Friesenheim

Der Kolpingsfamilie in Friesenheim droht die Auflösung

Autor: 
Walter Holtfoth
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09. März 2019
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Isolde Scholl spricht über die Kolpingsfamilie in Friesenheim. ©Walter Holtfoth

Auf der Hauptversammlung ist im Januar kein neuer Vorstand gewählt worden: Wie geht es nun weiter mit der Kolpingsfamilie in Friesenheim? Diese Frage hat der Lahrer Anzeiger Isolde Scholl, der ehemaligen Vorsitzenden, gestellt.
 

»Wir wollen um den Erhalt der Kolpingsfamilie kämpfen«, sagt Isolde Scholl, die ehemalige Vorsitzende, dem Lahrer Anzeiger. Anlass für das Gespräch sind die Geschehnisse in der Hauptversammlung im Januar. Damals wurde kein ordentlicher Vorstand gewählt, da nicht ausreichend Kandidaten gefunden werden konnten.

Vorstand Werner Kohler hatte an jenem Abend im Georg-Schreiber-Haus sogar eine »Auflösung« für den Fall in den Raum gestellt, dass sich niemand bereit erklärt, in den kommenden Jahren die Verantwortung zu übernehmen. Dann müsste sich ein verkleinerter Vorstand um die Abwicklung des Vereins kümmern.

Scholl zeigt sich nachdenklich und kämpferisch zugleich. Das ehrenamtliche Engagement in der Kolpingsfamilie fordere den Mitgliedern sehr viel ab. Dies sei insbesondere bei körperlich anstrengenden Unternehmungen festzustellen. »Da wirkt sich aus, dass wir inzwischen doch sehr viele ältere Mitglieder in unseren Reihen haben«, sagt sie. »Wir vergreisen regelrecht in Friesenheim«. Bestimmte Tätigkeiten seien dann wirklich nicht mehr zuzumuten. 

Trotz aller Bemühungen seien kaum noch jüngere Menschen für die Ideen des Gründervaters Adolph Kolping zu begeistern, beklagt Scholl. Und eine gesunde Bewegung brauche natürlich die Jugend. Vieles sei in der Vergangenheit bewegt worden.

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Scholl nennt unter anderem die Theatergruppe, das Johannesfest, die Mitarbeit beim Ferienprogramm oder auch der die Adventaktion. Alles brauche einsatzwillige Menschen und da hapere es in Friesenheim. Es sei daher möglich, dass ein neuer Vorstand ein reiner Familienbetrieb werde. 

Sie selbst könne sich vorstellen, noch einmal eine Position zu bekleiden, um die Auflösung zu verhindern. »Wir suchen nach Lösungen. Gerade älteren Mitgliedern würde es das Herz brechen, wenn es die Gemeinschaft nicht mehr gäbe«, sagt Scholl.

Kinder und Jugend einzuladen, an einem vom Glauben geprägten Projekt teilzuhaben, sei eine der wichtigsten Aufgaben. Spontan entstand der Gedanke, den recht beliebten Wald-Tag unter dem Motto »Wald im Wandel der Jahreszeiten« mehrfach über das Jahr anzubieten. Auch ein attraktives Angebot für Inline-Skater sei denkbar.

All diese Ideen setzen die Einsatzbereitschaft der Mitglieder voraus. doch mit solchen Aktionen könne man um die bereits verloren geglaubte junge Generation werben. Voraussetzung sei die Einbindung der Elternhäuser. Scholl betont, dass die Kolpingsfamilie offen sei für die jungen Bewohner Friesenheims, auch über das Kommunionsalter hinaus.

All dies seien aber ihre persönlichen Gedanken. Natürlich sende sie mit diesen Ausführungen auch das Signal aus, für das vakante Amt im Vorstand zur Verfügung zu stehen. Auf jeden Fall sei bei ihr die Bereitschaft vorhanden, die Kolpingsfamilie am Leben zu erhalten. 

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