Lahr

Bundesweit einmalige Nähstube

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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04. August 2017

Beim Besuch der Lahrer SPD in der DRK-Nähstube versuchte Stadtrat Walter Caroli (Mitte) sich selbst einmal am Schneidetisch. ©Jürgen Haberer

Im Rahmen ihrer kommunalpolitischen Sommertour besuchte die Lahrer SPD am Donnerstagabend den DRK-Kreisverband. Im Fokus des Ortstermins standen der Kleidertreff und die erst vor wenigen Wochen eröffnete Nähstube, die mit Flüchtlingen und Ehrenamtlichen arbeitet. 
 

Es ist wenige Wochen her, dass der Lahrer Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes zur Eröffnung des neuen Kleidertreffs und der bundesweit wohl einmaligen Rot-Kreuz-Nähstube eingeladen hat. Der Kleidertreff ist ein richtiger kleiner Laden, der direkt an das Verwaltungs- und Schulungszentrum des Kreisverbands angegliedert ist. Dort wird zu günstigen Preisen gebrauchte, aber gut erhaltene und oft auch hochwertige Kleidung angeboten, dazu auch modische Accessoires und Bücher. 
Die Einrichtung steht allen Menschen offen. Es wird wie in einem ganz normalen Second-Hand-Laden nicht nach der Bedürftigkeit der Kunden gefragt, wie die DRK-Kreisvorsitzende Sigrid Lettau und Ute Zachmann, Leiterin der Einrichtung, beim Ortstermin der Lahrer Genossen betonten. Das gleiche gilt auch für die Nähstube auf der gegenüberliegenden Seite des Innenhofs im Nestler-Carrée. Dort können die im Kleidertreff erworbenen Fundstücke nicht nur abgeändert werden; dort können die Besucher unter fachkundiger Anleitung auch selbst schneidern. 
Das Besondere an der bundesweit wohl einmaligen, mit Mitteln des Bundesverbandes geförderten Nähstube ist die Tatsache, dass sie – unter der Leitung von Ute Zachmann – von Ehrenamtlichen und Flüchtlingen betrieben wird. Das Team wird angeführt von dem Syrer Ayham Hag Radour; seine Kollegen kommen aus Afghanistan, aus Gambia und aus Russland. 
Sigrid Lettau und Kreisgeschäftsführer Joachim Hurst stellten den Besuchern aber auch die übrigen Einrichtungen der DRK-Kreisgeschäftsstelle vor. 2012 eröffnet, ist die Einrichtung mittlerweile spürbar gewachsen. Auf rund 800 Quadratmeter Fläche beherbergt sie Verwaltungs-, Schulungs- und Tagungsräume, in denen der 14 Ortsverbände umfassende Kreisverband mit mehr als 4600 Mitgliedern eine Vielzahl an Aktivitäten koordiniert, aber auch Schulungen und Seminare anbietet.
Der Kreisverband ist Kooperationen mit Schulen und Vereinen eingegangen, bietet professionelle Erste-Hilfe-Kurse an, engagiert sich in der Seniorenbetreuung und bald wohl auch in der Kinderbetreuung. Er vermittelt Babysitter, bietet begleitetes Reisen für Senioren an und zahlreiche Gesundheitskurse. Seine Schulungsräume stehen auch anderen Einrichtungen offen.
Weiter ausgebaut wird aktuell das von Karin Ruder geleitete Hausnotrufsystem. Mit Mitgliedern aus den eigenen Reihen wird ein flächendeckendes Netz an Helfern vor Ort (HvO) aufgebaut. Sie sind ausgebildet und schneller vor Ort als der Rettungsdienst, können Ersthelfer unterstützen und wichtige Informationen weiterleiten. Sie können auch Entwarnung geben, wenn gerade beim Hausnotrufsystem einmal ein Fehlalarm ausgelöst wurde.
Von den Vertretern der SPD auf die Rolle der Ortsvereine angesprochen, betonten Hurst und Lettau die Bedeutung der Arbeit in den Ortsteilen und Umlandgemeinden. Es wäre wünschenswert, dass in Lahr selbst wieder ein eigener Ortsverein gegründet wird. Schnellschüsse würden aber keinem weiterhelfen. Wichtiger sei die Nachwuchsarbeit, der Aufbau einer aktiven Gruppe, die den Ortsverein dann auch mit Leben erfüllen kann.

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