Friesenheim - Schuttern

BUND Friesenheim vermittelt uraltes Wissen

Autor: 
Walter Holtfoth
Lesezeit 3 Minuten
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24. Mai 2020

Wolfgang Huppert zeigt wie man eine rauchfreie Verbrennung entfacht. ©Walter Holtfoth

Friesenheims BUND-Vorsitzender Wolfgang Huppert vermittelt das Wissen der Inkas und Azteken und demonstriert die Herstellung von Aktivkohle. Baumschnittreste von Streuobstwiesen können dem Boden einen nahrhaften Stoff zurückgeben. 

Streuobstwiesen bereichern das Obstangebot und bringen natürlich auch Baumschnittreste mit sich. Wie man diese sinnvolle verwerten kann ums sie nicht einfach auf die Deponie zu bringen oder gar zu verbrennen, wurde am Mittwoch im Schutterner Gewann „Im Segel“ eindrucksvoll von Friesenheims BUND-Vorsitzenden Wolfgang Huppert demonstriert. Dort betreut der Obst- und Gartenbauverein Friesenheim eine große Streuobstwiese. Die Bäume werden von Baumpaten gepflegt, also beschnitten und abgeerntet.
 
Eine uralte Methode

Wolfgang Huppert hatte sich einem großen Reisighaufen aus Baumschnittresten für die Demonstration ausgesucht. Mit einer uralten Methode, die ihren Ursprung bei den Hochkulturen in Südamerika hatte, demonstrierte der BUND-Vorsitzende wie mittels eines nahezu rauchfreien Verbrennungsvorgangs wertvolle Aktivkohle gewonnen werden kann. Die Inkas und Azteken hatten vor Tausenden Jahren dieses Verfahren entwickelt, um dem Boden einen nahrhaften Stoff zurückzugeben. 

Das Verbrennungsverfahren ist simpel und genial zugleich. Huppert machte deutlich, dass es wichtig sei ein Feuer zu entfachen, dass keinen Rauch entstehen lässt. Dabei liegt das Geheimnis dieses Verbrennungsvorgangs bereits im Entzünden des Haufens – das von oben stattfindet und nicht, wie bei Lagerfeuern angewendet, von unten angezündet wird. 

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Huppert hatte zuvor eine Mulde ausgehoben, in die die Zweige gelegt wurden. Die Mulde versorgt das entfachte Feuer mit ausreichend Sauerstoff und garantiert, dass sich die Flamme von oben nach unten frisst. So entsteht in kürzester Zeit tatsächlich eine rauchfreie, etwa zwei Meter hohe Feuersäule, in der alle Gase sofort verbrannt werden. „In der Kaminwirkung entsteht die Aktivkohle, die mit der gängigen Holzkohle nichts gemein hat“, erklärte der BUND-Vorsitzende die Vorgehensweise. Sobald das verbrannte Holz im Prozess die Farbe wechselt wird das Feuer abgelöscht. Dadurch würden auch giftige Salze ausgewaschen, die beim Brandvorgang entstehen. „Das Endprodukt ist feinporiger Kohlenstoff gemischt mit Mineralien, die dem Boden zurückgegeben werden.“ Das Prinzip trägt in Europa den Namen „Terra Preta“ was für schwarze Erde steht. 

Giftstoffe aufsaugen

Wolfgang Huppert erklärte, dass es sinnig sei, die Aktivkohle in Kläranlagen zur Schadstoffreinigung zu verwenden. „Wie ein Schwamm saugt das Material Giftstoffe über Jahre auf.“ Das Gemisch aus Naturboden, Kompost und Aktivkohle eigne sich für die Anwendung in der Landwirtschaft, betonte der Friesenheimer BUND-Vorsitzende, wo so viel Stickstoff vermieden werden könne. „Diese Gedanken an die Landwirte heranzutragen ist Sinn der Aktion in Schuttern.“

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