Badner des Jahres

Der Friesenheimer Franz Schüssele sieht Baden oft in zweiter Reihe

Alena Ehrlich
Lesezeit 2 Minuten
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01. März 2024
Franz Schüssele ist "Badener des Jahres".

Franz Schüssele ist "Badener des Jahres". ©Promo

Franz Schüssele wurde zum "Badener des Jahres" gekürt. Mit seiner Musikgruppe macht er alemannische Musik und bezeichnet sich selber als "typischer Regionalist".

Friesenheim. Der Friesenheimer Franz Schüssele ist zum "Badener des Jahres" gekürt worden. Im Interview spricht er über die Auszeichnung, das Lebensgefühl als Badener und die nicht ganz ernst gemeinte Rivalität mit den Schwaben.

Herr Schüssele, der Bund Freiheit statt Baden-Württemberg hat Sie zum Badener des Jahres gekürt. Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?

Es hat mich natürlich sehr gefreut, weil ich ja fast ein "Berufsbadener" bin. Mit unserer Musikgruppe machen wir schon mehr als 46 Jahren alemannische Musik – und das Badnerlied ist obligatorisch. Auch die Spitzen gegen die Schwaben gehören dazu. Das darf man natürlich alles nicht zu ernst nehmen. Wir haben nichts gegen Schwaben – vor allem nichts, was hilft (lacht).

Was bedeutet es für Sie, ein Badener zu sein?

Ich bin ein typischer Regionalist. Ich fühle mich als Alemanne und ich fühle mich als Badener. Die regionale Kultur, die Sprache, der Lebensstil, das Essen und Trinken – da bin ich ganz stark verwurzelt. Gleichzeitig fühle ich mich auch als Weltbürger, diese beiden Pole gehören für mich zueinander. Ich lehne Baden-Württemberg auf keinen Fall ab, eine separatistische Bewegungen wäre natürlich totaler Unfug (lacht).

Aber ich finde, dass die Badener oft in zweiter Reihe stehen. Da muss man stupfen und Humor ist dabei eine wichtige Sache. Ich habe viele schwäbische Freunde auch in der Mundartszene. Bei einem Treffen ist das erste immer eine gegenseitige Hänselei, die aber freundschaftlich ist.

Wie meinen Sie das, dass Baden oft in der zweiten Reihe steht?

Ich versuche immer, das badische Selbstbewusstsein zu präsentieren. Das fehlt uns manchmal im Vergleich zu den Schwaben oder den Bayern. Vielleicht liegt das ja an der badischen Bescheidenheit. Der Weinbau ist ein Beispiel, bei dem wir meiner Ansicht nach unterrepräsentiert sind. Aber auch in den Landesnachrichten oder bei der kulturellen Versorgung: Die ist in Stuttgart immens, Baden bekommt da deutlich weniger ab.

Haben Sie sich für dieses Jahr als Badener des Jahres denn etwas ganz Besonderes vorgenommen?

Nein, nicht wirklich. Im Moment bin ich ein bisschen an der Planung von Konzerten und Alphornkursen, die ich gebe. Ansonsten lasse ich das Jahr auf mich zukommen, ich bin nicht so der große Planer.  

Hintergrund

Zur Person

Franz Schüssele ist 71 Jahre alt und lebt in Friesenheim. Er ist als Alphornbläser und Chef der Band Gälfiäßler bekannt. Die vierköpfige Gruppe beherrscht 150, teils sehr skurrile Instrumente. Die Auszeichnung "Badener des Jahres" wird vom Bund Freiheit statt Baden-Württemberg (BFsBW) vergeben.ale

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