Schwanau - Ottenheim

Das passiert mit den gefällten Pappeln vom Ottenheimer Rheinufer

Autor: 
Hagen Späth
Lesezeit 3 Minuten
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23. Oktober 2020

Bis zu zwei Meter Durchmesser haben die alten Pappeln, die gefällt werden mussten. ©Christoph Breithaupt

Die 120 Jahre alte Pappeln beim ehemaligen Gasthaus Rheinlust in Ottenheim waren nicht mehr standsicher. Deshalb hat die Forst-BW sie jetzt gefällt.
 

Die Motorsäge kreischt. Dann fällt der Baum mit einem mächtigen Rumms. Es knallt und staubt, als der Baumriese auf die Erde kracht. Die letzte Pappel in der Reihe der 120 Jahre alten Pappeln am Rhein beim ehemaligen Gasthaus Rheinlust ist gestern gefällt worden. Die zwölf anderen Pappeln liegen schon geschnitten in hohen Bergen am Wegrand zum Abtransport bereit.

Seit Mittwoch sind Angestellte der Forst Baden-Württemberg (ForstBW), die unter anderem für diesen Streifen entlang des Rheins verantwortlich ist, dabei, die alten Pappeln zu fällen. „Es ging leider nicht mehr anders. Die Sicherheit der Spaziergänger und Fahrradfahrer war gefährdet, nachdem im Sommer zwei der Bäume bei einem Gewitter auf den Weg gestürzt sind“, erläutert Bernhard Hacke, stellvertretender Leiter des Forstbezirks Mittleres Rheintal, die Hintergründe.

1899 gepflanzt

Die 1899 gepflanzten Baumriesen waren schon vor zehn Jahren aus Gründen der Verkehrssicherheit gekappt worden, durften aber wegen ihrer hohen ökologischen Bedeutung für Vögel, Fledermäuse und Käfer stehen bleiben. „Jetzt sind sie aber nicht mehr standsicher und wir waren zum Handeln gezwungen. Wären die Pappeln mitten im Wald gewachsen, hätte man sie stehen lassen können“, sagt Hacke. Sein Bezirk reicht von Baden-Baden bis Hartheim und bis zur Schwarzwald-Hochstraße; darunter auch ein im Schnitt 90 Meter breiter Streifen am Rhein.

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Die Stämme, die schon liegen, überragen mit ihrem Durchmesser bis zu zwei Metern den Förster. Er sticht mit dem Messer ins Holz: „Das geht ganz leicht. Das ist kein Holz mehr, das ist reine Zellulose.“ Ein Teil der gefällten Bäume soll im Ottenheimer Wald deponiert werden, ein anderer Teil in Kappel in den Wilden Weiden. An beiden Orten seien die Stämme als Totholz wichtig für Insekten oder Vögel wie den Zaunkönig, die darin brüten, sagt Joachim Nock, bei der ForstBW für den Naturschutz zuständig. Sie vor Ort zu belassen sei nicht möglich, weil die Fläche zum Überschwemmungsgebiet des Rheins gehöre.

Keien Brutvögel und Fledermäuse mehr da

Den Zeitpunkt der Fällung habe man bewusst in den Oktober gelegt, weil die Bäume jetzt nicht mehr als Brutplatz oder Unterschlupf für die Tiere dienen. „Wir haben zuvor nachgeschaut. Es waren keine Brutvögel mehr da, und die Fledermäuse sind schon in Richtung ihres Winterquartiers unterwegs“, erläutert Nock weiter. 

 Einen einzigen Baumstumpf konnten die Forstleute stehen lassen, weil er nicht so hoch ist und damit keine Gefahr besteht, auf den Weg zu fallen. Die restliche Fläche wird jetzt nach der Räumung wieder mit 30 bis 35 jungen Pappeln bepflanzt und entlang des Rheinufers mit ebenso vielen Apfelbäumen alter Sorten, versichert Hacke.

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