Friesenheim - Oberschopfheim

CDU Oberschopfheim stimmt für Auflösung ihres Ortsvereins

Autor: 
Redaktion
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24. September 2021

©Symbolfoto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Mitglieder der CDU Oberschopfheim votierten mit 18 Ja-Stimmen für die Auflösung ihres Ortsvereins und den Beitritt in den Gemeindeverband. Manche befürchten, dass alte Mitglieder einfach verschwinden.

Die historische Stunde für den Oberschopfheimer CDU-Ortsverband hat am Mittwoch fünf Minuten nach 21 Uhr geschlagen. Der Vorsitzende Ewald Schaubrenner verkündete, dass es die letzte Mitgliederversammlung als Ortsverband war. Nach einer kontrovers geführten Aussprache stimmten die Mitglieder  mit 18 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung der Auflösung des CDU-Ortsverbands zu. Zum 31. Oktober sollen die Geschäfte abgewickelt und ein Beitritt zum CDU-Gemeindeverband Friesenheim in trockenen Tüchern sein. Für den Beitritt stimmten 18 Mitglieder, zwei waren dagegen. 

Ewald Schaubrenner, aktuell auch Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Friesenheim, warb mit Herzblut für die Auflösung des Ortsverbands und den Beitritt zum Gemeindeverband.   Er sieht folgende Vorteile: einen einheitlichen Auftritt der CDU nach außen, die bessere Nutzung digitaler Medien und eine Vereinfachung der Vorstandsarbeit durch organisatorische Bündelung. Zudem wünscht sich Schaubrenner, dass die CDU wieder für junge Menschen attraktiver wird. Schaubrenner versprach, dass es durch eine paritätische Besetzung des Vorstands  auch künftig  eine Verbindung zu den Ortsteilen gebe, was in der Satzung geregelt werden solle.

Einige Einwände

Es folgten Einwände. Wilhelm Ehret wollte wissen, ob es schon offizielle Kandidaten zur Nominierung gibt: „Wenn wir uns aufgelöst haben, haben wir keine Möglichkeit mehr, darauf einzuwirken.“ Es sei geplant, so Schaubrenner, dass Emanuel Engel Vorsitzender werden soll und Michael Jäckle Stellvertreter. Hier kam der Einwand, dass Jäckle als Ortsvorsteher sich nicht noch mehr Arbeit aufladen solle.

Martin Mussler wollte wissen, was denn „der Plan B ist, damit die 30 Mitglieder aus Oberschopfheim nicht einfach so verschwinden.“ Diese Angst hegten viele der anwesenden älteren Mitglieder, dass sie bei der Auflösung einfach unter den Tisch fallen könnten. 

Wilhelm Ehret blickte auf seine 21 Jahre als Vorsitzender des Ortsverbands zurück und sagte, dass „die Parteiarbeit keine Hinterzimmerarbeit mehr ist wie in den 1990er-Jahren, auch keine Parteifreunde mehr in die Kneipen kommen. Heute läuft alles über soziale Medien.“ Es sei eine Zeit der Veränderung, die einer Neustrukturierung bedürfe.

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Eine Verjüngung der Mitglieder könne er nicht erkennen, wenn sich alle zusammenschließen, sagte Kassierer Achim Haag: „Es bleibt doch der Altersdurchschnitt“, und zu guter Letzt habe es die ganze Zeit funktioniert, warum nicht auch künftig. Er machte keinen Hehl daraus, dass er gegen eine Auflösung ist.  

„Wir müssen etwas Vernünftiges auf die Beine stellen und das Ortsteildenken sein lassen“, betonte Stefanie Dörfler. Mit dem Gemeindeverband gebe man sich nur eine neue Struktur. „Wir geben unsere Identität nicht auf“, sagte Dörfler mit Nachdruck. 
Albrecht Burbach, der einst selbst an der Spitze des CDU-Verbandes stand, die Gemeindereform miterlebte und die Befindlichkeiten von früher  kennt, sagte: „Wir sind von Friesenheim immer gut behandelt worden, auch wenn wir immer gegen den Zusammenschluss waren.“

Dass die Alten nicht vergessen werden und man mit ihnen in der Diskussion stehen werde, betonte Lorenz von Haas. „Wir wissen, dass ihr die Partei lebt und zu dem gemacht habt, was sie ist. Ihr seid die Partei“, sagte von Haas. Nicht bange machen lassen wollte sich Franz Lögler: „Wenn es nicht klappt, gründen wir einfach wieder einen Ortsverband.“  

Projekt-Finanzierung

Stefanie Dörfler fand dann die vom Gemeindeverband anvisierten 60 Euro pro Mitglied aus der Auflösung als zu hoch; das Geld stamme von den Oberschopfheimern und damit solle ein Projekt im Dorf finanziert werden. Achim Haag reklamierte, mit den 60 Euro greife der Gemeindeverband in die Entscheidungskompetenz des Ortsverbands ein.

Im Gemeindeverband sollen künftig Sabrina Hauser, Stefanie Dörfler, Lorenz von Haas und Michael Jäckle aus Oberschopfheim. 

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