Lahr

Chronist einer anderen Zeit

Autor: 
Braun Hildegard
Lesezeit 2 Minuten
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03. März 2012
Hildegard Braun - Tom Jacob (links) war Stichwortgeber von Ralf Bernd Herden, der in der Lahrer Winstub den Dichter Heinrich Hansjacob gab.

Hildegard Braun - Tom Jacob (links) war Stichwortgeber von Ralf Bernd Herden, der in der Lahrer Winstub den Dichter Heinrich Hansjacob gab.

Der Jungverleger Tom Jacob hatte zu einem »Hansjakob-Abend« in die Winstub in der Schlossergasse eingeladen – quasi als vorgezogene Feier zum 175. Geburtstag des »Bewahrers der alemannischen Mundart«. So nennt Alt-OB Philipp Brucker den Dichter.

Lahr. Heinrich Hansjakob (1837-1916) war Priester, Vater, Revolutionär und vor allem Chronist einer zumindest aus heutiger Sicht völlig anderen Zeit. Und Hansjakob hatte etwas zu sagen, weil er die Gabe des genauen Hinsehens besaß. Er dachte und sprach ganz selbstverständlich seinen Haslacher Dialekt und schrieb seine Texte in hochdeutschem Ton. Hier setzte er die Mundart als Stilmittel ein. Lahrs Alt-Oberbürgermeister Philipp Brucker, selbst Mundartschreiber, beschäftigte sich schon vor 25 Jahren (und bislang als einziger) mit der Mundart in Hansjakobs Werk und referierte anlässlich dessen 150. Geburtstags darüber in Haslach.

Auf dieses bislang unveröffentlichte Manuskript war nun Michael Jacob (Literaturagent von Brucker) gestoßen und übergab es an seinen Sohn, um damit ein jetzt veröffentlichtes Buch zu publizieren (siehe Stichwort). Es enthält zwei Komponenten: zum einen das Referat, zum anderen die Geschichte »Valentin der Nagler«, auf die sich das Referat bezieht.

Im Rahmen des Hansjakob-Abends in der Lahrer Winstub wurde das Buch nur am Rande behandelt, das Hauptaugenmerk aber lag auf Episoden und Geschichten aus dem Leben des heimatverbundenen Dichters.

Sonderurlaub im Himmel

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Der wurde an diesem Abend von Ralf Bernd Herden verkörpert, der im Dialog mit Tom Jacob von seinem Tag Sonderurlaub im Himmel berichtete. Bei bestimmten Stichworten übernahmen weitere Sprecher die Regie, darunter Irmgard Förschner (Vorsitzende der Muedersprochgsellschaft), Michael Jacob (Herausgeber des Buches), Juliana Bauer, Ludwig Hillenbrand und Helmut Dold. Den musikalischen Rahmen gestaltete Jürgen Seitz mit Heimatliedern.

Heinrich Hansjakob ist nicht schwer zu lesen, da er auf Hochdeutsch schrieb. Seine Geschichten sind früher wie heute aktuell, wie der Anfang von »Valentin der Nagler« zeigt: »Unsere Neuzeit hat mit ihren technischen Erfindungen ein großes Stück Poesie aus der Welt geschafft. Die Dampfmaschine mit ihren Eisenbahnen hat Tausende von Studenten und Handwerksburschen von den Landstraßen weggefegt, und die Landkutschen samt den Postillionen und Posthörnern von den höchsten Bergen und aus den entlegensten Tälern vertrieben.«

Stichwort: Neues Buch

scher Mundart« heißt ein mehr als 100 Seiten starkes Buch Philipp Bruckers über Heinrich Hansjakob, das im Verlag Tom Jacob (Lahr) erschienen ist. ISBN: 978-3-943180-02-2.

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