Pferdedung

Bürger äußern Bedenken

Autor: 
Reiner Beschorner
Lesezeit 3 Minuten
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22. Juni 2021
Die geplante Fermentierungsanlage für Pferdemist in Meißenheim stößt auf Widerstand bei der Bevölkerung.

Die geplante Fermentierungsanlage für Pferdemist in Meißenheim stößt auf Widerstand bei der Bevölkerung. ©Friso Gentsch

Diskussion im Bezirksbeirat Meißenheim über geplante Pferdedung-Fermentierungsanlage. Anwohner befürchten Geruchsbelästigung und mehr Verkehr.

Nahezu 100 Bürgerinnen und Bürger sind am Montagabend zur Sitzung des Bezirksbeirats Meißenheim gekommen: Der aktuell diskutierte Standort für die von Harry Zürcher geplante Fermentierungsanlage für Pferdemist nahe der Kläranlage Im Grund ist weiterhin in der Kritik. In der Sitzung trugen zahlreiche Besucher ihre Bedenken gegen das Projekt vor.

Aktueller Planungsstand

In der Festhalle legte die Gemeindeverwaltung den aktuellen Stand der Planungen zum Bau einer Biogasanlage für Pferdedung dar. Seit drei Jahren schon beschäftigt dieser Antrag des Bauherren die Meißenheimer Verwaltung. Nachdem der Standort am Binzenweg vom Gemeinderat abgelehnt worden war, waren verschiedene Standorte im Gespräch. Für die Verwaltung und den Antragsteller erscheint inzwischen eine Ackerfläche bei der Kläranlage Im Grund als einzig machbare Alternative.

Unterschriftenliste

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Doch dagegen wehren sich einige Anwohner. In der Sitzung des Gemeinderats am 7. Juni dieses Jahr übergab Helmut Schuster eine Liste mit 136 Unterschriften gegen diesen Standort an Bürgermeister Alexander Schröder. Im Bezirksbeirat legte jetzt der Bürgermeister in einer Power-Point-Präsentation das Problem mit in der Feldflur rund um Meißenheim angelegten Misthaufen dar. Und er zeigte mögliche Lösungen auf.
Schröder hatte sich im Vorfeld persönlich ein Bild gemacht von der Arbeitsweise und den Auswirkungen einer Fermentierungsanlage auf das Umfeld, dafür besuchte er in Österreich eine vergleichbare Anlage in Braunau. Sein Fazit: Er habe dort keine nennenswerten Geruchsbelästigungen festgestellt. Und weiter erklärte Schröder: „Mit der vom Unternehmen Zürcher-Bau ins Auge gefassten Umgehungsstraße könnten auch die Bedenken wegen zusätzlicher Verkehrsbelastung zerstreut werden.“

Diskussion mehr oder weniger sachlich

In der anschließenden Fragestunde untermauerten mehrere Anwohner mehr oder weniger sachlich ihre Bedenken. Die Argumente gegen den Standort Im Grund waren vor allem Geruchsbelästigung und der befürchtete Mehrverkehr für die Anwohner; diese hatten kein Verständnis dafür, dass an einem Standort festgehalten werde, der von der Bevölkerung nicht erwünscht sei.

Einige Vorwürfe

„Wenn von der Anlage, wie von Ihnen dargelegt, keine Geruchsbelästigung ausgeht, warum hat man dann den ursprünglichen Standort am Binzenweg überhaupt abgelehnt?“, wollte ein Anwohner der Winkelstraße von Alexander Schröder wissen. Dem Bürgermeister wurde gar vorgeworfen, „hier eine Werbeveranstaltung für den Antragsteller Harry Zürcher zu veranstalten, der möglicherweise irgendein Gutachten vorgelegt hat, das für den Standort Im Grund spricht“. Ein weiterer Zuhörer vermisste das Verursacherprinzip und betonte: „Jeder Pferdehalter muss den Mist seiner Tiere entsorgen, ohne dass die Bevölkerung durch Geruch und Mehrverkehr belästigt wird.“
Trotz der teils massiven Vorhaltungen sah Bürgermeister Schröder die Diskussion positiv: „Vielleicht lässt sich ja in deren Folge oder auch bei den Einwendungen in der Offenlage des Bebauungsplans Auf dem Grund ein anderer, für alle Beteiligte akzeptabler Standort finden.“ Der Gemeinderat berät über die Aufstellung des Bebauungsplans und die Änderung des Flächennutzungsplans in seiner Sitzung am 28. Juni.

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