Lahr-Reichenbach

SPD will das Gewässer in Reichenbach ökologisch aufwerten

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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29. Juli 2017

Die Lahrer SPD bei ihrer kommunalpolitischen Sommertour im Gereutertal: Ein Wehr und der gefürchtete Japanknöterich sind den Genossen am Bachlauf ein Dorn im Auge. ©Jürgen Haberer

Rahmen ihrer kommunalpolitischen Sommertour hat sich die Lahrer SPD am Donnerstagabend über die geplanten Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung des Gereutertalbachs informiert. Die Stadt hat dafür Fördermittel in Höhe von 238 860 Euro beantragt.

Die bereits im Umweltausschuss und im Ortschaftsrat Reichenbach vorgestellte Maßnahme, steht in einem direkten Zusammenhang mit dem Bau des auf den Gemarkungen Friesenheim, Hohberg und Gengenbach errichteten Windparks Rauhkasten/Steinfirst. Unabhängig von den übrigen Ausgleichsmaßnahmen, haben die Betreiber als monetären Ausgleich für die von den Windrädern ausgehende Beeinträchtigung des Landschaftsbilds einen Betrag von insgesamt 330 000 Euro bereitgestellt. Ein in diesem Zusammenhang erstelltes Kataster zeigt auf, dass neben Gengenbach und Hohberg der Lahrer Stadtteil Reichenbach und Seelbach hier deutlich stärker betroffen sind als Friesenheim. 
Landschaftsschutz
Erste Überlegungen, in einer gemeinsamen Maßnahme einen neuen Wanderweg anzulegen oder Verschönerungen im Bereich der Burgruine Hohengeroldseck vorzunehmen, sind nicht zuletzt an den Vorgaben der für die Vergabe der Fördermittel zuständigen Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gescheitert. Lahr, Gengenbach und Hohberg haben nun eigene Anträge eingereicht, die vor allem den Landschaftsschutz in den Mittelpunkt stellen.
Der Lahrer Antrag sieht eine ökologische Aufwertung des Gereutertalbachs in vier Modulen vor. Der ermittelte Kostenrahmen liegt bei 265 400 Euro, die maximale Förderung bei 90 Prozent. Wie Urte Stahl (Abteilung Öffentliches Grün und Umwelt bei der Stadt Lahr) bei dem Ortstermin der Lahrer SPD erläuterte, besitzt der Gereutertalbach ein hohes Potenzial zur ökologischen Aufwertung. Der Nährstoffeintrag in das in die Schutter mündende Gewässer sei beträchtlich. Wanderbewegungen von Fischen und Kleinlebewesen würden durch ein altes, ungenutztes Wehr im Unterlauf verhindert. Und auf rund 350 Meter Länge habe sich der gefürchtete Japanknöterich ausgebreitet. 
Viele Ansatzpunkte
Kern der geplanten Maßnahme ist laut Stahl die mit rund 68 000 Euro bezifferte Herstellung der Durchlässigkeit des Wehrs durch eine raue Rampe, die Abflachung der Uferböschung und die Renaturierung eines begradigten, teilweise betonierten Abschnitts auf rund 500 Meter Länge. Hinzu kommt die Instandsetzung des Steinfirstbrunnens im Quellbereich und die Umwandlung einer Reihe alter, ungenutzter Fischteiche in ein Feuchtbiotop. Die Stadt ist dazu bereit, die für die Umsetzung notwendigen Gewässerrandstreifen und das Flurstück mit den Fischteichen zu erwerben. Erste Gespräche mit den Eigentümern wurden bereits geführt. 
Die Lahrer SPD unterstützt das Vorhaben unabhängig von dem Anfang Juli gestellten Förderantrag. Sie will 2018 in die Planung und Umsetzung der Maßnahme auch dann einsteigen, wenn der für April erwartete Bescheid negativ ausfällt. Möglicherweise müsse die Maßnahme dann eben etwas abgespeckt oder über mehrere Jahre gestreckt werden, meinen der Fraktionsvorsitzende Roland Hirsch und sein Gemeinderatskollege Walter Caroli. Wichtig sei es, die Durchgängigkeit des Gewässers wiederherzustellen, den Nährstoffeintrag zu senken und die weitere Ausbreitung des Japanknöterichs zu stoppen.

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