1000 Jahre Friesenheim und Heiligenzell

Blick zurück in die Historie von Friesenheim und Heiligenzell

Autor: 
Wolfgang Schätzle
Lesezeit 3 Minuten
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15. März 2016
Lauschten dem Vortrag über ihre Geschichte (von rechts): Kaiser Heinrich II. (Helmut Britsch) und seine Gemahlin (Marie-Luise Wiechers).

Lauschten dem Vortrag über ihre Geschichte (von rechts): Kaiser Heinrich II. (Helmut Britsch) und seine Gemahlin (Marie-Luise Wiechers). ©Wolfgang Schätzle

Der Historiker zeigte sich entzückt vom Kaiserpaar. Die Zwei könnten durchaus so ausgesehen haben. Niklot Krohn referierte im Heiligenzeller Schlössle über Heinrich II. und dessen Schenkungsurkunde von 1016.

Es hatte schon seinen besonderen Charme als am Freitagabend im Heiligenzeller Schlössle das Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde von Luxemburg feierlich in die Sankt-Georgs-Kapelle einzogen, musikalisch begleitet von Bernd Maier von den »Spielleyt Freiburg«, der auch den nachfolgenden Vortrag mit zeitgenössischer Musik begleitete. Das außergewöhnliche Paar wird bekanntlich im Festjahr 1000 Jahre Friesenheim und Heiligenzell von Helmut Britsch und Marie-Luise Wiechers verkörpert. 

Anlass für den Abend war ein Geschenk des Historischen Vereins Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land, der den beiden Orten einen Vortrag schenkte. Schließlich sei es ein »echtes Jubiläum«, so Thorsten Mietzner. An der Schenkungsurkunde des Kaisers besteht kein Zweifel und es sei ein schönes rundes Jubiläum, weshalb die Regionalgruppe einen Beitrag dazu leisten wollte. Und dies tat sie in Person von Niklot Krohn, Archäologe und Historiker, der zu den Hintergründen der Schenkung recherchiert hatte. Die Originalurkunde gibt es nicht mehr, aber Abschriften in fünf unterschiedlichen Fassungen. Zwei davon wurden im 19. Jahrhundert als Fälschungen eines elsässischen Historikers entlarvt. 

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Die anderen drei finden sich in der »Monumenta Germaniae Histrorica« (Geschichtliche Denkmale Deutschlands). Sie belegen nicht nur das schon andernorts beobachtete Phänomen der inhaltlichen Ergänzung und Bereicherung einer Urkunde im Laufe ihrer Überlieferungsgeschichte, sondern bezeugen auch, dass einige Ortschaften genau gesehen »ein falsches Jubiläum haben«, so der Historiker. »Aber keine Sorge. Friesenheim und Heiligenzell können sich gespannt zurücklehnen. Sie sind es, die am deutlichsten den Anspruch haben, diese Urkunde für ihre Ersterwähnung in Anspruch zu nehmen«, versicherte Krohn. Und an die Adresse der elsässischen Gemeinde Plobsheim, die mit einer Delegation anwesend war, sagte Krohn, dass nur Heiligenzell und Friesenheim ihre Ersterwähnung mit diesem schriftlichen Dokument bezeugen können. Plobs­heim werde bereits 778 im Testament des Bischofs Remigius von Straßburg erstmals unter dem Namen Bladbodsheim erwähnt. »Feiert heute also seinen Geburtstag, aber nicht seine urkundliche Ersterwähnung.«

Fakt sei jedoch, dass über diese Urkunde die drei Ortschaften an das Kloster Schuttern gebunden werden, Zehntrechte und Grundbesitz hatten bis zur Klosterauflösung im Jahre 1806 Bestand.
Krohn gestaltete seinen Vortrag sehr abwechslungsreich, ging auch auf des Kaisers Umritte ein, die einst notwendig waren, um als neu gekrönter König zu überzeugen. Ebenso auf die Regesten (geschichtswissenschaftliche Zusammenfassungen) des Kaisers, die durchaus seinen Aufenthalt in Schuttern belegen. Wie das Kaiserpaar einmal ausgesehen hat, konnte Krohn nicht sagen, aber eine Ähnlichkeit mit dem aktuellen Präsentationspaar könnte durchaus sein, meinte der er augenzwinkernd.

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