Lahr

Der Beifuß: Mutter aller Heilkräuter

Autor: 
Redaktion
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18. November 2020

Der Beifuß war schon in der Antike als Heilpflanze bekannt. Er wirkt krampflösend. ©Ralf Staub

Der Beifuß gilt als die Mutter aller Heilkräuter und spielt besonders bei Frauenkrankheiten eine wichtige Rolle.

Die Wild- und Heilkräuterpädagogin Monika Fischer stellt Wildkräuter und ihre Wirkungsweise vor. Heute geht es um den Beifuß (Artemisia vulgaris).

Botanik: Der Beifuß, der im Volksmund auch Wilder Wermut, Weiberkraut oder Gänsekraut genannt wird, kommt aus der Familie der Korbblütler. Er erreicht eine Höhe von bis 150 Zentimetern. Die Blätter sind gefiedert, die Oberseite ist dunkelgrün, kahl, die Unterseite silberig, filzig behaart. Die Stängel sind gerillt, oft rötlich und reich verzweigt. Die Blüten sind unscheinbar, gelblich in dichten Rispen. Blütezeit ist August bis Oktober. Man findet den Beifuß an Wegrändern und auf Brachflächen.

Der unscheinbare Beifuß galt einmal als Mutter aller Heilkräuter und wurde in der Antike als eine der kraftvollsten Heilpflanzen verehrt.

Er gilt als eine der wichtigsten Pflanzen bei Frauenkrankheiten. Auch heute wird der Beifuß wegen seiner wärmenden und entkrampfenden Eigenschaften als Tee bei Menstruationsstörungen verwendet. Der Beifuß wirkt außerdem anregend auf die Verdauung und hilft dem Magen und dem Darm.

Artemisia-Arten sind seit Urzeiten als Heil- und Opferpflanzen, Aphrodisiaka und Rauschmittel genutzt worden. Heute ist der Beifuß neben dem Salbei die wichtigste heimische Räucherpflanze. Das Räuchern ist ein uralter Brauch, es soll negative Einflüsse vertreiben und einen Ort geistig und physisch reinigen. Außerdem wirkt der Rauch konzentrationsfördernd und beruhigend. Zum Räuchern werden Beifußzweige in ein mit Vogelsand gefülltes, feuerfestes Gefäß gelegt und mit Hilfe einer Räucherkohle angezündet.

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Gürtel aus Beifuß

Der germanische Gott Thor besaß einen Gürtel aus Beifuß, der seine Kräfte verstärken sollte. Auch heute werden am 21. Juni Sonnenwendgürtel geflochten und im Feuer verbrannt. Dadurch soll alles Schlechte verbrannt werden. An Maria Himmelfahrt wurden in vielen Gegenden die Ställe mit Beifuß geräuchert, um das Vieh gesund zu erhalten.

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Kampferöl, Vitamin C; Wirkungsweise: antibakteriell, beruhigend, verdauungsanregend, krampflösend; Anwendung: Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Gallenleiden, Menstruationsstörungen.

Rezepte: Als Würzkraut für Gänsebraten, aber auch zu Gemüse und Kartoffelsuppe wird Beifuß verwendet. Er regt die Verdauungssäfte und den Gallenfluss an. Beifuß-Tee: 1 Teelöffel getrocknetes Beifußkraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, etwa drei Minuten ziehen lassen, maximal dreiTassen pro Tag.

 

Info

Quellen

Handbuch der Klosterheilkunde, Gottfried Mayer, Zabert SandmannVerlag; Siegfried Hirsch „Aus dem Erfahrungsschatz unserer Vorfahren“ – Freya-Verlag. Autorin: Monika Fischer, Wildkräuter-und Heilpflanzenpädagogin, Breisgaustraße 12/3 Lahr, Mail: monika.fischer@kraeuter-seifen-ortenau.de

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