Hommange an Bandgründer

„Bigband W“ kehrte zurück in Lahrer Stiftsschaffneikeller

Autor: 
Nicolaus Wilhelm
Lesezeit 3 Minuten
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18. November 2019

Die „Bigband W“ kehrte am Samstag wieder zurück in eine alte Wirkungsstätte. Sie gaben ein Konzert im Stiftsschaffneikeller. ©Nicolaus Wilhelm

Nach 20 Jahren Abstinenz ist die „Bigband W“ in den Stiftsschaffneikeller zurückgekehrt, in dem sie 1988 ihre Premiere unter der Leitung von Carlo Bäder feierte.  Gleichzeitig feierten sie in einem ausverkauften Haus den 85. Geburtstag des 2007 verstorbenen Bandgründers.

Die 19 Instrumentalisten der „Bigband W“ und Sängerin Isabel Haist unter der Leitung von Hanjo Gißler fühlten sich in dem intimen Rahmen des Konzerts am Samstag im Stiftsschaffneikeller in Lahr sichtlich wohl. Gißler intensivierte mit seiner launigen, humorvollen Moderation noch den engen Kontakt zum Publikum mit Informationen zu den Stücken oder Anekdoten aus der „Bäder-Zeit“.

Fantasie und Mut

Der Abend war auch eine Hommage an Carlo Bäder, aus dessen Bigband die „Bigband W“ hervorgegangen ist. Bäder war ein vielseitiger Lahrer Bandleader, Komponist und Arrangeur, der sich im Jazz durch seine Fantasie und auch durch seinen Mut zur experimentellen Musik einen großen Namen gemacht hatte. In Erinnerung an ihn präsentierte das inzwischen schon 31 Jahre alte Ensemble unter anderem Kompositionen und Arrangements von Bäder. Ein Höhepunkt war sicher die Aufführung des Titels „Moons of jupiter“ einer Bäder-Komposition, die vor 50 Jahren von der „Carlo Bäder Bigband“ damals noch auf Vinyl gepresst wurde. Hier brillierten Stefan Kürz an der Trompete und Jürgen Killian an den Tasten. 

Diese 31 Jahre, davon 20 Jahre in fast unveränderten Formation, schafften eine einzigartige Kompaktheit des Klangkörpers, die einzelnen Register ob Trompeten, Posaunen oder Saxophone sind eingespielt und auch die Rhythmusgruppe reagierte exakt auf Gißlers Intentionen. Erforderlich auch um den variantenreichen, komplizierten Arrangements Bäders gerecht zu werden. 

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Die Zuhörer wurden mit zwei Stücken aus der Blütezeit des Bigband-Jazz der 30er-Jahren beglückt. Bei „Cute“ von Neal Hefti präsentierte Schlagzeuger Matthias Ruf in einem Solo seine exzellente „Besenarbeit“. In der Komposition  von Jerome Kerns „Yesterday“ in einem Arrangement von Bäder zeigte Gißler an der Posaune seine Expertise. Mit einer Komposition von 1938 „Undecided“, bekannt gemacht durch die Grand Dame des Jazzgesangs Ella Fitzgerald, enterte die Sängerin Isabel Haist die Bühne. Bei dem Stück „What a difference a day made“ demonstrierten Isabel und Jörg Haist mit einem filigranen Gesang/Bass-Intro, dass sie nicht nur als Ehepaar harmonieren.  

Ungewohnte Version

Nach der Pause positionierte sich das Posaunenregister auf der Treppe gegenüber der Bühne, um als Posaunenchor das Intro „Victimate Paschalis Laudes“ zu intonieren. Dieses mittelalterliche Werk von Wipo von Burgund wurde von Bäder für die Bigband adaptiert. Mit „Black Narcissus“ von Joe Henderson, arrangiert von George Gruntz, profilierte sich Michael Gehring solistisch. Bei Chuck Mangiones weltbekanntem Hit „Feel so good“ hat Gißler eine ungewohnte Version vorgestellt, anstatt des bekannten Flügelhorn-Intros intonierte gesanglich Haist die Anfangssequenz.

Der Bill Withers Klassiker „Ain’t no sunshine“ und der Jamie Cullum Song „You and me are gone“ bildeten den offiziellen Abschluss des Konzerts. Das Publikum ließ es jedoch nicht zu, dass das Ensemble den Abend ohne  zwei Zugaben beendete.

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