Lahr

Den »Moolersmann« erwandern

Autor: 
Michael Müller
Lesezeit 3 Minuten
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25. Juni 2015
Eberhard Stulz (rechts), Ex-Präsident des Schwarzwaldvereins Lahr, und Vorsitzender Andreas Kaufmann wollen den »Wickertsheimer-Weg« verwirklichen.

Eberhard Stulz (rechts), Ex-Präsident des Schwarzwaldvereins Lahr, und Vorsitzender Andreas Kaufmann wollen den »Wickertsheimer-Weg« verwirklichen. ©Michael Müller

Der Schwarzwaldverein Lahr kann seine geplante Reminiszenz an den »Lohrer Moolersmann« Wilhelm Wickertsheimer doch noch verwirklichen: Nachdem urheberrechtliche Probleme ausgeräumt sind, hat der Verein die Vorbereitungen für den »Wickertsheimer-Weg« wieder aufgenommen.

Wilhelm Wickertsheimer gilt als der Lahrer Heimatmaler schlechthin. Kein Wunder, dass der Schwarzwaldverein Lahr den »Lohrer Moolersmann« und dessen vielfältiges Schaffen und Wirken schon länger in den Fokus nahm – schließlich gehört die Heimatpflege zu den wesentlichen Aufgaben, die sich der Schwarzwaldverein auf die Fahnen geschrieben hat.

Schon seit mehreren Jahren plant der Verein, dem Lahrer Heimatmaler, der übrigens auch lange Jahre Mitglied des Schwarzwaldvereins war, ein besonderes Denkmal zu setzen: einen »Wickertsheimer-Rundweg«, der zu Orten und Stationen in Lahr führen soll, an denen Bilder des »Lohrer Moolersmanns« entstanden sind. Eigentlich wollte Eberhard Stulz, der frühere Präsident des Schwarzwaldvereins, den fertigen Weg im April 2011, bei seinem Ausscheiden aus seinen Ehrenämtern, als »Abschiedsgeschenk« präsentieren. Doch daraus wurde nichts: Die damaligen Erben verweigerten die urheberrechtliche Zustimmung.

Sinneswandel

Doch inzwischen hat sich bei der Erbengemeinschaft Wickertsheimer ein Sinneswandel vollzogen. Die erforderliche urheberrechtliche Genehmigung liegt jetzt vor, und so machte sich der Arbeitskreis unter Federführung von Eberhard Stulz erneut an die Vorbereitungsarbeit. Denn der »Lohrer Moolersmann« dürfe nicht in der Vergessenheit versinken.

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Der »Wickertsheimer-Weg« soll etwa sechs Kilometer lang werden. Geplanter Startpunkt ist an der Tonofenfabrik; von dort aus soll er durch die Innenstadt Richtung Stadtpark, hinauf auf den Schutterlindenberg und weiter zur Burgheimer Kirche führen. Endpunkt soll am Café »Süßes Löchle« am Urteilsplatz sein. Die genaue Streckenführung wird dann festgelegt, sobald es gelungen ist, etwa 20 bis 25 Motive auszusuchen, die sich zu einem Rundweg zusammenfügen lassen, erläuterte Eberhard Stulz gestern vor der Presse.

Stulz hofft dabei auf die Mithilfe von Lahrer Bürgern. Denn viele der Bilder Wickertsheimers befinden sich in Privatbesitz. Der Schwarzwaldverein bittet nun dessen Besitzer, ihm diese Bilder zur Kenntnis zu geben, damit sie abfotografiert werden können. Gesucht sind laut Stulz vor allem Motive von der Lahrer Innenstadt, vom Stadtpark, vom Schutterlindenberg und von Burgheim. Auch soll es einen Flyer geben, der die Besucher über den Weg führt und mit den entsprechenden Infos zu den einzelnen Stationen und Motiven versorgt.

Die Fotos sollen dann für die wetterfesten Tafeln verwendet werden, die an den einzelnen Stationen des »Wickertsheimer-Wegs« aufgestellt werden sollen. Eine Tafel wird von der Ortsgruppe Lahr des Schwarzwaldvereins finanziert. Es werden jedoch noch weitere Sponsoren gesucht, um die Tafeln – Stückpreis je nach Größe zwischen 500 und 1000 Euro – zu finanzieren. »Es haben sich inzwischen schon weitere Gönner gemeldet«, so Stulz erfreut.

Wer Interesse hat, einen Beitrag zum »Wickertsheimer-Weg« zu leisten, kann sich wenden an Eberhard Stulz, • 0 78 21/7 77 76 oder per E-Mail: estulzkabelbw.de.

Zur Person

Wilhelm Wickertsheimer

Wilhelm Wickertsheimer wurde 1886 als Sohn des Malermeisters Johann Wilhelm Wickertsheimer und dessen Ehefrau Sophie geboren. Schon als Kind malte und zeichnete er gern. Er machte ab 1900 im Betrieb seines Vaters eine Malerlehre und bekam parallel Malunterricht beim Schweizer Kunstmaler August Burkhart in Lahr und später auch an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe.
Nach dem Tod seines Vaters übernahm er dessen Malerbetrieb. Im Ersten Weltkrieg wurde Wickertsheimer schwer verwundet. Nach Kriegsende nahm er den Malerbetrieb wieder auf. Der Kunstmalerei widmete er sich in seiner Freizeit – und das mit solch großem Erfolg, dass er 1939/40 freischaffender Künstler wurde. Außer in Lahr hatte er Ausstellungen unter anderem in Karlsruhe, Baden-Baden, Frankfurt a.M., Heidelberg, Mannheim und München.
Zu seinen Vorbildern gehörte unter anderem Vincent van Gogh. Seine Motive fand er vor allem im der Landschaft um seine Heimatstadt und im Schwarzwald. Außerdem widmete er sich der Denkmal- und Stadtbildpflege. 1963 wurde er mit dem Heimatpreis des Landkreises Lahr ausgezeichnet. Wickertsheimer verstarb am 7. Februar 1968 im Paul-Gerhardt-Haus in Offenburg; seine letzte Ruhestätte fand er in seiner Heimatstadt Lahr.

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