Lahr

Bankett: 1000 Jahre Friesenheim und Heiligenzell

Autor: 
Wolfgang Schätzle
Lesezeit 4 Minuten
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06. Juni 2016
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Beim großen Finale kamen alle Akteure noch einmal auf die Bühne – zu einem farbenfrohen Bild. ©Wolfgang Schätzle

Ein grandioser Festakt, ohne lange Reden oder Grußworte. Friesenheim und Heiligenzell feierten in der Sternberghalle ihr 1000-jähriges Bestehen mit einer kurzweiligen Zeitreise durch die Geschichte.

Friesenheim. Er ist auf den Bühnen dieser Welt zu Hause, und doch gehörte sein Herz ganz und alleine seiner Heimatgemeinde Friesenheim. Seine Bühne war an diesem Tag die Sternenberghalle, wo er zusammen mit Uwe Baumann dem Festbankett zu 1000 Jahre Friesenheim und Heiligenzell eine besondere Note verlieh: Marco Hertenstein, heute in München lebend, schrieb quasi das Drehbuch zu einem unvergesslichen Festbankett, wie nicht nur Hans Weide aus Ottenheim meinte, der Vater von Friesenheims Bürgermeister Erik Weide. 

Auch Alt-Bürgermeister Armin Roesner war hellauf begeistert über das, was da in zweieinhalb Stunden auf die Bühne gezaubert wurde. Marco Hertenstein habe uns diesen Abend geschenkt, meinte die Vorsitzende des Vereins »1000 Jahre Friesenheim und Heiligenzell«, tosender Applaus brandete daraufhin durch die Sternenberghalle.

Den gab es auch reichlich für Mit-Denker und Macher Uwe Baumann, der zugleich als Moderator zusammen mit Co-Moderatorin »Fräulein Hannelore« alias Nicole Kopp durch einen erlebnisreichen und abwechslungsreichen Abend führte. Und dieser beeindruckte von Anfang an – nicht zuletzt deshalb, weil keine großen Reden geschwungen oder unzählige Grußworte abgegeben wurden. 

In einem Guss

Alles war sozusagen in einem Guss in eine sogenannte »Sternenberg-Konferenz« gepackt worden. Beginnend mit der Jahrtausend-Fanfare, die Marco Hertenstein für seine Heimatgemeinde geschrieben hat und erstmals beim Neujahrsempfang zum 1000-Jährigen in der Sternenberghalle präsentiert wurde. 

Der »Erinnerungs- und Ahnens-Flug«, wie Baumann die Zeitreise nannte, startete mit einer Liebesgeschichte. »Die Liebe von Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde – einem Traumpaar der Geschichte«, so ein »virtueller Sprecher«. Und dann kam das »Traumpaar« der 1000-Jahr-Feier: Helmut Britsch und Marie Luise Wiechers, die seit Jahresbeginn bei allen wichtigen Anlässen rund um das Jubiläumsfest das Kaiserpaar verkörpern. Noch einmal wurde jene Schenkung-Szene nachgestellt, auf der die geschichtliche Ersterwähnung von Friesenheim und Heiligenzell fußen. Über informative visuelle Einspielungen zur schwarzen Pest und der Inquisition (Hexenverbrennung), zwei dunkle Kapitel der europäischen Geschichte, wurden die zahlreichen Festgäste in das Jahr 1525 geführt.

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Plötzlich war es laut

Das Kapitel des Bauernaufstands wurde aufgeschlagen. Es war plötzlich laut auf der Bühne, den Friesenheims und Heiligenzells Bauern stürmten das Kloster in Schuttern. Der Aufstand nutzte nichts, das Kloster bekam seine Rechte zurück. 1629 ging Friesenheim an die Markgrafschaft Baden über. 

»Wenn wir genau hinschauen, ist der Slogan von Friesenheim knapp 500 Jahren alt – ein schönes Stück Baden«, so Baumann. 1638 kam in Friesenheim der Dreißigjährige Krieg an, eine weitere Spielszene. Friesenheim brennt, nur ein Wohnhaus und die evangelische Kirche sollen den Brand überstanden haben. Hervorragend umgesetzt von zunächst schreienden Menschen in Nachthemden, danach Stille, auf der Bühne wurde die Trauer live in Musik umgesetzt.

Und dann kam Napoleon Bonaparte, hervorragend von Johannes Gißler in Szene gesetzt. Weitere Kapitel: Die Badische Revolution mit singenden Freiheitskämpfern und einer Paraderolle für Gerold Kadenbach, die Weltkriege, dazwischen eine Charleston-Einlage aus den 20-Jahren und die Gemeindereform, gegen die sich Schuttern bis zuletzt wehrte. Und die Neuzeit: Bürgermeister Erik Weide und Charlotte Schubnell wurden ins Weltall geschossen, kehrten noch während des Festakts zurück und berichteten den Gästen, wie es um Friesenheim und die Ortsteile im Jahre 2050 bestellt ist. Eine herrliche Persiflage, bei der unter anderem die Autobahnausfahrt Lahr zur Autobahn Friesenheim Süd wird. 

Das große Finale vereinte noch einmal die ganze Geschichte. Die Gesangssolisten Maddy Eichhorn und Eddi Haid sowie die schon zuvor in Spielszenen brillierenden Musiker Sascha Armbruster (Sopran-Saxofon), Markus Busam (Gitarre) und Melanie Bähr, Georg Eichhorn und Ralf Kiefer (beide Flügel) präsentierten ein Jubiläumslied, dazu schrieb Marco Hertenstein die Musik. Den Text »Celebrate« (Lasst uns feiern) schrieben gleich mehrere. 

Mit dabei auch Erick Huck (Posaune), Pfarrer Steffen Jelic (Tuba) und Bürgermeister Erik Weide (Tenorhorn), die, wie schon beim Benefizkonzert im Georg-Schreiber-Haus im April, erneut als Trio auftraten.

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