen durch Kirche, Museum und Ausgrabungen in Schuttern war groß.

Das Interesse an den Führungen durch Kirche, Museum und Ausgrabungen in Schuttern war groß. ©Wolfgang Schätzle

Schutterns Klostergeschichte erweckt immer größeres Interesse. Beim Tag des offenen Denkmals nahmen rund 160 Besucher an den Führungen teil. Stark frequentiert war das neugestaltete Museum.

Es war eine Mammut-Aufgabe, aber Matthias Rudolf meisterte sie mit einer Gelassenheit und konnte bis zur letzten Führung immer wieder aufs Neue begeistern. Erstaunlich, wie Rudolf seine Rolle als vergleichsweise junger Kirchenführer verinnerlicht hat. Im Juni 2017 hatte er Premiere im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Donnerstags in der Ortenau« (Dort). »Ich will mich einlernen. Wir suchen dringend neue Kirchenführer«, so der damals 27-Jährige gegenüber dem Lahrer Anzeiger. Siegfried Erhardt, »Mister Dort« im Historischen Verein Schuttern 603, war zuvor verstorben. Ein weiterer fundierter Kirchenführer, Martin Buttenmüller, gab bekanntlich dieses Jahr sein Amt als Vorsitzender ab, sodass am Sonntag der neue Mann an der Spitze, Matthias Rudolf, die vielen Gäste beim Tag des offenen Denkmals durch die ehemalige Klosterkirche und die Ausgrabungen führte. 

Exakt 52 Geschichtsinteressierte versammelten sich am frühen Sonntagnachmittag vor der einstigen Klosterkirche und heutigen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zur ersten Führung. Die große Gruppe konnte Rudolf noch draußen vor der Kirche mit ersten Infos versorgen. Bei den weiteren Führungen wurde die Begrüßung wegen des Regens gleich ins Innere verlegt. Dort gab es ohnehin eine kleine Reise durch die bewegte Geschichte des Gotteshauses.

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Zum Abschluss ging es unter die Kirche zu den Ausgrabungen aus den 70er-Jahren. Rudolf verstand es, die Leute immer wieder mitzureißen, zumal er auch viele interessante Details zu erzählen hatte, die kaum einer wusste oder noch in Erinnerung hatte. Dass beispielsweise nur wegen des Fundes in Schuttern sämtliche Mittel für andere Ausgrabungen im Land erst einmal gestoppt wurden oder dass mancher Schutterner Unmut zeigte und Ausgrabungsleiter Karl List vorwarf, er würde alles kaputt machen und ihnen die Kirche wegnehmen. Auch die nachfolgenden Führungen stießen auf großes Resonanz, sodass alleine bei den Führungen bis zu 160 Besucher insgesamt gezählt werden konnten. Sechs Jahre zuvor waren es nicht einmal halb so viele, die zum Tag des offenen Denkmals gekommen waren. Ein Indiz mehr, dass Schuttern nicht nur bei Archäologen, Historikern und Geschichtsprofessoren auf immer größeres Interesse stößt, sondern auch bei den Leuten allgemein.

Auf großes Interesse stieß auch das in Zusammenarbeit mit Heidelberger Studenten neu konzipierte Klostermuseum, das übrigens auch außerhalb solcher Ereignisse an jedem zweiten Sonntag eines Monats von 14 bis 18 Uhr besichtigt werden kann. Eine Besonderheit am Tag des offenen Denkmals war jedoch die wertvolle Monstranz sehen zu können, die inzwischen wieder sicher im Tresor ist. Das Klostermuseum befindet sich im früheren Refektorium und Pfarrhaus hinter der Kirche. Dort gab es am Sonntag auch Kaffee und Kuchen.

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