Friesenheim

Bürger-Energie-Genossenschaft E-Werk Mittelbaden mit Gewinn

Autor: 
Frank Hansmann
Lesezeit 3 Minuten
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21. Juni 2018
Gute Zahlen wurden den Mitglieder der Bürger-Energie-Genossenschaft E-Werk Mittelbaden in der Versammlung vorgelegt.

Gute Zahlen wurden den Mitglieder der Bürger-Energie-Genossenschaft E-Werk Mittelbaden in der Versammlung vorgelegt. ©Frank Hansmann

Der erfreulich ausgefallene Gewinn lässt die Kassen der Mitglieder Bürger-Energie-Genossenschaft E-Werk Mittelbaden eG klingeln. Die Nachsteuerrendite liegt für 2017 bei 3,7 Prozent für die Einlagen der 1039 Mitglieder. Auch 2018 verspricht gute Zahlen. Als schwierig gestaltet sich die Findung neuer Anlageobjekte.

Gut angelegt erscheint die Einlagensumme von rund 5,6 Millionen Euro. Diesen Betrag haben die 1039 Mitglieder in die im Lahrer E-Werk ansässige Bürger-Energie-Genossenschaft E-Werk Mittelbaden eG (BEG) seit der Gründung 2013 investiert. Am Mittwochabend präsentierten in der Sternenberghalle Friesenheim Vorstand und Aufsichtsrat die Bilanz für 2017 – das vierte Geschäftsjahr der BEG. 

Erfreulich: Zum positiven Jahresabschluss trugen alle vier Photovoltaik-Anlagen und auch die beiden Windkraft-Anlagen (siehe »Informiert«) bei. Nicht nur das: Die Ergebnisse aller Anlagen lagen durchweg über den kalkulierten Zahlen, wie Vorstandsmitglied Frank Kunzelmann darlegte. Als größter Renditebringer erwies sich die erst im Vorjahr erstandene Photovoltaik-Anlage auf dem  ehemaligen Munitionsbunker im Wald bei Offenburg-Waltersweier. Um fast 17 Prozent konnten hier die Planzahlen überschritten werden. Insgesamt erzeugten die Anlagen der BEG über 7 000 000 Kilowattsunden Energie. Damit konnte der Bedarf von rund 2500 Haushalten gedeckt werden. 

Alleine in die Anlage in Waltersweier investierten die Mitglieder rund eine Million Euro. Aus Sicht der Genossen gut angelegtes Geld angesichts einer Rendite von 4,2 Prozent. Erstmals die Planzahlen überschritten hat die Windkraftanlage Schopfloch/Berghülen.  

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Vorstandsvorsitzende Brigitta Schrempp zeigte sich überaus zufrieden über die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr. Insbesondere die Investition von 1,1 Millionen Euro in Waltersweier sah sie als sehr lukrativ an. Neben der Verwirklichung dieses Projekt gab sie Einblicke in administrative Aufgaben, für die der Vorstand rund 500 Stunden ehrenamtlich aufgewendete. 

Als nicht verlässlich durchschaubar betrachtete sie die politische Lage hinsichtlich der Nutzung erneuerbarer Energien. »Hier tritt die Bundesregierung zunehmend auf die Bremse.« Der Beteiligung an neuen Projekten stünden komplizierte und kostenintensive Ausschreibungsverfahren gegenüber. Zu hohe Hürden für die kleine und regionale BEG, so ihre Einschätzung.

Diese Entwicklung machte sich im Zukunftsausblick von Vorstand Berthold Geppert bemerkbar. Er gab zwar einen Einblick in neue Techniken, die in Zukunft eine Beteiligung ermöglichen könnten, konnte jedoch keine konkreten Vorhaben präsentieren, selbst wenn man das regionale Wirken ausweiten würde. Daher scheint es aus seiner Sicht nicht ausgeschlossen, zukünftig vorhandene Liquidität wieder an die Genossen zurückzuzahlen. Diesbezüglich könnten 2019 Mitgliederbeschlüsse anstehen.
Großes Lob verteilten Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Seidel und Aufsichtsrat Peter Pohlmann, der den Bericht des Prüfungsausschusses verlas, an den Vorstand. Dem Prüfungsbericht stimmten die Mitglieder ebenso einstimmig zu, wie der Dividendenausschüttung von 3,7 Prozent nach Abzug der Steuern. Ein Ergebnis mit dem die anwesenden 150 Genossen offenbar sehr zufrieden waren.

Info

Zahlen und Fakten

BEG E-Werk Mittelbaden eG
Gegründet: Oktober 2012
Vorsitz: Brigitta Schrempp, 0 78 21/9 50 90
Mitglieder: 1039

Projekte
Photovoltaik-Anlagen: Mattenhof, Freizeithof Langenhard, Technische Betriebe Offenburg und Bunker Offenburg-Waltersweier
Windkraft-Anlagen: Schopfloch/Berghülen und Prechtaler Schanze

Bilanz
Anlagevermögen: 5,4 Millionen Euro, sonstige Mittel 460.000 Euro
Jahresüberschuss: 214 663 Euro
Bilanzgewinn: 212 589 Euro
Dividende: 208 125 Euro (entspricht einer Nachsteuerrendite von 3,7 Prozent)

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